Jahresrückblick Pfullingen 2025
: Ein „neuer“ Ort für Kleinkunst und Musik

Die Planung der Regional-Stadtbahn erhitzt weiterhin die Gemüter. Die Stadt erweitert ihre Rathauslandschaft und der „Lieblingsort“  Laiblin-Pavillon wurde restauriert.
Von
Jürgen Herdin
Pfullingen
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Pavillon Villa Laiblin Pfullingen

Über 800 spendable Menschen schoben das Sanierungs-Projekt Laiblin-Pavillon an. Er steht im Süden der Stadt im Garten der Villa des großen Mäzens aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Jürgen Herdin
  • Restaurierung des Laiblin-Pavillons in Pfullingen abgeschlossen – neuer Ort für Kultur und Begegnung.
  • Diskussion zur Regional-Stadtbahn: Gemeinderat beschließt Streckenführung östlich der Innenstadt.
  • Städtepartnerschaft Pfullingen-Passy feiert 40-jähriges Bestehen mit zahlreichen Begegnungen.
  • Einführung der „Pfulbencard“ als digitales Zahlungsmittel in Pfullingen – online aufladbar.
  • 14-Millionen-Euro-Investition in den Rathaus-Ausbau für Pfullingens wachsende Verwaltungsaufgaben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ganz im Zeichen oft hitziger Debatten und öffentlicher, persönlicher Attacken stand die Diskussion über die Streckenführung der künftigen Regional-Stadtbahn. Die kommt wahrscheinlich nicht vor 2035. Und immer noch steht nicht fest, ob die Züge der modernen Tram östlich an der City vorbeigeführt werden oder die Bahn mitten durch die Innenstadt fahren soll. Die fünf Haltestationen dieser Variante wären in der Nähe von Geschäften, Schulen, Kirchen, nahe dem Kulturhaus und direkt vor dem Freibad.

Der Schienenweg „Alte Bahntrasse“ führt vom Südbahnhof aus kommend am Stadtkern vorbei. Und dafür entschied sich der Gemeinderat Ende November. Doch das Ringen geht vermutlich in eine zweite Runde. Ein Referendum soll es richten. Eine Interessengemeinschaft sammelt derzeit Unterschriften für die Ermöglichung eines Bürgerentscheids. Die IG will auf diese Weise doch noch eine Mehrheit für die City-Trasse erreichen.

40 Jahre Pfullingen-Passy: Feier der Städtepartnerschaft

Fröhlich und harmonisch hingegen verliefen die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Partnerschaft mit Passy nahe Chamonix. Bürgermeister Stefan Wörner und Raphaël Castéra versprachen sich, die freundschaftlichen Beziehungen noch weiter zu vertiefen. So steht’s auf dem Papier. Tatsächlich jedoch haben schon vor Jahrzehnten die Menschen in beiden Städten, fast ohne städtisches Zutun, hunderte Freundschaften geknüpft. Die Frequenz gegenseitiger Besuche ist hoch, vor allem auf schulischer und auf Vereinsebene.​

Sein erbärmlicher Zustand schrie geradezu nach Sanierung: Der Pavillon im Laiblinspark aus dem Jahr 1911/1912 ist der einzige aus Stein – und der einzig erhaltene von mindestens fünf Gartenhäuschen. Er soll wieder ein „Lieblingsort“ werden. Heuer wurde er auf behutsame Weise restauriert und im November wiedereröffnet. Sein Drumherum soll künftig ein Ort für Kleinkunst, Musik, Lesungen, Ausstellungen und Begegnungen zu sein. Denn drinnen ist kaum mehr Platz als in gefühlt drei Telefonzellen.

Den „Pfulben“ gibt’s digital

Es ist architektonisch ein Mix aus Allerlei – mit etwas fernöstlichem Einschlag und einer Kuppel. Er gehörte dem großen Mäzen der Stadt, Louis Laiblin (1861 bis 1927). Der hatte stets viel Prominenz zu Gast. Auch den Literatur-Nobelpreisträger Hermann Hesse führte er durch seinen Garten mit den Pavillons. Über 800 Spenderinnen und Spender hatten auf Initiative des Geschichtsvereins das Sanierungs-Projekt mit 35.500 Euro angeschoben. Die Stadt gab 136.500 Euro obendrauf.

Eine andere Pfullinger Besonderheit wurde unlängst digital aufgepeppt: Der „Pfulben“, die Pfullinger „Sonderwährung“, benannt nach dem Stadtwappen, gibt es jetzt auch im Scheckkarten-Format. Die „Pfulbencard“, mit der in den Geschäften der Stadt bezahlt werden kann, lässt sich online aufladen. Das Motto der Macher dürfte Werktätige womöglich freuen: „Belohnen Sie als Arbeitgeber ihre Mitarbeitenden mit der neuen Pfulbencard“, heißt es vonseiten der Stadt. Ob diese dabei mutig vorangehen wird?

14 Millionen für das Rathaus

Das tut sie jedenfalls in Sachen Rathaus-Ausbau. Und dabei geht es um ganz andere Geldbeträge. Für das Ergänzungsgebäude westlich des Rathauses II investiert die Stadt rund 14 Millionen Euro, acht für den Neubau, weitere sechs Millionen für die Sanierung des Bestandsgebäudes. Bereits mehr als 4,2 Millionen Euro dafür bekam die Stadt inzwischen vom Land. Keine Frage: Auch in Stuttgart weiß man, dass Pfullingen bald mehr als 20.000 Einwohner haben wird. Die Echaztal-Kommune könnte dann Große Kreisstadt werden – mit dann sehr vielen neuen Aufgaben, Zuständigkeiten und Herausforderungen. Mit Blick darauf hat die Stadt schon lange im Vorfeld seine Verwaltungsstrukturen neu geordnet und optimiert. Und aus dem Bürgermeister würde in einer Großen Kreisstadt ein Oberbürgermeister.