Gebäude in Lichtenstein evakuiert
: Explosionsgefahr im Wohngebiet über mehrere Stunden

Die Feuerwehr Lichtenstein ist seit dem Vormittag im Einsatz, um eine brennende Acetylen-Gasflasche in der Kornbergstraße zu löschen. Anliegende Gebäude wurden evakuiert, die Holzelfinger Steige gesperrt. Am Nachmittag wurde die Flasche abtransportiert.
Von
Maik Wilke
Lichtenstein-Holzelfingen
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Acetylen Gasflasche Großeinsatz Feuerwehr Lichtenstein Holzelfingen

Aufgrund einer brennenden Gasflasche rückte die Feuerwehr Lichtenstein am Donnerstag, 26. Juni 2025, aus. Gebäude wurden evakuiert, die Holzelfinger Steige gesperrt.

Wolfram Auch/Kreisbrandmeister
  • Brennende Acetylenflasche in Lichtenstein sorgt für Explosionsgefahr, Einsatz seit 9:30 Uhr.
  • Gebäude im 200-Meter-Radius evakuiert, Römerstraße und Holzelfinger Steige gesperrt.
  • Feuerwehr versucht, Gas kontrolliert austreten zu lassen; Gefahr bleibt bestehen.
  • Bevölkerung per NINA-App gewarnt, Verkehr wird großräumig umgeleitet.
  • Einsatz dauert an, Experten hinzugezogen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Feuerwehr Lichtenstein ist seit dem frühen Donnerstagvormittag im Einsatz, um eine brennende Acetylen-Gasflasche in der Römerstraße zu löschen. Das bestätigen ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen und Feuerwehrkommandant Andreas Daum. Der Einsatz läuft seit 9.30 Uhr; am Mittag gegen 12.30 Uhr alarmierte die NINA-Warnapp die Bevölkerung. Die Warnmeldung wurde von der Feuerwehr Lichtenstein angefordert.

Die Gasflasche ist auf dem Werksgelände eines Steinmetzes in der Kornbergstraße in Brand geraten. Acetylen wird als Brenngas für Schweiß- und Schneidarbeiten verwendet. „Es hat Gefahrenpotenzial, wenn solch eine Flasche brennt und Gas unkontrolliert austritt“, sagt der Polizeisprecher. Die Feuerwehr versucht, das Feuer zu löschen.

Der Einsatz läuft noch (Stand 13 Uhr) „und wird auch noch eine Weile dauern“, sagt Feuerwehrkommandant Daum gegenüber unserer Zeitung. Man habe fachkundige Unterstützung hinzugezogen, die Gebäude in einem Radius von 200 Metern wurden evakuiert. „Wir versuchen, das Gas kontrolliert austreten zu lassen. Aber ja, es besteht die Gefahr einer Explosion“, sagt Daum.

Holzelfinger Steige gesperrt

Rund um den Einsatzort wurde ein Absperrbereich von 200 Metern eingerichtet. Die Kornbergstraße, Römerstraße, und die Holzelfinger Steige (L387) sind gesperrt, der Verkehr wird umgeleitet.

„Die Anwohner und der Verkehr sind dazu angehalten, den Bereich zu verlassen und großräumig zu umfahren“, heißt es in der NINA-Warnmeldung. Konkreter wurde es vor Ort: „Achtung, Achtung. Hier spricht die Feuerwehr. Bitte verlassen Sie zügig, aber in Ruhe Ihre Wohnungen.“ Diese Durchsage erfolgt vor Ort über Lautsprecher. 60 Anwohner aus dem Evakuierungsgebiet befinden sich in der Greifensteinhalle, wo sie mit Essen und Trinken versorgt und vom DRK und den Maltesern betreut werden.

„Wir haben alle Eltern der Kindergartenkinder informiert und die Kinder wurden abgeholt. Es durfte natürlich kein Kind alleine nach Hause laufen“, berichtet Lichtensteins Hauptamtsleiterin Beatrice Herrmann. An der Schule war zufälligerweise ein Sporttag und Kinder und Lehrer deshalb auf dem Sportplatz, der außerhalb des Gefahrenbereichs liegt.

Mit einer Drohne überwachen die Einsatzkräfte die Gefahrenstelle.

Mit einer Drohne überwachen die Einsatzkräfte die Gefahrenstelle.

Maik Wilke

Vor Ort sind die Feuerwehren Lichtenstein, Pfullingen und die Werkfeuerwehr Bosch. Letztere hat zwei Fachberater geschickt. Sogar eine Drohne ist im Einsatz. „Das Problem an Acetylen ist, dass es sich ab 100 Grad Celsius zersetzt“, erklärt Dr. Chris Volkmann. Das Gas benötigt mehr Platz, das erhöht den Druck in der Flasche. Sollte die Gasflasche schlagartig explodieren, könnten Metallsplitter 200 Meter weit fliegen - daher der gewählte Sicherheitsradius. Auch die Einsatzkräfte nähern sich mit wenigen Ausnahmen der Gasflasche nicht mehr als auf 40 Meter.

Feuerwehr platziert Sandsäcke, um Explosion abzufedern

In einer Pressekonferenz erklären die Einsatzkräfte den Stand der Löscharbeiten. Aktuell, 15.10 Uhr, sei eine kritische Phase erreicht. „Wir kühlen die Gasflasche mit drei mobilen Wasserwerfern“, erklärt Feuerwehrkommandant Andreas Daum. „Wenn sich die Temperatur in der Flasche nicht erwärmt, ist das ein gutes Zeichen.“ Erwärmt sich die Acetylen-Gasflasche jedoch, besteht weiter eine Explosionsgefahr. „Das Gas dehnt sich aus und die Flasche kann bersten oder explodieren.“ Die Feuerwehr hat sogenannte Bigpacks - kubikmetergroße Sandsäcke - um die Gasflasche platziert. Diese würden die Druckwelle abfedern. Noch konnte zu diesem Zeitpunkt nicht gesagt werden, wie lange der Einsatz noch dauern würde. Auch nicht, ob die evakuierten Anwohner bis spätabends in der Greifensteinhalle bleiben oder dort sogar übernachten müssten.

Gasflasche wird abtransportiert

Um 16.19 Uhr trifft das Einsatzteam dann die Entscheidung: Die Gasflasche wird verladen, also an einen Standort außerorts gefahren. „Dort liegt die Flasche dann über Nacht und wird morgen früh kontrolliert“, erklärt Kreisbrandmeister Wolfram Auch die Entscheidung. „Dann können wir den Absperrbereich aufheben und die Menschen zurück in ihre Häuser und Wohnungen.“ Transportiert wird die Acetylen-Gasflasche mit einem Wechselladefahrzeug mit einer Mulde, die wiederum mit Bigpacks gefüllt ist. „Die Experten der Werkfeuerwehr Bosch und ein Experte der BASF Ludwigshafen haben sich beraten und sind zur gleichen Entscheidung gekommen. Das war für uns wichtig“, sagt Auch. Man habe zudem keine leichtfertige Entscheidung getroffen und sich daher Zeit mit dieser gelassen.