Metzinger OB gibt Bewerbung ab
: Fiedler möchte Landrat im Kreis Reutlingen werden

Das Stadtoberhaupt der Sieben-Keltern-Stadt hat am Dienstag seine Kandidatur bekannt gegeben. Er tritt für die Freien Wähler an.
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Von Peter Kiedaisch
Metzingen/Reutlingen
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Metzingens Noch-Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler während des Neujahrsempfangs der Stadt Metzingen.⇥

Archiv/Thomas Kiehl

Der promovierte Jurist und amtierende Oberbürgermeister Metzingens, Dr. Ulrich Fiedler, kandidiert für den Posten des Landrats im Kreis Reutlingen. Das hat Fiedler am Dienstagnachmittag vor der Presse bekannt gegeben, zuvor hatte er seine Mitarbeiter und die Mitglieder des Gemeinderats informiert.

Reumann tritt nicht mehr an

Fiedler ist bislang der erste Bewerber, doch wirklich überraschend kam dieser Vorstoß nicht. Schon kurz nachdem der amtierende Landrat Thomas Reumann im Juni bekannt gegeben hatte, nach 16 Jahren nicht mehr für eine dritte Amtsperiode antreten zu wollen, wurde der Name Fiedler immer wieder im Zusammenhang mit der Reumann-Nachfolge gehandelt.

Er passt zu gut in die kommunalpolitische Arithmetik, als dass er, ein geschliffener Rhetoriker, nicht Nachfolger eines geschliffenen Rhetorikers wie Reumann werden sollte.

Fiedler ist seit 2014 Kreistagsmitglied. Er ist zudem Mitglied des Kreistags-Verwaltungsausschusses, ist im Verwaltungsrat der Kreissparkasse Reutlingen und gehört der Verbandsversammlung Regionalverband Neckar-Alb an. Der verheiratete Katholik und Vater von vier Kindern ist Vorstandsvorsitzender der Diakonie-Sozialstation Metzingen und Kuratoriumsmitglied des karitativen Hauses Matizzo. Kurzum: Fiedler ist über die Grenzen Metzingens hinaus gut vernetzt.

Gleich zu Beginn seiner Erklärung betont er, es sei nicht sein Ziel, aus Metzingen wegzugehen. Privat schon mal gar nicht, denn er möchte auch dann mit seiner Familie in Metzingen wohnen bleiben, sollte er die Wahl im Februar gewinnen. „Ich habe in den vergangenen Wochen häufig mit mir gerungen“, sagt er. Er sei nicht aktiv auf der Suche nach einem anderen Betätigungsfeld gewesen, „aber so eine Chance tut sich auf oder nicht, und dann muss man abwägen.“

„Toller Landkreis, tolle Menschen“

OB zu sein, bereite ihm nach wie vor Spaß, doch in dieser Funktion habe er auch bemerkt, dass das gemeinsame Wirken in der Region wichtig ist. Dafür möchte er als Landrat Verantwortung übernehmen: „Wir haben einen tollen Landkreis mit tollen Menschen.“  Und vielen Themen, mit denen er als OB, aber auch als Mitglied des Kreistags längst vertraut ist.

Kreiskliniken und Mobilität

Kreiskliniken und medizinische Versorgung, Mobilität (Regionalstadtbahn), Tourismus, Inklusion, Integration, zudem wird es ihm darum gehen, das Gefälle zwischen der Großstadt Reutlingen und kleinen Gemeinden auf oder am Fuße der Alb zu moderieren. „Für mich ist es wichtig, meine Politik auf den Landkreis zu transferieren“, namentlich spricht er die in Metzingen seit Jahren praktizierte Form der Bürgerbeteiligung an, wenn es um Großprojekte geht.

Ob er für die Wahl im Februar als Favorit ins Rennen geht, wird auch davon abhängen, ob es den anderen Fraktionen gelingen kann, eigene Kandidaten von Format ins Rennen zu schicken. Ob Fiedler auch mit Unterstützung der CDU-Fraktion rechnen kann, ist derzeit noch ungewiss. CDU-Kreistagsmitglied und Bundestagsabgeordneter Michael Donth konnte am Dienstag zu dieser Personalie nichts sagen, nur so viel: „Grundsätzlich waren wir der Meinung, völlig unabhängig, ob von der FWV jemand kommt, und unabhängig davon, wer das ist, nach einem guten Unionskandidaten oder einer guten Unionskandidatin zu schauen.“

Mit sämtlichen Fraktionen gesprochen

Ob ihn die Fraktionen und Gruppierungen im Kreistag unterstützen, überlasse Fiedler diesen selbst. Doch freilich habe er vor seiner Kandidatur mit sämtlichen Fraktionen und Gruppierungen gesprochen. Die Unterstützung der Freien Wähler jedenfalls  sei ihm sicher, darüber hinaus werde er in den kommenden Wochen weitere Gespräche führen.

Sollte Fiedler aus der Wahl im Februar als Sieger hervorgehen, wären die Metzingen im kommenden Jahr gleich drei Mal aufgerufen, an die Wahlurne zu gehen. Neben den Landtags- und Bundestagswahlen stünde dann auch eine OB-Wahl an.