Autoindustrie
: Wo die Mobilität von morgen entworfen wird

Der Reutlinger Studiengang Transportation Interior Design gilt deutschlandweit als Besonderheit. Bei den Mobility Design Days am 10. und 11. Juli zeigen Studierende ihre Ideen für Fahrzeuge der Zukunft – und Unternehmen suchen nach frischen Impulsen.
Von
Mathias Grimm
Reutlingen
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Hochwertiger Auftritt: Geely positioniert mit dem Zeekr X ein Einstiegsmodell im Premiumsegment.

Ein Fahrzeug der Geely-Marke Galaxy auf der Automesse in Shanghai. Der chinesische Hersteller ist in diesem Jahr erstmals Kooperationspartner der Mobility Design Days an der Hochschule Reutlingen.

Zeekr
  • Reutlingen zeigt bei den Mobility Design Days am 10. und 11. Juli Konzepte für Fahrzeuginterieurs.
  • Der Studiengang Transportation Interior Design fokussiert auf Innenräume statt Karosserie.
  • VR und XR kommen im Studium zum Einsatz – KI unterstützt, ersetzt aber nicht die Gestaltung.
  • Erstmals kooperiert die Hochschule mit Geely, um Ideen zur Elektromobilität zu entwickeln.
  • Bewerbungsfrist für den Bachelor wurde bis zum 31. August verlängert, Eintritt zur Schau ist frei.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wie sieht der Innenraum eines Autos aus, wenn das Fahren irgendwann automatisiert wird? Laut Michael Goretzky könnte er deutlich ordentlicher wirken als heute. Große Touchscreens, die heute fast jedes Cockpit beherrschen, könnten wieder an Bedeutung verlieren. Stattdessen plädiert der Studiendekan des Studiengangs Transportation Interior Design an der Hochschule Reutlingen für eine Mischung aus digitalen Oberflächen und haptischen Bedienelementen, die realistisch funktionieren. Ein magnetisch befestigter Drehregler, der sich flexibel im Wagen platzieren lässt, wäre etwa ein denkbares Konzept. „Touchscreens funktionieren im Auto nur begrenzt. Man rutscht leicht ab“, sagt Goretzky.

Mit solchen Zukunftsfragen beschäftigen sich Studierende des deutschlandweit einzigartigen Bachelorstudiums Transportation Interior Design. Anders als klassische Fahrzeugdesigner entwerfen sie nicht die Karosserie, sondern das Innenleben von Fahrzeugen. Ob Auto, Zug, Bus, Flugzeug oder Baumaschine – im Mittelpunkt stehen Sitze, Bedienkonzepte, Materialien, Licht, Oberflächen und das gesamte Nutzungserlebnis. Gegründet wurde der Studiengang 2005 auf Initiative der Automobilindustrie. Der enge Austausch mit Unternehmen prägt ihn bis heute.

Wie die Mobilität von morgen aussehen könnte, zeigen die Mobility Design Days am 10. und 11. Juli im Texoversum der Hochschule Reutlingen. Die Veranstaltung vereint Werkschau, Fachkongress und Studieninformation. Besucher können studentische Projekte ansehen, Virtual-Reality-Anwendungen testen und offene Labore erkunden. Dazu gibt es Vorträge zu KI, Nachhaltigkeit und digitalen Designprozessen sowie Gespräche mit Alumni und Industrievertretern. Erstmals arbeitet der Studiengang dabei mit dem chinesischen Automobilkonzern Geely zusammen. Gemeinsam wurde ein Elektromobilitäts-Projekt entwickelt, bei dem Studierende und Unternehmensvertreter bereits bei der Themenfindung zusammenarbeiten. Die Idee: Die jungen Designer bringen oft unvoreingenommene Perspektiven mit, das schätzen Unternehmen.

Professor Michael Goretzky entwirft das Interieur eines Autos in der virtuellen Realität. Dazu steht ihm neben modernster VR–Technik auch XR–Technik zur Verfügung. XR steht für „Extended Reality“, die erweiterte Realität, die teils auch Haptik umfasst.   ⇥

Professor Michael Goretzky entwirft das Interieur eines Autos in der virtuellen Realität.

Professor Michael Goretzky entwirft das Interieur eines Autos in der virtuellen Realität. Dazu steht ihm neben modernster VR–Technik auch XR–Technik zur Verfügung. XR steht für „Extended Reality“, die erweiterte Realität, die teils auch Haptik umfasst.

Mathias Grimm (Archivfoto)

Auch KI spielt im Studium eine Rolle: Sie beschleunigt den kreativen Prozess und hilft, Varianten und Ideen schneller zu entwickeln. Ersetzen kann sie den Menschen aber nicht. „Die KI ist nur so gut wie der, der davor sitzt.“ Kreativität, Emotion und ein feines Gespür für gute Gestaltung bleiben menschliche Stärken. Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an Fachleute. Auch Schülerinnen und Schüler, Familien und alle, die sich für Design oder Mobilität interessieren, sind herzlich willkommen.

Bewerbungsfrist verlängert

Neben Projektpräsentationen geben Lehrende Auskunft zum Studium und beraten bei der Bewerbung.  Dass die Frist bis 31. August verlängert wurde, zeigt keine sinkende Interesse. Die Bewerbungen bleiben auf konstantem Niveau, sagt Goretzky. Allerdings reichen nicht alle Bewerber ihre digitale Bewerbung und die Designmappe vollständig ein. Aktuell befrage man ehemalige Bewerber nach dem Grund dafür. Mit der Verlängerung wolle die Hochschule ihnen außerdem mehr Zeit geben. Die Lage der Automobilbranche ist zwar herausfordernd, doch sorgt sich der Studiendekan und Professor nicht um die Zukunft seiner Absolventen.

Die Studierenden stellen sich die Frage: Wie sieht das Innere des Autos der Zukunft aus?

Die Studierenden stellen sich die Frage: Wie sieht das Innere des Autos der Zukunft aus?

Hochschule Reutlingen

Transportation Interior Design bilde Spezialistinnen und Spezialisten aus, die weit über die klassische Autoindustrie hinaus gefragt seien. Mobilität bedeute heute deutlich mehr als nur Pkw – und da ist sich Goretzky absolut sicher: kreative Köpfe werden überall dort gebraucht, wo Menschen Fahrzeuge nutzen.

Das bieten die Mobility Design Days

Die Mobility Design Days finden am Freitag, 10. Juli, und Samstag, 11. Juli, im Texoversum der Hochschule Reutlingen statt. Auf dem Programm stehen eine Werkschau mit studentischen Projekten, Führungen durch die Ausstellung, Vorträge zum Thema „KI im Designprozess“, Einblicke in Virtual-Reality-Anwendungen sowie offene Labore und Gespräche mit Studierenden, Alumni und Industriepartnern. Studieninteressierte können sich zudem über den Bachelorstudiengang Transportation Interior Design informieren, ihre Designmappe besprechen und sich beraten lassen. Die Bewerbungsfrist für den Studiengang wurde bis zum 31. August verlängert. Weitere Informationen zum Studiengang und zum Bewerbungsverfahren gibt es unter www.tex.reutlingen-university.de. Der Eintritt ist frei.