Ein über das Bundeskriminalamt eingegangener Hinweis aus den USA hatte die hiesigen Ermittler auf die Spur des bislang polizeilich nicht bekannten Verdächtigen geführt. Mit einem von der Staatsanwaltschaft Tübingen erwirkten richterlichen Beschluss durchsuchte die Polizei im Juni die Wohnung des Verdächtigen, wo sie elektronische Datenträger mit kinderpornografischen Inhalten sicherstellten.

55-Jährige hat wohl selbst Kinder missbraucht

Als sich bei der Auswertung der Dateien und den darauf aufbauenden, akribischen Ermittlungen der dringende Verdacht ergab, dass der 55-Jährige mutmaßlich selbst Kinder sexuell missbraucht hatte, erwirkte die Staatsanwaltschaft Tübingen einen Haftbefehl gegen den Beschuldigten, der Mitte August vollstreckt wurde. Seither befindet sich der Mann in Untersuchungshaft.

Nürtingen/Geislingen

Im Rahmen der Festnahme stellten die Ermittler bei ihm erneut Datenträger mit kinderpornografischen Inhalten sicher, die sich der 55-jährige Deutsche nach der ersten Wohnungsdurchsuchung aufs Neue angeeignet hatte.
Eine Ermittlungsgruppe mit in der Spitze bis zu zwölf Beamtinnen und Beamten arbeitete in der Folge mehrere Wochen mit Hochdruck an der weiteren Auswertung des beschlagnahmten Datenmaterials und der Aufklärung der Straftaten. Dabei wurde auch das persönliche Umfeld des Verdächtigen intensiv beleuchtet.

Ehrenamtliche Arbeit in Vereinen und der Jugendarbeit

Aufgrund der hierbei erzielten Ermittlungsergebnisse wird dem Beschuldigten nach jetzigen Erkenntnissen vorgeworfen, in einem sich teilweise über Jahre hinweg erstreckenden Zeitraum mehrere zur jeweiligen Tatzeit zwischen neun und 14 Jahre alte Kinder missbraucht zu haben. Außerdem soll er mehrere Kinder abgelichtet haben und die als kinderpornografisch einzustufenden Bilder teilweise auch verbreitet haben. Den Kontakt zu den Opfern hatte der Beschuldigte offenbar im Rahmen von ehrenamtlichen Aktivitäten in der Jugendarbeit und Vereinen angebahnt.