Ätzende, toxische Substanz
: Chlorgas: Großeinsatz im Eninger Freibad

Um 13.12 Uhr wurde der Einsatzleitstelle der Polizei gemeldet, dass im Obtal in Eningen Chlorgas austritt. Die Feuerwehr rückte mit 18 Fahrzeugen und 65 Personen aus.
Von
Maik Wilke
Eningen
Jetzt in der App anhören
Das Waldfreibad in Eningen musste aufgrund Personalmangels einige Tage schließen.⇥

Freibad Eningen

Das Waldfreibad in Eningen.

Archiv
  • Chlorgasaustritt im Waldfreibad Eningen; Einsatzstart um 13.12 Uhr gemeldet.
  • Feuerwehr vor Ort; Freibad geschlossen; genaue Informationen noch unklar.
  • Chlorgas ist toxisch und ätzend; hohe Gesundheitsgefahr bei Einatmung.
  • Rettungsleitstelle informiert; Maßnahmen zur Sicherheit laufen.
  • Hintergrund: Chlorgas kann Lungenödeme verursachen; Lebensgefahr besteht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Alarm ging um 13.12 Uhr beim Polizeipräsidium Reutlingen ein. Laut Meldung bei der Rettungsleitstelle ist beim Waldfreibad in Eningen Chlorgas ausgetreten. Die Feuerwehr Eningen und weitere Einsatzkräfte rückten mit einem Großaufgebot zum Freibad aus, dessen Betrieb ohnehin zu Ende ist.

Kurz vor 16 Uhr ist der Einsatz beendet, wie Stefan Göppinger, Pressesprecher der Eninger Feuerwehr erklärt. Die Bediensteten im Freibad wollten eine Chlorgasflasche wechseln und hätten dabei bemerkt, dass Gas austritt. „Es gab einen technischen Defekt an der Flasche. Die Angestellten haben daraufhin schnell reagiert und den Notruf abgesetzt“, sagt Göppinger. Chlorgas gilt als toxisch. Es wirkt ätzend auf die Atemwege und kann laut Deutscher Gesetzlicher Unfallversicherung Lungenödeme verursachen. Beim Einatmen von Chlorgas besteht laut mehrere Internetquellen Lebensgefahr. Der mögliche Gesundheitsschaden bei Kontakt zu Chlorgas sei demnach als sehr hoch zu bewerten.

Chemikalienschutzanzüge und Werksfeuerwehr von Bosch

Die Feuerwehr Eningen beurteilte die Situation deshalb ebenfalls als gefährlich und rückte mit 18 Fahrzeugen und 65 Personen aus. Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Reutlingen, Pfullingen (Gefahrstoffzüge) sowie die Werksfeuerwehr von Bosch rückten aus. „Die Werksfeuerwehr hat ein Spezialgerät zur Bergung solcher Gasflaschen“, erklärt Göppinger. In Chemikalienschutzanzügen haben die Einsatzkräfte die Chlorgasflasche im Waldfreibad begutachtet und den Inhalt „kontrolliert abgelassen“. Verletzt wurde niemand, also weder die Einsatzkräfte noch die Bediensteten. „Das ist das Wichtigste. Es ist glimpflich ausgegangen“, sagt Stefan Göppinger. Weil das Freibad zudem so abgelegen liegt, habe keine Gefahr für Anwohner bestanden.