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: Ein Opfer ohne Erinnerung

Amtsgericht Eine recht kuriose Verhandlung um Faustrecht, Alkohol und Beziehungen spielte sich am Montag ab.
Von
Carola Eissler
Reutlingen
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Die besten Möglichkeiten, um Parallelwelten zu studieren, sind Gerichtsverfahren. Was sich am Montag im Amtsgericht Reutlingen abspielte, darf durchaus mit dem Etikett kurios versehen werden. Eine Gemengelage von Beziehungen, zu viel Alkohol und einer Gesellschaft, in der ganz offensichtlich das Faustrecht regiert. Verhandelt wurde eine Schlägerei. Oder eine vermeintliche Schlägerei. Oder vielleicht war es ja auch gar keine Schlägerei, sondern nur eine Auseinandersetzung, die mit Nachdruck geführt wurde. Wie dem auch sei. Angeklagt waren drei Deutsche, die ursprünglich aus Kasachstan und Russland stammten, genauso wie ihre Opfer. Die drei, zwei Männer und eine Frau, sollen Ende vergangenen Jahres in Reutlingen einen Mann und dessen Bekannte vor der Haustür des Opfers zusammengeschlagen haben. Mit Faustschlägen, mit Tritten, sogar eine Flasche soll als Schlagwerkzeug eingesetzt worden sein, so die Staatsanwaltschaft. Weshalb sie sich wegen schwerer Körperverletzung nun verantworten mussten.