Hindernislauf in Reutlingen: Mudmates kämpfen sich durch Matsch und Dunkelheit

Wer die Mudmates-Strecke auf dem Motocrossgelände des 1. RMC Reutlingen schafft, darf auch posieren.
Dimitri Drofitsch- Premiere in Reutlingen: 2400 Teilnehmende laufen den Hindernislauf „Mudmates“ auf dem RMC-Gelände.
- Teamfokus prägt die Strecke – Guides feuern an, Hindernisse erfordern oft gegenseitige Hilfe.
- Steilhang mit Seilen und eine 50-Meter-Röhre fordern die Läufer – Alternative ist Baumstammtragen.
- Varianten für Kids, Familien und inklusiv ergänzen Gerüstpyramide, Reifenrutsche und Wasserbecken.
- Orga lobt die Bedingungen: Aufbau bei trockenem Wetter, matschige Passagen werden am Lauftag bewässert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sandra und ihre vier Mitläuferinnen und Mitläufer halten sich an den Händen, erhöhen das Tempo ein letztes Mal und sprinten mit einem lauten „Wuhuu“ über die Ziellinie. Sie alle haben ein wenig Matsch und ein Lächeln im Gesicht. „Es war richtig anstrengend – und richtig cool“, sagt Sandra wenige Momente nach dem Zieleinlauf. Für die Unterensingerin war es der erste matschige Hindernislauf, „daher hat mir bei manchen Hindernissen sicher die richtige Matsch-Technik gefehlt“, sagt Sandra und lacht.
Welche Starterin und welcher Starter am Samstag die richtige Matsch-Technik hatte, lässt sich von außen nur schwer erkennen – letztlich sind die meisten T-Shirts dreckig, die meisten Gesichter mit einer dünnen (und manchmal dicken) Schlammschicht bedeckt. 2400 Teilnehmer haben bei der fünften Ausgabe der „Mudmates“ mitgemacht. Dass die Veranstalter von der evangelisch-methodistischen Kirche in Metzingen in diesem Jahr aus organisatorischen Gründen nach Reutlingen ausweichen mussten, könnte ein Glücksfall gewesen sein. „Wir haben gerade erst Halbzeit, aber bisher muss ich sagen: Das wird wohl das beste Mudmates, das wir bisher hatten“, sagt ein gut gelaunter Steffen Adolf am Samstagmittag.
Die Strecke als Team meistern
Adolf, Bernd Schwenkschuster, Marlin Schornick, Sabrina Rau vom Orga-Team und die etwa 150 ehrenamtlichen Helfer erhalten viel Lob von den Läufern. „Es war top organisiert. Überall auf der Strecke waren Guides postiert, die nicht nur den Weg gezeigt haben, sondern uns richtig angefeuert haben“, sagt Bernd. Er ist mit Robin, Jens und Tex für das Team „SV Ohmenhausen AH“ gestartet. Für sie war es der erste Mudmates-Run und der war „unbeschreiblich. Es ist ein richtiges Teamevent, man muss sich an vielen Hindernissen helfen.“
Genau das ist das Ziel der Mudmates-Macher: ein spezieller Hindernislauf, der den Zusammenhalt stärken und als Gruppe gemeistert werden soll. Also hätte man den Parcours auf der Motocrossstrecke gar nicht alleine schaffen können? „Doch, wenn man gut in Form ist“, sagt Robin aus der Ohmenhäuser Gruppe – und ergänzt mit Blick auf seinen Teamkameraden: „Aber guck' dir doch mal seinen Körper an.“
Nichts für Klaustrophobiker: 50 Meter lange Röhre als Endgegner
Das Motocrossgelände bietet den Mudmates-Machern viele Optionen. „Wir haben einige natürliche Hindernisse eingebaut, neben mehreren Hügeln auch den Steilhang“, sagt Adolf. Ja, der Steilhang. Der hat es in sich. Gut 50 Meter geht es auf matschigem Untergrund hinauf, die Starter müssen sich an Tauen hochziehen. Aber ob nach oben oder nach unten, jede und jeder hat unterschiedliche „Endgegner“.
Für Manu von „The Greatest Nobodys“ ist es die etwa 50 Meter lange „Unterführung“ – doch der Name verharmlost das Hindernis. In dieser Röhre „war es stockfinster, man hat nichts gesehen“, sagt Manu. Wie also hat er es trotz Klaustrophobie krabbelnd hindurch geschafft? „Augen zu und auf die Atmung konzentrieren. So hat's geklappt, aber es war heftig.“
Weil die Organisatoren um solche Ängste wissen, gab es eine Alternative. Teams konnten statt der „Unterführung“ gemeinsam einen Baumstamm über eine Strecke von 1,2 Kilometern tragen. „Letztlich ist vieles Kopfsache“, sagt Manus Teammitglied Fino. „Die Hügel knallen richtig rein. Und Respekt an die Organisatoren, die dieses Event auf die Beine gestellt haben.“
Varianten für Kinder, Familien und Menschen mit Behinderung
Das hört Adolf sicher gerne, zumal die vergangene Woche für alle Mudmates-Helfer anstrengend war. Gerüstpyramide, „Megabloc-Tower“, Reifenrutsche und mehrere Pools fanden sich auf unterschiedlichen Varianten der Strecke. „Wir möchten für alle etwas anbieten. Daher bieten wir einen Kidslauf, einen Lauf für Familien und wir ermöglichen einen inklusiven Mudmates-Lauf“, betont Steffen Adolf. Weil auch das Rahmenprogramm viel Unterhaltung bot, herrschte auf dem gesamten Gelände des 1. RMC Reutlingen eine super Stimmung.
Doch die breitesten Lächeln fand man eindeutig beim Start und beim Zieleinlauf. Das Team um Adolf schickte die Gruppen mit motivierenden oder lustigen Sprüchen ins Rennen. Ein Mann aus einer Vierermannschaft bekam vom Ansager zu hören: „Du sollst schon mal vorlaufen. Deine Frau sagt, du brauchst Vorsprung.“ Und im Ziel spielte es für die Gruppen keine Rolle, welche Zeit sie erreicht hatten. Aber natürlich darf man sich Ziele setzen. „Beim nächsten Mudmates-Lauf werde ich im Vorfeld definitiv mehr trainieren“, sagt Sandra aus Unterensingen. „Aber ich bin auf jeden Fall wieder dabei.“
Schlamm und Matsch: Gerne erst beim Lauf selbst
Während die ersten Starter um 9 Uhr noch bei frischen Temperaturen auf die Strecke gingen, war es am Samstagmittag bei bis zu 25 Grad ein sonniger Mudmates-Lauf auf dem Motocrossgelände des 1. RMC Reutlingen. Dass es in der Woche zuvor nicht geregnet hat, ist dabei kein Nachteil, wie Steffen Adolf vom Orga-Team betont. „Man denkt vielleicht, für einen Matsch-Hindernislauf braucht es Regen. Aber für uns ist es viel angenehmer, wenn wir die Strecke bei trockenen Bedingungen aufbauen können und die matschigen Passagen dann am Tag des Laufs bewässern.“











