Hochschule in Reutlingen: 10 Millionen Euro für Forschungsprojekte

Prof. Dr. Ralf Kemkemer (links) und Prof. Dr. Ebru Ercan Herbst (rechts) mit dem B.I.T. Lab-Team an der Hochschule Reutlingen.
Hochschule Reutlingen- Hochschule Reutlingen meldet 2025 ihr erfolgreichstes Forschungsjahr mit >10 Mio. Euro Drittmitteln.
- Zusätzlich wurden 2,64 Mio. Euro für Geräte und Forschungsinfrastruktur eingeworben.
- Bewertung durch Gutachtergruppe: Publikationen, Patente und Promotionen fließen ebenfalls ein.
- Forschungsschwerpunkte reichen von KI und Digitalisierung bis Biomedizin, Energie und Materialien.
- Beispiele: EU-Projekt „Strep“ zur Textilkreislaufwirtschaft – B.I.T.-Lab mit 2,3 Mio. Euro Förderung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Hochschule Reutlingen hat 2025 das erfolgreichste Forschungsjahr ihrer Geschichte verzeichnet. Erstmals flossen mehr als 10 Millionen Euro an Drittmitteln in Forschungsprojekte, wie die Hochschule selbst nun in einer Mitteilung bekannt gibt. Darüber hinaus wurden weitere 2,64 Millionen Euro für die Anschaffung wissenschaftlicher Geräte und den Ausbau der Forschungsinfrastruktur eingeworben. „Damit festigt die Hochschule ihre Position als eine der forschungsstärksten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg“, so die Hochschule.
Dies bestätigt die Gutachtergruppe, die jedes Jahr die Forschungsleistungen der 24 forschenden Hochschulen für angewandte Wissenschaften im Zuständigkeitsbereich des Wissenschaftsministeriums des Landes Baden-Württemberg prüft. Neben den eingeworbenen Drittmitteln fließen auch die Anzahl wissenschaftlicher Publikationen, Patentanmeldungen und Promotionen in die Bewertung ein.
„Unsere Forschungszahlen machen deutlich, welche Innovationskraft bei uns vorhanden ist“, wird Prof. Dr. Stephan Seiter, Vizepräsident für Forschung und Transfer an der Hochschule Reutlingen, in der Pressemitteilung zitiert. „Dabei bleiben wir dem treu, was wir als Hochschule für angewandte Wissenschaften am besten können: anwendungsorientierte und praxisnahe Forschung für und mit Unternehmen, eng verzahnt mit der Lehre und zu Themen, die uns alle angehen.“
KI, Digitalisierung, Biomedizin, Energie und mehr
Dabei decken die Forschungsaktivitäten der Hochschule ein breites Themenspektrum ab – von Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung und Biomedizin bis hin zu Energie, innovativen Materialien und nachhaltigem Wirtschaften. Mehr als 140 wissenschaftliche Mitarbeitende arbeiten gemeinsam mit Professorinnen und Professoren derzeit an knapp 120 Forschungsprojekten.
Wie vielfältig diese Forschung ist, zeigen beispielhaft zwei der im vergangenen Jahr bewilligten Projekte: Im europäischen Verbundprojekt „Strep“ (Streamlined Textile Waste Streams for Recycling Optimization) forscht die Texoversum Fakultät Textil gemeinsam mit zwölf Partnern an Lösungen für eine funktionierende textile Kreislaufwirtschaft. Während Sensorik, Künstliche Intelligenz und neue Recyclingverfahren die Wiederverwertung von Textilien verbessern sollen, entstehen im Team von Prof. Dr. Katerina Rose eine Materialdatenbank sowie Fertigungsrichtlinien, die Hersteller dabei unterstützen, Textilien von Beginn an kreislauffähig zu entwickeln.
Humanes in-vitro-Modell der Blut-Hirn-Schranke
Einen ganz anderen Forschungsschwerpunkt setzt das B.I.T.-Lab der Fakultät Life Sciences: Mit einer Förderung von mehr als 2,3 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt entsteht hier ein Forschungsraum für biomedizinische Innovationen und Transfer (B.I.T.). Dieser soll aktuelle Forschung mit modernster Geräteinfrastruktur und der Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses verbinden.
„Dazu gehören fachspezifische Schulungen ebenso wie die Vermittlung fachübergreifender Skills wie ethische Themen, Forschungsdatenmanagement, Technologietransfer und Wissenschaftskommunikation. Wir wollen die jungen Forschenden optimal auf ihre Zukunft vorbereiten – sei es an einer Hochschule oder in der Wirtschaft“, sagt Prof. Dr. Ralf Kemkemer, Leiter des Forschungsraums. Ein Beispiel für die Forschungsaktivitäten im B.I.T.-Lab ist das Projekt von Prof. Dr. Dr. habil. Isabel Burghardt und Prof. Dr. Ebru Ercan Herbst. Ihr Team arbeitet an einem humanen in-vitro-Modell der sogenannten Blut-Hirn-Schranke, um Therapieansätze zur Behandlung bösartiger Gliome zu erforschen.
„Forschung ist für uns weit mehr als das Einwerben von Drittmitteln“, betont Seiter. „Dass wir dabei so erfolgreich sind wie nie zuvor, bestätigt unseren Weg.“
