Der Beruf als Sprachturbo: Runde zwei für das Volkshochschul-Projekt „Omnibus“ für Menschen mit Migrationshintergrund

Schwäbisches Tagblatt
.„Sprachturbo Beruf“ nennt es Carl-Heiner Schmid, der mit seinem Handwerks-Unternehmen den Teilnehmern praktische Einblicke ermöglicht. Der Kurs führt die 20- bis 45-jährigen Teilnehmer an verschiedene Berufsfelder heran und versucht währenddessen, das Sprachniveau durch einen Deutschkurs um eine Stufe zu verbessern.
Wie funktioniert der deutsche Arbeitsmarkt? Was kann ich mit meiner bereits abgeschlossenen Berufsausbildung hier in Deutschland anfangen? Und welches Vokabular benötige ich dafür? „Diese Fragen versuchen wir bei Omnibus zu beantworten – mit dem Ziel, dass die Teilnehmer nach drei Monaten mehr über ihren möglichen Berufsweg wissen“, so Kühne-Henrichs.
Die Teilnehmer aus Eritrea, Syrien, Afghanistan oder dem Irak werden dabei von der Bundesagentur für Arbeit an die Vhs weitergeleitet. Der Reutlinger Leiter der Agentur für Arbeit Wilhelm Schreyeck findet die Kombination aus theoretischer und praktischer Ausbildung die vielversprechendste: „Sprache ist eben der Schlüssel für dauerhafte Integration.“
Um an Omnibus teilnehmen zu können, müssen die Bewerber bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Sie sollten mindestens grundlegende Sprachkenntnisse aufweisen und den Bildungsgutschein vorweisen können, den sie vom Jobcenter nach einem persönlichen Gespräch erhalten. Der Gutschein ist eine finanzielle Unterstützung und kann auch für andere Bildungsangebote eingesetzt werden. Die Teilnehmer entscheiden also selbst, ob sie beim Omnibus-Projekt mitmachen, und werden zu nichts gedrängt. „Dadurch übernimmt jeder Verantwortung für seinen eigenen Weg und ist sehr motiviert“, so Kühne-Henrichs.
Einmal an dem Vollzeit-Kurs eingeschrieben, lernt man vormittags verschiedene Berufsfelder kennen, entwickelt so genannte „Soft-Skills“ wie das Erstellen korrekter Bewerbungsunterlagen und macht Exkursionen in Firmen, wie zum Beispiel auf die Schwäbische Alb zum Teigwarenhersteller Albgold.
„Viele kennen ihre eigenen Fähigkeiten nicht“, sagt der Projektleiter. Er will durch Ausflüge in Firmen neue Berufsziele schaffen. Die 18 Teilnehmer der ersten Omnibus-Runde haben neulich ihr Endzertifikat überreicht bekommen. Einige von ihnen gehen nun direkt in Praktika oder erste Anstellungen, andere holen den Schulabschluss nach.
Am 5. September fängt die zweite Projektrunde an
Die Ergebnisse der ersten „Omnibus“-Runde hat voll und ganz den Erwartungen der Projektleiter entsprochen. Deshalb wollen die Vhs Reutlingen, die Agentur für Arbeit und die Handwerkerfirma Heinrich Schmid . den zweiten Omnibus-Kurs in den Seminarräumen in der Karlstraße 9 starten.
Der Kurs wird für drei Monate jeweils von Montag bis Freitag zwischen 8.30 und 16 Uhr abgehalten. Es werden praktische und theoretische Erfahrungen in Berufsfeldern wie Handwerk, Einzelhandel, Gastronomie und Pflege gesammelt. Kombiniert wird dieses Wissen mit einem Deutschkurs auf Sprachlevel A2 oderB1.