Kicken für den guten Zweck: Fußballturnier in Eningen unterstützt Kinderhospiz

In Eningen wird es im Oktober ein Fußballturnier für Mädchen und Jungen geben. (Symbolfoto)
Federico Gambarini/dpaNoch im Frühsommer hatte Karl Soland eine Idee: ein Fußballturnier für junge Menschen, direkt hier in Eningen, wo er Integrationsmanager ist. Das Turnier sollte zur Begegnungsstätte werden, für diejenigen, die hierher flüchten mussten und diejenigen, die schon immer hier gewohnt haben. Aus einer Idee wurde jetzt, einige Wochen später, Realität: Am Sonntag, 6. Oktober 2024, findet Eningens erstes Charity-Turnier statt, und Karl Soland könnte nicht glücklicher darüber sein.
Mit seiner Kollegin Scheyda Karasu, der Integrationsbeauftragten der Gemeinde, hat Soland alles Nötige auf die Beine gestellt. Das Kunststück gelang den beiden bereits im Jugendhaus Kult'19, wo Soland zusammen mit Tanzlehrerin Ilona Berth Bachata und Salsa unterrichtete. Es war eines von vielen Angeboten der Gemeinde, die Geflüchtete mit Einheimischen zusammenbringen sollen. Und jetzt folgt das Fußballturnier im Oktober, wofür Bürgermeister Eric Sindek die Schirmherrschaft übernommen hat.
Die Spiele finden auf Rasen statt
Karl Soland hat eigentlich wenig mit Fußball am Hut, einer seiner Freunde, Fatih Sarac, ist aber Jugendtrainer beim VfL Pfullingen. „Und der hat mir erklärt, dass man als Team bei solchen Turnieren manchmal eine Startgebühr bezahlt“, sagt Soland im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE. Eine Startgebühr habe ihm und dem VfL Pfullingen jedoch nicht zugesagt: Was, wenn jemandem das Geld hierfür fehlen würde? „Deswegen wollen wir keins. Jeder soll bei dem Turnier teilnehmen können, auch ohne Geld.“
Was man zur Anmeldung wissen muss
Mitspielen dürfen Kinder von 7 bis 12 Jahren, was also den Jahrgängen 2012 bis 2017 entspricht. Maximal 16 Teams können teilnehmen. Gespielt wird ab 10 Uhr im Kleinfeldformat auf dem Rasen bei der Günther-Zeller-Sporthalle in Eningen. Ein Match dauert 15 Minuten. Getränke und Kleingebäck gibt es vor Ort, die Erlöse gehen an das Kinder- und Jugendhospiz in Reutlingen.
Anmelden kann man sich bis zum 22. September per Mail an integrationsmanagement@eningen.net oder telefonisch bei Karl Soland unter der Mobilnummer 015253805818.
Teilnehmen können maximal 16 Teams, gespielt wird für 15 Minuten im Kleinfeldformat auf Rasen, direkt neben der Günther-Zeller-Sporthalle in Eningen. Es wird also kein Hallenturnier. „Dort hätten nur insgesamt 200 Leute zum Zuschauen reingepasst“, schildert Soland. Also habe man gleich auf Rasen spielen wollen. Und sollte es typisches Oktoberwetter geben, könne man immer noch auf den nahegelegenen Gummiboden ausweichen.
Anmelden können sich Kinder der Jahrgänge 2012 bis 2017, Anmeldeschluss ist der 22. September. Die Einnahmen des Turniers werden an das Kinder- und Jugendhospiz in Reutlingen gespendet. Eigentlich, das weiß auch Soland, hat Eningen mit dem Hospiz Veronika ein „eigenes“. „Aber bei dem Turnier spielen Kinder, deswegen wollten wir den Erlös auch Kindern und Jugendlichen zugutekommen lassen“, erklärt Eningens Integrationsmanager.
Zu gewinnen gibt es für die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie gewohnt Pokale, doch das Eninger Integrationsteam hat sich darüber hinaus etwas einfallen lassen: Es gibt einen besonderen Fairnesspokal. „Unsere Befürchtung war, dass manche Kinder das Turnier vielleicht zu ernst nehmen und das faire Spiel vernachlässigt wird“, erläutert Soland.
Der Fairnesspokal solle aber auch ein bisschen als Ausgleich für potenziell schwächere Teams dienen, die vielleicht noch nie Fußball gespielt haben und sich einfach für einen netten Kick bei dem Turnier anmelden möchten. Übergeben werden die Preise von Dr. Barbara Dürr in Stellvertretung für Bürgermeister Sindek, der an dem Termin verhindert sein wird.
„Es wäre schön, wenn es zur Tradition werden könnte“
Obendrauf gibt es im Übrigen für alle Mannschaften Medaillen – egal, auf welchem Platz sie landen. „Ich hoffe, dass wir mit dem Turnier wieder eine Begegnungsstätte für Kinder mit Migrationshintergrund schaffen“, blickt Soland voraus, „dass sie einen Platz bekommen und sich mit den Medaillen wichtig und gesehen fühlen dürfen“. Das gelte aber natürlich für alle Kinder, die an dem Turnier teilnehmen: „Die Medaillen bedeuten Wertschätzung.“
Zwar findet das Turnier in dieser Form zum ersten Mal statt, das Eninger Integrationsteam kann sich aber vorstellen, dass daraus eine jährliche Sache wird. „Die Idee an sich war als einmalige Sache gedacht“, erklärt Karl Soland. „Aber es wäre schön, wenn es zur Tradition werden könnte.“

