Infrastruktur-Fördermittel: 66,3 Millionen Euro vom Bund: Dafür gibt Reutlingen dieses Geld aus

Dringend sanierungsbedürftig ist das Spitalhofgebäude des Friedrich-List-Gymnasiums in der Reutlinger Innenstadt.
Thomas de Marco- Reutlingen erhält 66,3 Millionen Euro über zwölf Jahre – Schwerpunkt Bildungssanierungen.
- Rund 57 Millionen Euro fließen in Schulen und Kitas, teils mit Mensa-Neubauten.
- Großprojekt am Friedrich-List-Gymnasium startet wieder: 19 Millionen Euro für Sanierung und Teilneubau.
- Weitere Projekte: Eduard-Spranger-Schule, Schillerschule, Grundschule Mittelstadt und mehrere Kitas.
- Verkehr und Freizeit: Brücke Stuttgarter Straße, Tunnel Rommelsbacher Straße, Kunstrasen und Stadtgarten-Spielplatz.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ende des vergangenen Jahres hat die Stadt Reutlingen erfahren, dass sie durch das Länder- und Kommunalinfrastruktur-Finanzierungsgesetz (LuKIFG) 66,3 Millionen Euro vom Bund erhält. Die Zuschüsse aus dem Sondervermögen für Infrastruktur werden auf zwölf Jahre verteilt. Wie diese Mittel verwendet werden, das ist vor Kurzem im Bauausschuss des Gemeinderats öffentlich gemacht worden. Bei weitem das meiste Geld, rund 57 Millionen Euro, wird für die Sanierung von Schulen und Kindertagesstätten ausgegeben.
Der größte Betrag wird in die Sanierung des Spitalhofgebäudes des Friedrich-List-Gymnasiums gesteckt: Für 19 Millionen Euro wird das wegen Geldmangels gestoppte Großprojekt wieder aufgenommen. Schimmelbefall im Keller, veraltete Anlagentechnik, schlechte Fluchtwege und Mängel im Brandschutz unterstreichen den hohen Sanierungsbedarf. Zudem sind ein Teilabriss mit Neubau geplant.
Der Zeitplan für die Schul-Sanierungen ist noch nicht bekannt
Gleich zwei Projekte werden in der Eduard-Spranger-Schule umgesetzt: Für 9,9 Millionen Euro wird die Grundschule hin zur Vierzügigkeit erweitert. Vorher steht dort im Ringelbachgebiet aber die Erweiterung der Mensa für 5,1 Millionen Euro an. Damit wird dem Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung Rechnung getragen.
Ebenfalls zwei Maßnahmen sind für die Schillerschule in Orschel-Hagen vorgesehen: Zum einen wird die veraltete Elektroinstallation komplett saniert, was laut Gebäudemanagerin Kathrin Berger einer Generalsanierung entspreche. Dafür sind 5,3 Millionen Euro vorgesehen. Der Neubau einer Mensa in der Schillerschule wird durch den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung notwendig. Für den sind 4 Millionen Euro eingeplant.
Auch in einer weiteren Bezirksgemeinde muss auf den Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung reagiert werden: Die Grundschule Mittelstadt erhält einen Mensa-Neubau, für den 4,5 Millionen Euro eingeplant werden. Der könnte als Mittelbau die bestehenden beiden Gebäude verbinden.
Dringenden Sanierungsbedarf haben die Sanitärbereiche von Kitas und Schulen. Deshalb sollen in möglichst allen Stadtbezirken in diesem und dem nächsten Jahr 4,5 Millionen Euro in Toiletten und Waschbereiche investiert werden. Ein kompletter Zeitplan für die Schul-Sanierungen ist noch nicht veröffentlicht worden.
Die Kindertagesstätte Sondelfingen braucht mehr Räumlichkeiten, weshalb das Gebäude aufgestockt werden soll. Zudem müssen Heizung, Lüftung und Sanitärbereiche saniert werden. Beide Maßnahmen sollen zusammen 2 Millionen Euro kosten.
Bei der Kindertagesstätte Mauerstraße in Reutlingen steht eine Generalsanierung an. Auch hier sind Heizung, Lüftung, Sanitär sowie Elektroinstallationen sehr marode. Dafür veranschlagt das Gebäudemanagement 1,5 Millionen Euro.
Auch die Kindertagesstätte Hasenbergstraße im Stadtbezirk Ohmenhausen hat Sanierungsbedarf. Die Mängel sind vergleichbar mit denen in der Mauerstraße: Heizung, Lüftung und Sanitär sowie Elektrik und Gebäudehülle. Dafür werden 1,5 Millionen Euro angesetzt.
Auch das Tiefbauamt bekommt etwas vom Infrastruktur-Geldsegen ab: Die Brücke der Stuttgarter Straße über die Bahngleise wird für 4 Millionen Euro saniert. Das Bauwerk aus den 1970er-Jahren ist aus Spannbeton. Wie bei der eingestürzten Carola-Brücke in Dresden und der B312-Brücke über das Aichtal wurde seinerzeit kritischer Spannstahl verbaut. Die Zustandsnote 3,2 signalisiert einen schlechten Zustand und einen kurzfristigen Instandsetzungsbedarf, erklärt Tiefbauamtsleiter Frank Bader. Ein Ausfall hätte eine Sperrung der Bahnstrecke und auch der Stuttgarter Straße zur Folge.
Drei Kunstrasenspielfelder haben laut Bader das Ende ihrer Nutzungszeit erreicht: Sowohl in Ofterdingen als auch in Betzingen und Sondelfingen wurden die Teppiche zwischen 2006 und 2009 verlegt. Mittlerweile reißen die Nähte, Löcher entstehen, Rillen werden in den abgespielten Teppichen sichtbar. Damit wieder sicher gespielt werden kann, erneuert die Stadt diese Spielfelder für insgesamt 890.000 Euro innerhalb der nächsten zwei Jahre.
Ein Tunnel muss dringend saniert werden
Im Tunnel Rommelsbacher Straße weisen sowohl das Nord- als auch das Südportal Schäden auf. Wenn die Abdeckungen der dortigen Torkanäle versagen, droht eine Vollsperrung des Tunnels in beiden Fahrtrichtungen. Die Rommelsbacher Straße ist eine zentrale Haupterschließungsstraße zwischen der Stadtmitte und der Bundesstraße B464, die zur B27 Richtung Stuttgart führt. Entsprechend dringend sei die Sanierung der Torkanäle, die rund 450.000 Euro kosten dürfte.
Der Kinderspielplatz im Stadtgarten ist einer der wichtigsten Spielplätze in der Kernstadt. Seine Spielgeräte, die ihre Nutzungsdauer von 25 Jahren überschritten haben, müssen mit jährlich steigendem Reparaturaufwand instandgehalten werden. Dafür steigen die Aufwendungen im städtischen Haushalt, ohne Sanierung müssten Teile des Spielplatzes zurückgebaut oder entfernt werden. Deshalb investiert die Stadt hier 250.000 Euro aus den Mitteln des Bundes-Infrastrukturprogramms.
So wurde das Gesetz beschlossen
Der Bundestag hat am 9. Oktober nach halbstündiger Debatte das Länder- und Kommunal-Infrastrukturgesetz (LuKIFG) beschlossen. Es soll die Voraussetzungen dafür schaffen, dass von den 500 Milliarden Euro an neuen Schulden, die der Bund im Rahmen des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaschutz (SVIK) aufnehmen darf, 100 Milliarden Euro an die Länder fließen. Für den Gesetzentwurf stimmten CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Die AfD stimmte dagegen, die Linksfraktion enthielt sich.
