Nordic Trophy in Pfullingen
: Heiße Sprints rund um den Lindenplatz

Dem Sommer-Sprungschanzen-Wettbewerb folgte am Sonntag in Pfullingen das Nordic-Trophy-Laufen mit Inlinern und Roller-Skiern auf der Asphaltpiste.
Von
Jürgen Herdin
Pfullingen
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Starker Antritt bei den Mädchen in der Altersklasse U10: Sie waren zu elft - bei insgesamt 173 Gestarteten des Wettbewerbs.

Starker Antritt bei den Mädchen in der Altersklasse U10: Sie waren zu elft - bei insgesamt 173 Gestarteten des Wettbewerbs.

Jürgen Herdin
  • Nordic Trophy in Pfullingen: City-Sprint und Sommer-Skispringen lockten 173 Teilnehmende an.
  • Sieger Nordische Kombination: Joscha Kleiser (SC Hinterzarten), Ben Herrmann und Luis Stadtler (VfL).
  • Strecken rund um den Lindenplatz: 1,2 km für Erwachsene, 700 m für Bambinis auf Asphalt.
  • Parasportler Nationalteam und Schwarzwälder Athleten fest dabei; starke U10-Mädchen vertreten.
  • Trainerin Laura Schmauder: „Young Eagles“ trainieren Skisprung, Kombination und Langlauf.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es war wohl der letzte, so richtig sommerliche Tag, bei über 23 Grad – exakt zum amtlichen Herbstanfang. 172 Startende legten am Vormittag tolle Sprints hin, mit Inlinern die ganz jungen Leute, alle anderen hatten Rollerskier als „Fahrwerk“. Am Ende siegreich waren in der Nordischen Kombination Joscha Kleiser vom SC Hinterzarten, gefolgt von den Lokalmatadoren Ben Herrmann und Luis Stadtler vom VfL Pfullingen. Denn auch das Ski-Springen am Samstag von der Schanze unterhalb des Waldcafés gehörte zur Wertung.

Die Materialausgabe im Schatten der Martinskirche, normiertes, gleiches Gerät ist Pflicht, besorgten Experten aus Zella-Mehlis in Thüringen. Der Startschuss erfolgte in Höhe der Kreissparkasse, dann waren ein technisch guter Laufstil und ein kräftiger Antritt gefragt. Moderieren, informieren, anfeuern: Gegenüber sorgten Isa Fetzer und Jochen Stütz für gute Laune. Sie gehörten zu den rund 70 Helfern am Rande der Piste, einem Kurs um den Lindenplatz herum. Das Rennen auf Asphalt, den City-Sprint am Sonntag - und das Sommer-Skispringen am Samstag - richtet seit jeher die Ski-Abteilung des VfL Pfullingen aus.

Und nur so zum Spaß und zur Freude sind die Wettkämpfe nicht: Der Citysprint ist fester Bestandteil der Leistungssport-Trophy des SBW-Schneesports, ebenso fließt das Rennen ins Kombinations-Klassement des SSV-Langlaufcups ein, das ist der Schwäbische Skiverband. Was die VfL- Skiabteilung freut: Die Parasportler des Nationalteams sind seit geraumer Zeit fester Bestandteil der Pfullinger Trophy.

Das alles weiß Laura Schmauder. Sie ist seit elf Jahren Trainerin in der Sparte Ski, hat unter ihren Fittichen junge Talente im Alter zwischen 5 und 18 Jahren. „Young Eagles“ heißen sie und sind in den Disziplinen Skisprung, Nordische Kombination und Langlauf aktiv.

Außerhalb der Nordic-Trophy darf natürlich nicht auf Straßen geübt werden. „Und deshalb gehen wir häufig auf den Radweg in Richtung Unterhausen“, so Schmauder. „Ein gutes Gleichgewicht sollten sie haben und auf einem Bein auf dem Inline-Skate stehen können“, sagt die versierte Trainerin. Eingeübt wird dann auch ein rhythmischer Bewegungsablauf. Was für ganz junge Leute die Anreise – zum übrigens einzigen City -Sprint im Land – attraktiv macht, „ist die Regelung, dass bis zum Alter von elf Jahren auf Inline-Skates gefahren werden darf “.

Sehr stark vertreten sind bei Teilnehmenden aller Altersklassen Leute aus dem Schwarzwald. Und alle feuern sich gegenseitig an, applaudieren auch den Mitbewerbern. Wettkampf hin oder her: Die Nordic-Gemeinde ist ein Stück weit schon wie eine große Familie. Ein Schuss, dann ist der Startschütze in Nebel gehüllt. So viel Effekt muss schon sein. Und der große Vorteil war, dass es am Sonntag nicht geregnet hat. Zwar haben die Inliner eine Art Bremse und die Athleten auf den Roller-Skiern können diese zum Anhalten kunstvoll verkannten. Aber mehr Spaß macht es freilich auf einer trockenen Piste, ohne Schlaglöcher, versteht sich.

Moderieren, informieren, anfeuern und für eine tolle Stimmung sorgen beim Nordic Trophy: Isa Fetzer und Jochen Stütz.​

Moderieren, informieren, anfeuern und für eine tolle Stimmung sorgen beim Nordic Trophy: Isa Fetzer und Jochen Stütz.

Jürgen Herdin

In der Hinsicht ist der Pfullinger Kurs rund um den Lindenplatz perfektes Terrain. Und am Ende fanden die Auswerter am Computer, Paul Betz, Bernd Möck und Max Burghardt heraus, dass die schnellsten Erwachsenen auf 1,2 Kilometern rund zwei Minuten und 30 Sekunden unterwegs waren. Und die besten Bambinis, Jahrgang 2019? Da brauchte der Beste gerade einmal vier Sekunden länger; doch hatten die ja nur 700 Meter zu laufen.