Seit 29. Juni sind die Kinderbetreuungseinrichtungen in Stadt und Land wieder geöffnet. Entgegen mancher  Befürchtungen habe der Re-Start sowohl in den städtischen Einrichtungen als auch bei den freien Trägern gut geklappt,  sagte der Reutlinger Sozialamtsleiter Joachim Haas auf Nachfrage.

Enge Zusammenarbeit und weitestgehend normaler Betrieb trotz Personalmangel

Erfreulich sei gewesen, so eine Bilanz der Trägerkonferenz,  dass weitgehend alle Kinder, die vor Corona einen Platz innehatten, wieder aufgenommen werden konnten. Die Personalsituation sei, so Haas, zwar angespannt. Dennoch hätten nur wenige Einrichtungen ihre Öffnungszeiten wegen Personalknappheit reduzieren müssen. Ebenfalls erfreulich aus seiner Sicht ist auch, dass nur wenige ErzieherInnen ein Attest hätten, der ihnen die Arbeit mit Kindern verbiete. Darüber hinaus habe Corona zu einer engeren Zusammenarbeit mit den anderen Trägern geführt.

Kostenlose Tests von August bis September: Versprochene Teststrategie seit Dienstagnachmittag bekannt

In einem Punkt zeigte sich Haas allerdings unzufrieden: Zum Zeitpunkt des Gesprächs hatte das Land die versprochene Teststrategie für Erzieherinnen noch immer nicht geliefert. Gestern Nachmittag gab es eine Mitteilung, dass sich Sozialminister Manne Lucha und Kultusministerin Susanne Eisenmann geeinigt hätten. Die neue Strategie sieht nun offenbar vor, Mitarbeiter an Schulen und Kitas von Mitte August bis Ende September kostenlos auf das Covid-19 testen zu lassen – freiwillig.

Sozialamtsleiter fordert Test für Kinder spätestens im Herbst

Die Tests gelten nicht nur für Erzieher oder Lehrer, sondern für alle Mitarbeiter. Kinder sind ausgenommen. Diese Lösung reiche nicht aus: Spätestens im Herbst mit dem Beginn der Erkältungssaison muss es laut Haas die Möglichkeit geben, auch Kinder zu testen, die Schnupfen oder eine andere Erkältung haben.

Grüne Stadträtinnen fordern mehr Anstrengungen

„Unabhängig von der Corona-Pandemie, haben zahlreiche Familien Absagen für ihre Kinder in den gewünschten Kindertageseinrichtungen erhalten. Fehlende Betreuungsplätze und der Fachkräftemangel sind die großen Herausforderungen, dazu muss die Haushaltslage der Stadt bedacht werden“, konstatieren die Grünen und Unabhängigen. Gabriele Janz und Ariane Wiedemann haben sich daher mit zwei Prüfanträgen an die  Stadtverwaltung gewandt.
Die Verwaltung solle mögliche geeignete Standorte prüfen, um das Angebot der Wald- und Naturkindergärten erweitern zu können. Die in Frage kommende Grundstücke werden aufgelistet mit der möglichen Bebauung (mobile Bauwagen / Container / beheizbare Zelte oder Tipis). Zudem solle die Verwaltung Kontakt zu den zehn größten, externen Arbeitgebern in Reutlingen aufnehmen, um zu klären, unter welchen Bedingungen Firmen bereit wären, Patenschaften mit freien Trägern einzugehen. Konkret bedeute das, so die beiden Stadträtinnen in ihrem Antrag, abzuklären, ob das jeweilige Unternehmen den Eigenanteil des freien Trägers übernimmt und diesen auch in betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten unterstützt. rab