Feuerwehreinsatz in Reutlingen: Wohnhaus in der Altstadt nach Dachstuhlbrand unbewohnbar

Die Gebäude Kanzleistraße 25 und 27 in Reutlingen sind in der Nacht auf Sonntag ausgebrannt und laut Informationen unserer Zeitung einsturzgefährdet.
Eibner/Dimitri Drofitsch- Dachstuhlbrand in der Reutlinger Altstadt: Ein Wohnhaus wurde in der Nacht schwer beschädigt.
- Passanten meldeten gegen 1.50 Uhr Flammen, bei Eintreffen stand der Dachstuhl in Vollbrand.
- Feuer griff auf ein angebautes Nachbarhaus über – alle Bewohner kamen rechtzeitig ins Freie.
- Rund 110 Feuerwehrleute mit 24 Fahrzeugen kämpften in enger Altstadt, Nachlöscharbeiten dauern an.
- Wohnhaus ist vorerst unbewohnbar, Ursache unklar – Schaden laut Polizei etwa 250.000 Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Reutlinger Stadtfest war zwar bereits zu Ende, doch in den Gassen und auf den Plätzen der Altstadt hielten sich noch tausende Feierende auf, als in der Nacht zum Sonntag Flammen aus dem Dach eines Gebäudes in der Kanzleistraße schlugen. Nach Angaben der Polizei bemerkten Passanten gegen 1.50 Uhr die Flammen und alarmierten die Einsatzkräfte.
Als die Feuerwehr eintraf, stand der Dachstuhl des dreistöckigen Wohnhauses bereits in Vollbrand. Das Feuer griff zudem auf ein direkt angebautes Nachbargebäude über. Die fünf Bewohner des Hauses im Alter zwischen 23 und 61 Jahren konnten sich rechtzeitig ins Freie retten und blieben unverletzt. Auch die beiden 58- und 61-jährigen Bewohnerinnen des Nachbarhauses wurden rechtzeitig gewarnt und konnten das Gebäude verlassen.
Mehr als 100 Einsatzkräfte und Drohne der Bosch-Werkfeuerwehr
Der Einsatz gestaltete sich wegen der engen Bebauung in der Altstadt besonders schwierig. Rund 110 Feuerwehrleute mit 24 Fahrzeugen waren vor Ort, unterstützt vom Rettungsdienst und der Polizei. Rund um die Kanzleistraße und die Oberamteistraße hielten sich noch zahlreiche Menschen auf. Damit die Einsatzfahrzeuge die Brandstelle schnell erreichen konnten, sorgten Sicherheitskräfte und Gastronomen rasch dafür, dass die Bereiche rund um die Einsatzstelle geräumt wurden.
Mehrere Wirte griffen selbst zu Besen und beseitigten Scherben und andere Hinterlassenschaften der Festbesucher, um den Einsatzkräften den Zugang zur Brandstelle zu erleichtern. Die Feuerwehr bildete zwei Einsatzabschnitte und bekämpfte den Brand gleichzeitig von der Kanzleistraße und von der Museumstraße aus. Drei Drehleitern kamen zum Einsatz. Unterstützung erhielt die Einsatzleitung durch die Drohne der Werkfeuerwehr Bosch, die die Lage aus der Luft überwachte.
Straße abgesperrt, Häuser einsturzgefährdet
Zwar gelang es den Einsatzkräften, die Flammen schnell einzudämmen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Arbeit war damit jedoch noch nicht beendet. Bis in die Morgenstunden mussten immer wieder versteckte Glutnester aufgespürt, freigelegt und abgelöscht werden, um ein erneutes Aufflammen des Feuers auszuschließen.
Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde über die Warn-App NINA eine Bevölkerungswarnung ausgelöst. Die Anwohnerinnen und Anwohner der Altstadt wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch Stunden nach dem Feuer ist vor den Häusern ein starker Rauchgeruch wahrnehmbar. Die Polizei hat die Kanzleistraße weiterhin abgesperrt.
Das betroffene Wohnhaus ist vorerst nicht mehr bewohnbar und laut Informationen unserer Zeitung einsturzgefährdet. Die Bewohner kommen zunächst bei Angehörigen unter. Während des Einsatzes musste ein Feuerwehrmann wegen Kreislaufproblemen medizinisch versorgt werden.
Die Brandursache ist noch unklar. Spezialisten der Kriminaltechnik haben die Ermittlungen aufgenommen. Den entstandenen Schaden schätzt die Polizei auf rund 250.000 Euro.

Diese Drohnenaufnahme zeigt das Ausmaß des Schadens.
Stadt ReutlingenBürgermeister vor Ort
Neben der Berufsfeuerwehr waren die Abteilungen Stadtmitte, Betzingen, Sondelfingen und Oferdingen der Freiwilligen Feuerwehr Reutlingen im Einsatz. Unterstützung kam zudem aus Pfullingen: Die dortige Feuerwehr besetzte während des Großeinsatzes die Feuerwache Reutlingen mit ihrer Drehleiter und gewährleistete damit die Einsatzbereitschaft für weitere Notfälle im Stadtgebiet.
Oberbürgermeister Thomas Keck und Finanzbürgermeister Roland Wintzen waren ebenfalls an der Einsatzstelle, um sich über die Lage zu informieren und sich mit den Verantwortlichen vor Ort auszutauschen. „Dass bei einem Brand dieser Größenordnung niemand verletzt wurde, ist vor allem dem schnellen und professionellen Handeln der Einsatzkräfte zu verdanken. Mein Dank gilt allen Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei, die in dieser Nacht mit großer Umsicht und hohem Engagement gearbeitet haben“, so Keck.

