Reutlingen
: Großeinsatz im Reutlinger Rathaus - Mann mit Pistole war Security

Ein Mitarbeiter vom Sicherheitsdienst hat die Evakuierung des Rathauses vergangene Woche ausgelöst.
Von
Maik Wilke
Reutlingen

Bild: Thomas de Marco

Nicht gesetzt

Der Einsatz hat für Aufregung in der Innenstadt gesorgt: Am Dienstag vor einer Woche wurde der Polizei ein Mann mit Pistole im Rathaus gemeldet. Nun scheint seine Identität geklärt zu sein: Bei der verdächtigen Person, die bewaffnet im Rathaus gesehen worden ist, handelte es sich um einen von zwei Mitarbeitern der Sicherheitsfirma, die im Auftrag der Stadtverwaltung die Parkautomaten in den städtischen Tiefgaragen leert und wegen der zu transportierenden Werte bewaffnet ist. Das erklärt die Stadtverwaltung am Donnerstag in einer Pressemitteilung.

Mann verläuft sich im Gebäude

Während einer der beiden Mitarbeiter auf der Toilette war, wollte sein Kollege eine Mitarbeiterin des Rathauses aufsuchen und hat sich dabei verlaufen. Da er keine Uniform trug, war er für die Zeugen nicht als Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens erkennbar. Die Polizei ist sich wegen der Übereinstimmung seines Erscheinungsbilds mit der guten Beschreibung der Augenzeugen sicher, dass es sich um die fragliche Person gehandelt hat.

Beide Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens hatten schon vor der Abriegelung des Rathauses durch die Polizei das Gebäude durch die Tiefgarage verlassen, sodass sie bei der Durchsuchung nicht mehr angetroffen wurden. Nachdem dem Sicherheitsfachmann bewusst geworden war, dass höchstwahrscheinlich er selbst der Auslöser für den Großeinsatz der Polizei gewesen sein musste, hatte er sich seinem Vorgesetzten anvertraut, der die Polizei informierte.

Diese Wendung ist durchaus kurios. Und darf ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma überhaupt eine Pistole führen? Polizeisprecherin Ramona Döttling sagt auf TAGBLATT-Anfrage: „Unsere Kollegen haben das geprüft und ja, dieser Mitarbeiter hat die Waffe rechtmäßig getragen.“ Es sei nicht unüblich für ein Sicherheitsunternehmen, das Geld an Einrichtungen abholt und transportiert. Auch Cordula Walleit, Pressesprecherin der Stadtverwaltung, erklärt: Nicht jede vom Rathaus beauftragte Sicherheitsfirma hat bewaffnete Personen im Einsatz, aber diese Securityfirma schon, weil sie eben Geld transportiere.

Keck und Polizei erleichtert

Oberbürgermeister Thomas Keck informierte die Mitarbeiter im Reutlinger Rathaus: „Im Nachhinein bin ich sehr erleichtert, dass trotz einer echten Waffe zu keiner Zeit eine Gefahr für die Mitarbeiter des Rathauses bestanden hat.“ Auch Ramona Döttling ist aus Sicht der Polizei froh, dass man nun die Identität und den Verlauf klären konnte. Das sei auch eine Entwarnung für besorgte Bürgerinnen und Bürger.