Naldo Reutlingen
: Immer weniger Studenten kaufen ein Semesterticket

Naldo-Geschäftsführer Dieter Pfeffer berichtete dem Umweltausschuss des Kreistages vom vergangenen Jahr.
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Kreis Reutlingen
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Die Fahrgastzahlen sind weiter rückläufig bei Naldo.

Thomas Kiehl

Besonders bei den Studenten ist der Rückgang schmerzlich für Naldo: Im vergangenen Jahr verzeichnete der Verkehrsverbund bei den Semestertickets ein Minus von 2,9 Prozent. So kontinuierlich, wie der Verkauf sinkt, nimmt der Preis zu: Von einst 32 Euro (2002) auf nun 100 Euro (2019). Dies – und noch viel mehr – berichtete Naldo-Geschäftsführer Dieter Pfeffer am Montag dem Umweltausschuss des Kreistages.

„Wir haben die Preise Stück für Stück angehoben, um es gerechter zu machen„, so Pfeffer. Besonders im Hinblick auf die Schülermonatskarten, die ja auch einiges kosten. „Man muss dabei beachten, dass die meisten Schüler noch zuhause leben, Studenten aber Miete zahlen müssen und oft nicht im Zentrum wohnen können“, hielt Grünen-Kreisrätin Cindy Holmberg dagegen.

Tariferhöhung wurde von den Kreisräten kritisiert

Die geringe Tariferhöhung von 2017 auf 2018 (+0,9 Prozent) war auf Grund des Fahrgast-Rückgangs also nicht weiter haltbar: Von 2018 auf 2019 wurde wieder um mehr als vier Prozent erhöht. Grünen-Kreisrat Rainer Buck äußerte sich den ständigen Erhöhungen gegenüber kritisch. Der Naldo-Geschäftsführer entgegnete, dass eben auch an anderen Stellen Geld fehle: So werde es immer schwerer, Busfahrer zu finden – und dann wolle man diese ja auch anständig bezahlen.

Doch Pfeffer hatte auch Gutes zu berichten: Beispielsweise, dass das 365-Euro-Ticket in Reutlingen sehr gut angenommen werde, mehr als 2800 Menschen hätten schon eins. Auch berichtete er von einer Senkung des Alters fürs „Senioren-Abo“ (von 65 auf 60 Jahre) und von der Einführung des „Abo 25“, das junge Menschen an die Öffentlichen binden soll. Sowohl die Zahl der Job-Tickets als auch die Ticket-Käufe via Naldo-App seien weiter gestiegen.

Walddorfhäslachs Bürgermeisterin Silke Höflinger nutzte die Gelegenheit, um mal wieder die schlechte Anbindung ihrer Gemeinde am Nordzipfel des Landkreises zu thematisieren: Ob man denn nicht über eine engere Zusammenarbeit mit VVS nachdenken könne? Bad Urachs Bürgermeister Elmar Rebmann lobte Neuerungen wie das 365-Euro-Ticket. Gleichzeitig mahnte er aber auch an, den Landkreis-Rest in puncto Preis- und Liniengestaltung nicht aus den Augen zu verlieren. Interessiert wurde in die Nachbarstadt Tübingen geblickt: Der kostenlose Tü-Bus am Samstag hat an diesem Wochentag eine Fahrgaststeigerung von 30 Prozent gebracht. Im Zusammenhang mit dem kostenlosen Tü-Bus und dem 365-Euro-Ticket wurde aber auch angemahnt, dass hierfür eine gesicherte Finanzierung her muss.