Batterie-Tochter Cellforce
: Porsche weist Vorwürfe zurück: Kündigungen erst später verteilt

Zwei Mitarbeiter sollen im weißen Porsche Taycan umhergefahren und Kündigungen an Beschäftigte der Cellforce Group verteilt haben. Der Konzern äußerte sich jetzt in einem kurzen Statement.
Von
Maik Wilke
Kirchentellinsfurt/Stuttgart
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Porsche: ARCHIV - 03.02.2025, Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein Logo der Porsche AG ist am Stammwerks des Automobilbauers zu sehen. (zu dpa: «IG Metall: Viele Cellforce-Mitarbeiter stehen vor Kündigung») Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Porsche AG gibt die Produktion von Hochleistungsbatterien in Kirchentellinsfurt auf.

Marijan Murat/dpa
  • Porsche schließt Batterietochter Cellforce in Kirchentellinsfurt – 200 Mitarbeiter betroffen.
  • Kündigungen laut Porsche erst nach Betriebsversammlung zugestellt, nicht währenddessen.
  • IG Metall kritisiert das Vorgehen als „entwürdigend“ und „amateurhaft“.
  • Statt Batterieproduktion nur kleines Forschungs- und Entwicklungswerk geplant.
  • Keine Antwort von Porsche zu Gründen für schnelle Kündigungen und möglichem Zusammenhang mit Betriebsratsgründung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Dass zwei Porsche-Beschäftigte am Montagvormittag in einem weißen Taycan zu den gekündigten Mitarbeitern der Cellforce Group gefahren sind, hatte IG-Metall-Geschäftsführer Kai Lamparter als „entwürdigend“ und „amateurhaft“ bezeichnet. So gehe man nicht mit Mitarbeitern um, sagte Lamparter der SÜDWEST PRESSE.

In einem kurzen Statement äußert sich nun die Porsche AG selbst zu diesem Vorgehen. Das Unternehmen widerspricht der Darstellung, dass die Kündigungsschreiben schon während der Betriebsversammlung am Montagvormittag verteilt wurden. „Mit der Zustellung der Kündigungen ist erst nach dem offiziellen Ende der Townhall begonnen worden“, erklärt Porsche im Statement.

Porsche: Kündigungen nicht während Betriebsversammlung verteilt

„Für Donnerstag wurden dann Team-Meetings angesetzt, um in den Teams die Aufgaben in den verbleibenden Wochen zu besprechen. Die Zeitspanne ist erforderlich gewesen, um die Mitarbeitenden zuvor individuell zu informieren“, so die Porsche AG weiter.

Unsere Zeitung hatte in der Dienstagsausgabe getitelt: „Gekündigt während der Betriebsversammlung“. Das stimmt laut Porsche nicht, sondern die Kündigungsschreiben wurden ein, zwei Stunden nach der Versammlung zugestellt.

Eile wegen der Gründung eines Betriebsrats?

Die Porsche AG möchte seine Batterie-Tochter Cellforce im interkommunalen Industriegebiet Reutlingen-Kirchentellinsfurt aufgeben (wir berichteten mehrfach). Die bisherigen Pläne zum Ausbau der Produktion von Hochleistungsbatterien würden nicht weiterverfolgt. 200 der etwa 280 Beschäftigten sind von der Massenentlassung, die zum 30. November in Kraft tritt, betroffen. Statt einem innovativen Campus für Batteriezellen fokussiere man sich an diesem Standort auf ein kleines Forschungs- und Entwicklungswerk.

Auf die Fragen der SÜDWEST PRESSE, warum man sich generell für diese sehr schnelle Abwicklung der Kündigungen entschieden hat und ob die Gründung eines Betriebsrats Ende September ein Grund dafür gewesen ist, antwortet Porsche nicht.