Autofahrer brauchen weiter Geduld: Eninger Steige länger gesperrt als erwartet

Seit einem Extremwetter-Ereignis im Juni 2024 ist die L 380 im Bereich der Eninger Steige stellenweise nur einseitig befahrbar. Im Bereich einer scharfen Kurve regelt eine Ampel den Verkehr.
Karolin Müller (Archivfoto)Im Rahmen der Baudurchführung für die Hangsicherung wurden weitere abgängige Bereiche festgestellt, die im Rahmen der Vollsperrung mitsaniert werden müssen. Das erklärt das Reutlinger Landratsamt am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Die Dauer der Sperrung verlängert sich daher bis Freitag, 21. Februar. Die Zufahrten zum Tennisgelände Eningen, zur Erdeponie Renkenberg und zu den Wanderparkplätzen sind laut Kreisverwaltung erreichbar.
Die überörtliche Umleitung von Eningen nach St. Johann erfolgt über die B312/313, L387 und K6711 über Pfullingen, Lichtenstein (Holzelfinger Steige) nach St. Johann. Alternativ kann die Umleitung über die L380a, B28 und L249 über Glems, Dettingen an der Erms, Bad Urach (Sirchinger Steige) nach St. Johann verwendet werden. Von St. Johann nach Eningen ist nur die Umleitung über die Holzelfinger Steige ausgewiesen. Die betroffenen Buslinien fahren ebenfalls über die Umleitung.
Das Landratsamt Reutlingen bittet die Verkehrsteilnehmenden um Verständnis, dass Behinderungen und Erschwernisse während der Bauzeit nicht ausgeschlossen werden können. Informationen zu den Sperrungen und zur Umleitung können im Baustelleninformationssystem (BIS) des Landes Baden-Württemberg unter www.verkehrsinfo-bw.de/Baustellen abgerufen werden.
Durch Extremwetter stark beschädigt
Im Rahmen der Vollsperrung wurden bereits vom Kreisforstamt Baumfällarbeiten durchgeführt. Diese erfolgen aus Gründen der Verkehrssicherung. Zusätzlich nahm der Forst Pflegemaßnahmen zur Freistellung von Weidbuchen im Naturschutzgebiet Wendelstein vor. Parallel dazu führte das Kreis-Straßenbauamt eine Hangsicherung mit Erosionsschutzmatten durch. Durch das Extremwetterereignis im Juni 2024 ist die L 380 „Eninger Steige“ stark beschädigt worden. Das Sanierungskonzept der Steige sieht neben schnell durchzuführenden Hangsicherungen auch tiefergehende konstruktive Maßnahmen vor. Zur dauerhaften Sicherung der talseitigen Hangrutschungen ist eine umfangreiche Baugrunderkundung erforderlich, um die geeigneten Maßnahmen zu Sicherung der Straße festlegen zu können. Das Regierungspräsidium Tübingen nutzt daher die Vollsperrung, um diese durchzuführen.
Weil man diese Arbeiten nicht unbedingt sehen kann, führte das schon zu Unmut bei Autofahrern. Gegenüber der SÜDWEST PRESSE hatte ein Leser mit Unverständnis reagiert: „Gearbeitet wird seit Monaten an keiner der drei Abrutschstellen. Worauf wird gewartet? Bis mehr abrutscht, die Reparatur also teurer wird?“
Wichtige Arbeiten im Hintergrund
Wie die Pressestelle des Regierungspräsidiums Tübingen vor einigen Wochen auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, sei es jedoch keineswegs so, dass nichts passiert: „Um ein weiteres Fortschreiten der Rutschungen zu verhindern beziehungsweise zu verlangsamen, fanden im November 2024 temporäre Sicherungsmaßnahmen statt. Dabei wurden abgerutschte Bereiche verfüllt und abgedichtet, um ein Eindringen von Niederschlagswasser zu vermeiden“, so Aßfalg. Zudem erfolge eine regelmäßige Kontrolle durch die Straßenmeisterei in Eningen, damit bei Veränderungen kurzfristig gehandelt werden könne.
Gleichzeitig würden im Hintergrund Baugrunderkundungen laufen. Diese seien sehr umfangreich, erklärte Aßfalg. Nur so könne man herausfinden, welche dauerhaften Sicherungen sich für diese Bereiche eignen. Erst wenn die Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen, könnten die nächsten Schritte geplant werden. Bis es so weit ist, kann natürlich auch noch nicht gesagt werden, welche Arbeiten an der Eninger Steige anstehen und bis wann sie wieder komplett freigegeben wird. Nun steht mit dem 21. Februar wenigstens ein Datum im Raum, zu dem die Vollsperrung wieder aufgehoben werden soll.
