Handwerkskammer Reutlingen
: Betriebe erhalten Hilfe, wenn Azubis ihre Lehre abbrechen wollen

Ab 2024 beteiligt sich die Handwerkskammer Reutlingen am Landesprogramm „Erfolgreich ausgebildet – Ausbildungsqualität sichern“.
Von
Maik Wilke
Reutlingen/Region
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Damit im Handwerk weniger Stellen unbesetzt bleiben, müssen sich Betriebe gut um ihre Auszubildenden kümmern. ⇥

Bodo Schackow

Ab 2024 beteiligt sich die Handwerkskammer Reutlingen am Landesprogramm „Erfolgreich ausgebildet – Ausbildungsqualität sichern“. Es bietet Beratung und Unterstützung für Auszubildende und Betriebe sowie Eltern und Lehrkräfte, wenn es in der Ausbildung Probleme gibt. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg stellt dafür 44 900 Euro bis Ende 2024 bereit. Damit sollen gefährdete Ausbildungsverhältnisse stabilisiert und die Zahl der Vertragslösungen verringert werden.

Oberstes Ziel: Fachkräfte sichern

„Um die Fachkräfte von morgen zu sichern, müssen wir die Ausbildungsverhältnisse von heute festigen. Seit 2015 konnten wir über 5900 Auszubildende und rund 550 Betriebe begleiten. Über 80 Prozent der Begleitungen waren erfolgreich. Das ist eine hervorragende Bilanz, denn wir kämpfen um jede Ausbildung“, erklärt Arbeits- und Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. „Ich freue mich sehr, dass unser flächendeckendes Angebot an Ausbildungsbegleiterinnen und -begleitern nun durch die Handwerkskammer Reutlingen verstärkt wird.“

Für kleine und mittlere Betriebe eine wichtige Hilfe

Durch die Ausbildungsbeleiterinnen und -begleiter des Wirtschaftsministeriums wurden landesweit bislang in über 2700 Informationsveranstaltungen, Seminaren und Workshops Tipps und Hilfen für Auszubildende, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie weitere für die Ausbildung verantwortliche Personen in den Betrieben gegeben. Außerdem unterstützt das Förderprogramm vor allem kleine und mittlere Betriebe dabei, die Qualität der Ausbildung stetig an neue Entwicklungen anzupassen und zu verbessern. „Wenn das Ende eines Ausbildungsverhältnisses unvermeidbar ist, führt dies nicht automatisch zu einem Ausbildungsabbruch. Oft kann in diesen Fällen die Ausbildung in einem anderen Betrieb oder einem anderen Beruf fortgesetzt werden“, betont die Ministerin.

Die bald 30 Ausbildungsbegleiter sind bei Trägern angesiedelt, die 30 Prozent der Projektkosten übernehmen. So auch die Handwerkskammer Reutlingen. Daneben finanziert das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus die Koordinierungsstelle von „Erfolgreich ausgebildet“, die bei der Beratungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Handwerk und Mittelstand (BWHM GmbH) ansässig ist. In den Jahren 2023 und 2024 stellt das Wirtschaftsministerium hierfür insgesamt über zwei Millionen Euro zur Verfügung.

Im Gebiet der Handwerkskammer Reutlingen, zu dem die Landkreise Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und Zollernalb zählen, blieben in den vergangenen Jahren viele Lehrstellen unbesetzt. Der große Bedarf an Nachwuchsfachkräften der Unternehmen war für die HWK Reutlingen der Anlass, sich über die bisherige Ausbildungsberatung hinaus zu engagieren und sich dem Landesprogramm anzuschließen.

Lob von Manuel Hailfinger

In der Region gibt es mit der Handwerkskammer nun – neben der Industrie- und Handelskammer Reutlingen – eine zweite Anlaufstelle des Landesförderprogramms „Erfolgreich ausgebildet – Ausbildungsqualität sichern“. Auch Manuel Hailfinger, Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Hechingen-Münsingen und Sprecher für Arbeit, Integration, Jugend, Naturschutz und Sport der CDU-Landtagsfraktion, kommentiert die Förderung. „Dadurch ist nun in größerem Umfang als bisher die Ausbildungsberatung möglich, um abbruchgefährdete Ausbildungsverhältnisse zu erhalten. Vor allem kleine und mittlere Betriebe können bedarfsgerecht durch übergreifende und individuelle Maßnahmen unterstützt werden, sodass eine hohe Ausbildungsqualität sichergestellt wird.“