Fasnet in Reutlingen: Captain Future kann das Rathaus nicht verteidigen

Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck führte sein Verwaltungsteam als Captain Future an. Doch die „Helden unserer Kindheit“ konnten das Rathaus nicht gegen die Narren verteidigen.
Mathias GrimmDie Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Noch ist der Haushalt nicht beschlossen, doch die Narren ahnen bereits Böses. „Kitas, Schulen, Aulahallen; sind Eurem ‚Rotstift‘ zum Opfer gefallen. Auch Lassie jault und leidet Qualen. Sie kann die Hundesteuer nicht mehr zahlen.“ Sabine Wronker geizte nicht mit Kritik an der Stadtverwaltung – doch an dieser prallten die Vorwürfe ab: „Ein Wünschen, Hexen oder Zwinkern; lässt leere Kassen auch nicht klimpern. So ist es in der Politik, man erntet meistens nur Kritik.“
Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck und Sabine Wronker als stellvertretende Vorsitzende des Männervereins lieferten sich am Donnerstagnachmittag erneut ihren traditionellen, verbalen Schlagabtausch. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung waren kostümiert als „Helden der Kindheit“. Captain Future, Pikachu und Minni Maus erinnerten an gute Zeiten. An Hoffnungsträger, die noch jedes Problem gelöst und jede Katastrophe verhindert haben. „Wir lieben unsere Kinderhelden! Sie beamen uns in ihre Welten. In die Geschichten einzutauchen, lässt uns im Alltag kurz verschnaufen“, verkündete Keck.
Der OB hat genug von den Klagen der Narren
Und doch gab der als Captain Future verkleidete Oberbürgermeister zu, dass die Zukunft nicht rosig aussieht: „Ja, grad ist’s schwierig zu verwalten – die Prognosen sind doch sehr verhalten. Despoten, Kriege, Krisen, Wetter; Wirtschaftsflaute, Rumgezeter. Wir klopfen an bei Land und Bund, tun dorthin unsere Nöte kund. Mal seh'n, ob’s nützt, wir hoffen’s schwer. Doch heut, ihr Narren, steppt der Bär.“
Am „Schmodo“ möchte sich das Stadtoberhaupt nicht die Laune vermiesen lassen. Daher betonte Keck im tristen Regenwetter: „Mehr möcht ich dazu nicht mehr sagen. Kann nicht mehr hören Eure Klagen! Voll Frohsinn sind wir heut' gekommen; und haben nur Häme abbekommen. Seht her, wir sind ein frohes Völkchen – und Ihr – verbreitet graue Wölkchen.“

Die Schandele des Männervereins.
Mathias GrimmNärrische Stadtbahn für Jim Knopf
Die Narren als Stimmungskiller? Nicht mit dem Männerverein und Sabine Wronker, die Keck entgegnete: „Natürlich ist nicht alles schlecht, manche Sachen sind auch recht. Jim Knopf, Lukas und Lok Emma vornedran; freuen sich auf die wiederentdeckte Straßenbahn. Dann wird's wie in unserer Kinderzeit, die Bahn fährt für uns allzeit bereit. Vielleicht wird ‚Schuldes‘ Keck auch Held,
weil vielen Kindern das gefällt.“
Die Mitarbeiter der Verwaltung überließen das Rathaus nach kurzer Gegenwehr den Eroberern. Es zeigte sich deutlich, dass die Panzerknacker lieber selbst in Gebäude einbrechen, als diese vor anderen zu beschützen. Begleitet von den Schandele, der Weißen Garde und der Albra-Gugga aus Großenstingen stürmten die Narren das Verwaltungsgebäude. Ob sie in ihrer kurzen Amtszeit einen wirtschaftlichen Aufschwung bewirken können?

