DRK-Jubiläum in Pfullingen
: Menschlich, tatkräftig und unparteiisch

DRK-Kreisverband Reutlingen informiert Besucher mit vielfältigem Programm – Landespräsidentin Barbara Bosch: „Wir helfen nach dem Maß der Not - ohne Ansehen der Person“.
Von
Jürgen Herdin
Pfullingen
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Auch das ist DRK: Marion Heiner (links) mit Niki, die sich vom Autobahnparkplatz-Findelkind zum Rettungshund emporgearbeitet hat, sowie Doris Müller mit Ludwig, dem Therapiehund.

Auch das ist DRK: Marion Heiner (links) mit Niki, die sich vom Autobahnparkplatz-Findelkind zum Rettungshund emporgearbeitet hat, sowie Doris Müller mit Ludwig, dem Therapiehund.

Jürgen Herdin
  • DRK-Kreisverband Reutlingen feiert 50-jähriges Jubiläum in Pfullingen.
  • Landespräsidentin Barbara Bosch: "Wir helfen nach dem Maß der Not - ohne Ansehen der Person".
  • Der Verband hat 18.000 Mitglieder, 700 Ehrenamtliche und 380 Hauptamtliche.
  • Rettungshunde und Therapiehunde beeindrucken beim Fest.
  • Feier mit Jazz-Musik, Fahrzeugschau, Kistenklettern und Mitmachaktionen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gerade heute, in einer zunehmend unfriedlichen Welt – und immer mehr Hass in den weltweiten Netzen – gelte es, sich die Prinzipien und Grundsätze des Roten Kreuzes vor Augen zu führen, sich an ihnen zu orientieren. Denn die Arbeit der Menschen dieser Bewegung halte sich an die sieben Grundsätze: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität. Daran erinnerten die Festredner um Reutlingens DRK-Präsidenten Siegfried Mahler zum 50-jährigen Bestehen des DRK-Kreisverbands Reutlingen. Das wurde am Sonntag mit einem großen Fest auf dem Gelände des Zentrums für Bevölkerungsschutz in Pfullingen begangen.

Auf den Tag genau: Am 18. Mai 1975 folgten auch die Rotkreuzler der Gemeindereform auf Vereinsebene, schließlich gab es den Altkreis Münsingen nicht mehr. So entstand der DRK-Kreisverband Reutlingen, der heute rund 18.000 fördernde Mitglieder hat. Über 700 ehrenamtlich Engagierte in den Ortsvereinen und Bereitschaften gehören ebenso dazu wie 380 hauptamtlich Beschäftigte und 85 ehrenamtlich Engagierte im Seniorenzentrum Oferdingen, das wiederum 80 bezahlte Beschäftigte zählt.

1975 schon gab es den Katastrophenschutz. Der heißt heute Bevölkerungsschutz. Und immer mehr Politiker, aber auch die Blaulichtfamilie, also die Feuerwehren, das THW und das Deutsche Rote Kreuz fordern immer häufiger, der vielfältigen und neuen äußeren Bedrohungen wegen, sich diesem Thema verstärkt zuzuwenden: ohne Panikmache – aber ernsthafter und konsequenter.

Hilfeleistungen im sozialen Bereich entwickelt

Eine Zeitenwende im positiven Sinne erfuhr die Notfallrettung und der Krankentransport 1975 mit dem „Ersten Rettungsdienstgesetz“. Das Wort „Rettungswache“ wurde damals zum ersten Mal im Mund geführt. Der neu gegründete Kreisverband entschied sich, als weiteren Schwerpunkt der Arbeit, Hilfeleistungen im sozialen Bereich auszubauen. Im Jahr 2007 eröffnete das DRK-Seniorenzentrum Oferdingen, 2010 wurde das DRK-Zentrum für Bevölkerungsschutz oberhalb der Einfahrt zum Pfullinger Ursulabergtunnel eröffnet.

„Wir fördern den Zusammenhalt der Gesellschaft durch unser Tun. Wir sind der Kitt unserer Gesellschaft – und das ist heute wichtiger denn je“: So beschrieb Barbara Bosch den so wichtigen, auch sozialintegrativen Auftrag – und die Selbstverpflichtung der Rotkreuzler. Und diese „helfen nach dem Maß der Not - ohne Ansehen der Person“. Die Staatsrätin und Präsidentin des DRK-Landesverbandes Beden-Württemberg verlangt weiterhin mehr Geld von Bund und Land, dies für eine Rettungs-Infrastruktur, die sich schließlich stets verbessern soll – und dies auch tue.

Das DRK betreut Veranstaltungen, ist dort für Notfälle gerüstet. Es bietet Hausnotrufe, Fahrdienste und Essen auf Rädern – und Rotkreuzler sollen immer nach spätestens zwölf Minuten jeden Unfallort erreicht haben. Sie haben zudem eigene Bergretter und Hundestaffeln. Bosch lobte die Entscheidung der neuen Berliner Koalition, mehr Mittel für den Bevölkerungsschutz bereitzustellen.

„Der Mensch steht im Mittelpunkt“ ist wichtiger denn je

Gerade in Zeiten wie diesen sei die DRK-Devise „der Mensch steht im Mittelpunkt“ wichtiger denn je, betonte Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck. Er hofft inständig, dass es nie notwendig werde, dass das DRK –  dann an der Seite der Bundeswehr –  „in Konfliktfällen einschreiten muss“.

Reutlingens Landrat Dr. Ulrich Fiedler nannte den Kreisverband eine „unverzichtbare Institution“ und er freut sich, dass das Jugendrotkreuz dort mit 432 Mitgliedern sehr stark sei. Für ihn sind die gut ausgebildeten „Ersthelfer vor Ort“ eminent wichtig. Diese Ehrenamtlichen sind in ländlichen Gegenden oft schneller an einem Einsatzort als Notärzte aus den Kliniken.

Ein Rettungshund mit angepasster UV-Brille

Mit Jazz-Live-Musik, Gulasch und Steaks, einer umfassenden Fahrzeugschau der Rettungsdienste, Kistenklettern und Mitmachaktionen des Jugendrotkreuzes für Kinder kam der unterhaltsame und gleichermaßen lehrreiche Teil des Jubiläumstages daher. Auch gab es Vorführungen der Rettungshundestaffel. Doris Müller hatte ihren fünfjährigen Ludwig dabei. Das ist ein Kleiner Münsterländer, „der als Therapiehund auch ins Krankenhaus, in Hospize und in Haftanstalten geht“, so Müller. Und Marion Heiner kam mit einem echten Hingucker - nolens volens. Ihre neunjährige Niki, die sich vom Autobahnparkplatz-Findelkind zum Rettungshund emporgearbeitet hatte, benötigt eine eigens angepasste UV-Brille. Sehr stylisch sei die allemal, befanden nicht wenige Besucher des DRK-Jubiläumsfests.