Pfullingen startet die Fasnetssaison: Großes Narrentreffen: Buntes Straßenfest der Superlative

Das nennt sich dann wohl interaktiv: In den Leiterwagen gesteckt, herumgewirbelt, geteert und gefedert: Eulen in freier Wildbahn machen das mit ihrer Beute eher selten, die Degerschlachter auch nur zur Fasnet.
Jürgen Herdin- Über 3800 Teilnehmende zogen in 73 Gruppen beim Narrentreffen durch Pfullingen.
- Guggenmusiker, Zünfte und Kinder beeindruckten mit Häs, Musik und Kunststücken.
- 20 Verpflegungsstände versorgten die Gäste entlang der 1,3 km langen Strecke.
- Bürgermeister Stefan Wörner und Politiker Michael Donth nahmen aktiv teil.
- Die Organisation der Uschlaberghexa verlief reibungslos, die Resonanz war begeistert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sie kamen aus dem tief verschneiten Hochschwarzwald, von der Ostalb oder aus dem Unterland bei Heilbronn: „Danke, dass ihr alle gekommen seid“, riefen ihnen vom Sprecherwagen am Marktplatz Katharina Maier-Elting und Selina Kretschmer von den Uschlaberghexa zu. Die Zunft hatte Pfullingen erneut zur Narrenhochburg gemacht. Am Sonntag kamen zum nun schon elften Umzug über 3800 Teilnehmende, dies in 73 Gruppen, Guggenmusiker ebenso wie Zünfte, die ihr Häs trugen - und auf ihrem 1,3-Kilometer-Marsch das Publikum neckten, erschreckten, tanzend in Trompeten bliesen – oder die Kinder mit Kamellenregen überhäuften.

Heimspiel: Die umjubelte „Abteilung Hochbau“ der Pfullinger Hoagamännle trumpft auf.
Jürgen HerdinEinfach nur süß fanden die Besucher zwischen Südstadt, Hallenbad und Marktplatz dann auch die Kleinen, oft Narrensamen genannt. Sie kannten keine Furcht, bauten ihre Pyramiden auf wie die Großen. Das Heimspiel: Wie gehabt bogen zu Beginn unter großem Jubel zumeist Lokalmatadoren auf den Marktplatz ein – mit ein paar Einsprengseln aus Neckartailfingen und dem wuchtigen Blech der Morschbachdeifel aus Bad Wimpfen. Ihre Musik brachte den Boden vernehmlich zum Beben. Pfullingens Bürgermeister Stefan Wörner mischte bei den Hoagamännle mit.
Mit Rauch und Qualm eingehüllt
Und noch vor den Krautscheißern und den Burgstoihexa aus Lichtenstein marschierte der Musikverein Deisslingen im Gefolge seiner Hageverwürger aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis in die Arena Marktplatz. Schräge Töne von Lumpenkapellen und Guggenmusik gab es auf dem Marktplatz und den Martinskirchentreppen schon vor dem Auftakt um 13.31 Uhr. Ganz spät waren im Verlauf der lustvollen, närrischen Zeremonie hunderte verdiente Helfer dran. Denn die Wölfe aus Sickenhausen, Laufnummer 64, sorgten zuvor an allen möglichen Zugängen dafür, dass Schaulustige ihren Obolus zum Fest entrichteten.
Andere, so die Leute der Reutlinger Narrenzunft Scheibengipfel, Startnummer 71, sicherten auf professionelle Weise die närrischen Wege. Doch wie sich das für ein fröhliches Fest gehört, gab’s an den Absperrungen auch keinen Zwist. Und die natürliche „Haupttribüne“ mit prächtiger Aussicht, die neuen Treppen der „Neuen Mitte“ war fast nur von erwachsenen Fans der Fasnet bevölkert.
Michael Donth kommt als Mexikaner
Denn sehr klug, weil in berechtigter Erwartung regelmäßigen Süßigkeiten-Hagels, postierten sich die Kinder ganz unten, praktisch mit Körperkontakt zu den Akteuren. Dafür aber wurden sie dann auch mit orangefarbenem und schwarzem Rauch und Qualm eingehüllt, so vom Pfullinger Mottles Herr, das gleich zu Beginn die Besucher erschreckte – allerdings mit der Vorwarnung: „Aus dem Weg“. Keinem Ärger aus dem Weg geht ganz offensichtlich der Bundestagsabgeordnete Michael Donth. Der CDU-Mann kam verkleidet und geschminkt als Mexikaner daher. Eine Einreiseerlaubnis in die USA kann er sich damit wohl abschminken.
Die elf Monate Vorbereitung und Planung der Uschlabergehexa haben sich gelohnt. Der Applaus angesichts der so bildgewaltigen Attraktionen mit Häs und Uniformen und so manchem Rauchgeschwader war riesig, die Organisation lief rund. 20 Verpflegungsstände waren entlang der Strecke aufgebaut. Die Pole-Position hatten freilich die Gastgebenden: Aus drei Sprecherwagen wurde eingeheizt und angesagt. Die Uschlaberghexa bewirteten bis in den Abend hinein auf dem Marktplatz. Stärkendes brauchten die Narren dann auch, hatten manche von ihnen doch noch gute 200 Kilometer in den tief verschneiten Hochschwarzwald zu bewältigen.

Der Asphalt bebte: Fetzige Musik gab’s auf die Ohren beim Defilee der Morschbachdeifel aus Bad Wimpfen.
Jürgen Herdin