Regional-Stadtbahn Neckar-Alb
: „Einsteigen bitte“ heißt es in rund zehn Jahren

Wanderung von Traifelberg nach Honau mit Verkehrsminister Winfried Hermann und Cindy Holmberg zum aktuellen Stand und den Perspektiven des Projekts.
Von
swp
Lichtenstein
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Die Visualisierung des Zweckverbands Regional-Stadtbahn Neckar-Alb zeigt den Streckenabschnitt in der Honauer Steige mit Straße, Rad- und Fußweg sowie der Schienenstrecke.  

Die Visualisierung des Zweckverbands Regional-Stadtbahn Neckar-Alb zeigt den Streckenabschnitt in der Honauer Steige mit Straße, Rad- und Fußweg sowie der Schienenstrecke.

©ZV RSBNA
  • Wanderung mit Verkehrsminister Hermann und Cindy Holmberg zur geplanten Echaztalbahn.
  • Ziel: Betriebsstart der Echaztalbahn bis zur Bundesgartenschau 2039 im Landkreis Reutlingen.
  • Einzigartige Streckenführung: zehnprozentige Steigung ohne Zahnrad zwischen Honau und Traifelberg.
  • Kein Zwischenhalt auf steiler Strecke möglich, Barrierefreiheit erfordert max. 4 % Steigung.
  • Landesförderung und Planungssicherheit betont, Projekt als Schlüssel zur klimafreundlichen Mobilität.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Rund 30 Personen starteten kürzlich zu einer Wanderung von Traifelberg nach Honau – mit dabei waren Landesverkehrsminister Winfried Hermann und die Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg von den Grünen. Die Initiative für die Tour ging von Holmberg aus und im Mittelpunkt stand die Straßenbahnstrecke der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, die hier in Planung ist, die Echaztalbahn.

Professor Dr. Tobias Bernecker, der das Projekt als Geschäftsführer des Zweckverbands Regional-Stadtbahn Neckar-Alb leitet, führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unter denen neben Hermann der Lichtensteiner Bürgermeister Peter Nußbaum und der Engstinger Bürgermeister Mario Storz waren.

Holmberg betonte bereits bei der Begrüßung die Bedeutung der Echaztalbahn: „Sie ist Teil des drei Landkreise umfassenden Netzes der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, die in unserer Region eine klimafreundliche und einfache Mobilität ermöglichen wird. Und ist eine weitere Möglichkeit, auf die Alb hinauf- und auch wieder hinabzukommen. So ist die Bahn gut für die Menschen, die hier leben und auch für diejenigen, die hier Urlaub machen.“​

Betriebsstart vor der Bundesgartenschau im Jahr 2039

Im Regen startete die Gruppe und eine der ersten Fragen war, wann denn mit der Bahn zu rechnen sei. Bernecker antwortete, dass das Jahr 2039 entscheidend sei. In diesem Jahr finde die Bundesgartenschau im Landkreis Reutlingen statt. Bis dahin wolle man die Bahn erprobt haben. „Geplant ist also Mitte der 2030er Jahre“, so Bernecker. „Die Echaztalbahn ist landesweit die Nummer 1 unter allen untersuchten Reaktivierungsstrecken. Dass Verkehrsminister Hermann das Projekt mit seinen wiederholten Besuchen in unserer Region persönlich unterstützt und das Land Planung, Bau und Betrieb fördert, ist für uns ein starkes Signal“, hob Bernecker in diesem Zusammenhang hervor. Diese Rückendeckung von Seiten des Landes sei für das Gesamtprojekt Regional-Stadtbahn Neckar-Alb äußerst wertvoll, unterstrich der Geschäftsführer des Zweckverbands.​

Die Echaztalbahn beginnt am Reutlinger Hauptbahnhof und führt über Pfullingen und Lichtenstein bis hinauf auf die Alb nach Engstingen. In Lichtenstein – genauer zwischen Honau und Traifelberg – werden die Tram-Train-Fahrzeuge der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb künftig eine zehnprozentige Steigung bewältigen, und das ganz ohne Zahnrad – das macht diesen Abschnitt besonders interessant. Zwischen Honau und Traifelberg wird die Strecke eingleisig sein und hangseitig liegen. Zwischen Gleis und Straße bleibt der bestehende Fuß- und Radweg über eine Breite von drei Metern erhalten.​

Am Traifelberg können sich zwei Züge begegnen

Am künftigen Regional-Stadtbahn-Haltepunkt „Traifelberg“ plant die Gemeinde Lichtenstein einen P+R-Parkplatz. Am Haltepunkt können sich zwei Züge begegnen, also aneinander vorbeifahren. Was die Honauer beschäftigt, ist, ob es auf der Steilstrecke eine Zwischenhaltestelle geben kann. „Haltestellen dürfen aus Gründen der Barrierefreiheit nur an Stellen mit maximal vier Prozent Steigung liegen. Hier sind es zehn Prozent. Deswegen kann es keine Haltestelle zwischen Traifelberg und Honau geben“, sagte Bernecker.​

Auf die Frage, ob das Projekt sicher sei oder ob noch etwas dazwischenkommen könne, antwortete Verkehrsminister Winfried Hermann: „Wir haben das Interesse, dass die Schiene auch im Alltag viel genutzt wird, denn sonst werden wir die Klimaschutzziele nicht erreichen. Wir haben mit dem Zweckverband eine Einrichtung geschaffen, die das auch hervorragend planen kann.“ Ein Hin und Her bringe gar nichts, ein Ausstieg verursache nur Kosten. „Man darf sich nicht aufhalten lassen“, so Hermann.