Kommunalwahl Lichtenstein: Verluste bei den Grünen – FWV stärkste Kraft

Gute Laune bei der Auszählung in Lichtenstein.
Jürgen Herdin„Keine besonderen Vorkommnisse“ beschied uns am Montagnachmittag Claudia Prill, die Lichtensteiner Wahlleiterin. Ins Bauamt unter dem Dach des Rathauses Unterhausen hatten sich am Montagnachmittag die Leute – der insgesamt drei Schichten – begeben, die dort die letzten Wahlzettel auszählten. Sie waren im Stimmbezirk Echaz-Kindergarten zusammengekommen. Und die 100 Helferinnen und Helfer hatten erneut reichlich zu tun. Hat Lichtenstein doch mit Unterhausen und Honau im Echazal, sowie mit Holzelfingen auf der Alb drei Teilorte.
Da kamen bei 3980 Menschen, die sich an der Gemeinderatswahl beteiligt hatten, nach Abzug von 219 ungültigen Stimmzetteln immerhin 57.236 gültige Stimmen zustande. Schließlich hatten die Lichtensteiner auch für die Zusammensetzung der beiden Ortschaftsräte von Holzelfingen und Honau zu sorgen. Und obwohl bekanntlich im Kandidatenfeld bunt gemischt werden darf, also kumuliert und panaschiert, „war die Zahl der ungültigen Wahldokumente wieder sehr gering“, so Claudia Prill – die Ausfallquote lag bei 5,5 Prozent.
Die erste Schicht der insgesamt 100 Wahlhelfer – Gemeindebedienstete samt einigen Ehrenamtlichen – war am Sonntag um 7.15 Uhr angetreten; am späten Montagnachmittag konnten sich die letzten auf den Heimweg machen. Zwischenzeitlich hatte sich ein Caterer, verriet Pressesprecher Kai Bitz, mit seinen leckeren Buffets einen guten Namen im Umfeld gemacht.
Freie Wähler auch in Lichtenstein erfolgreich
Im Laufe des Montags standen die Ergebnisse dann nach und nach fest. Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Freien Wählern und der CDU-Bürgerliste: Zur Mittagszeit trennte die beiden Fraktionen gerade mal ein Prozent der ausgezählten Stimmen. Wenige Stunden später stand das Gesamtergebnis und damit auch die stärkste Kraft im neuen Lichtensteiner Gremium fest: die FWV. Mit 36,09 Prozent aller Stimmen setzten sich auch hier die Freien Wähler durch, die auch kreisweit erfolgreich waren.
Ebenfalls sieben Sitze (wenn auch etwas weniger Stimmen) fuhr die CDU-Bürgerliste Lichtensteins ein. Mit 32,64 Prozent aller Stimmen schaffte es die Fraktion auf den zweiten Platz hinter den Freien Wählern. Besonders erfreuen dürfte die Kommunalpolitiker aber, dass sie im Vergleich zu 2019 etwas mehr als 5 Prozentpunkte hinzugewonnen haben. Die SPD ergatterte nur noch vier Sitze und verlor damit einen Platz im Lichtensteiner Gremium: 17,76 Prozent entfielen noch auf die Sozialdemokraten.
Susanne Kromer verliert knapp 700 Stimmen
Noch schwerer hat es die Offene Grüne Liste getroffen: Sie schrumpft von fünf Sitzen auf gerade mal drei Sitze. Auch in Lichtenstein zeichneten sich damit Trends ab, die Sonntagabend bereits bei den Europawahlen zu beobachten waren. Mit noch 13,52 Prozent der Stimmen ging die Fraktion als Verliererin der Wahlen hervor. Fast alle der bisherigen Räte fallen nun weg. Die Lichtensteiner Grünen stellen sich deswegen künftig neu auf: Nur Susanne Kromer, die zuvor bereits im Gemeinderat saß, ist wieder vertreten – wenngleich auch sie knapp 700 Stimmen im Vergleich zu 2019 verloren hat.