Möbelhaus macht zu
: Roller in Reutlingen schließt „spätestens Ende Juni“

Der Möbel-Discounter Roller gibt sein Geschäft in der Föhrstraße 1 in Reutlingen auf. Das bestätigt das Unternehmen und nennt ein „zurückhaltendes Konsumverhalten“ als Grund für die Schließung.
Von
Maik Wilke
Reutlingen
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Möbel Roller Reutlingen Föhrstraße 1 , schließt

Schnelles Ende: Mitte des Jahres schließt die Roller-Filiale in Reutlingen.

Maik Wilke
  • Roller schließt Reutlingen-Filiale „spätestens Ende Juni“ nach Wirtschaftlichkeitsprüfung.
  • Grund: „zurückhaltendes Konsumverhalten“; Räumungsverkauf mit stark reduzierten Angeboten.
  • Schild vor Ort: „30 Prozent auf Ausstellungsware“; Abverkauf läuft aktuell.
  • Mitarbeitenden werden offene Stellen in Nähe angeboten; weitere Maßnahmen in Klärung.
  • Weitere Schließungen: Crailsheim (Ende April), Villingen-Schwenningen (Ende Juni), Oldenburg (Ende Juni).

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Der Möbelhandel steht derzeit unter spürbarem Druck durch ein zurückhaltendes Konsumverhalten. Wir überprüfen daher unsere Standorte regelmäßig auf Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit.“ Diese Überprüfung hat ergeben: Die Reutlinger Filiale des Möbel-Discounters Roller ist nicht zukunftsfähig – das Unternehmen mit Sitz in Gelsenkirchen schließt das Geschäft in der Föhrstraße 1 „spätestens Ende Juni“.

1996 eröffnet, sind es also die letzten Monate für Roller in Reutlingen. Ein Anbieter von preiswerten Möbelstücken zieht sich aus der Achalmstadt zurück – bis dahin können Interessierte noch Schnäppchen shoppen. „Räumungsverkauf wegen Schließung. 30 Prozent auf Ausstellungsware“, steht auf einem Schild vor der Einfahrt auf den Parkplatz. „Aktuell läuft der Abverkauf mit stark reduzierten Angeboten“, erklärt die Roller-Pressestelle.

Was passiert mit den Beschäftigten?

Sobald dieser Abverkauf beendet ist und die Verkaufsräume leer sind, stehen den Kunden laut Unternehmen die Roller-Märkte Waiblingen und Ludwigsburg „weiterhin mit unserem gewohnten Service sowie dem umfassenden Angebot an Möbeln und Wohnaccessoires zur Verfügung“. Dagegen werden drei andere Standorte ebenfalls geschlossen: Crailsheim (Ende April), Villingen-Schwenningen (Ende Juni) und Oldenburg in Schleswig-Holstein (Ende Juni).

Zur Anzahl der von der Schließung in Reutlingen betroffenen Beschäftigten macht Roller keine Angaben. Die Geschäftsaufgabe wird wohl einen Verlust von Arbeitsplätzen zur Folge haben, auch wenn Roller mitteilt: „Den Mitarbeitenden werden alle möglichen offenen Stellenangebote bei Roller in der näheren Umgebung aktiv angeboten. Fragen zu möglichen weiteren Maßnahmen befinden sich aktuell in Klärung.“

Roller, das zur Tessner-Gruppe gehört, ist nicht der Eigentümer der Verkaufsflächen im großen Gebäudeensemble in der Föhrstraße 1. Daher könne das Unternehmen nicht mitteilen, wie eine zukünftige Nutzung der Geschäftsräume aussehen könnte. Für Reutlingen wäre es, obwohl das Roller-Gebäude etwas außerhalb des Stadtzentrums liegt, nach Galeria Kaufhof und Breuninger das dritte große leerstehende Objekt.

Möbelbranche in der Krise

Für die schwache Nachfrage in der Möbelbranche gibt es mehrere Gründe. Zum einen wird in Deutschland zu wenig gebaut – fehlen Neubauten, ziehen Menschen nicht um und schaffen sich keine neuen Möbel an. Zudem ist auch die globale Wirtschaftspolitik ein Faktor. Stichwort US-Zölle: Der Export hat niedrigere Absätze und asiatische Möbelhersteller bieten ihre Produkte in größerer Stückzahl in Europa an als noch vor wenigen Jahren.

Mehr als 100 Standorte in Deutschland

Roller hat laut eigenen Angaben mehr als 120 Standorte in Deutschland sowie drei Einrichtungsmärkte in Luxemburg. In diesen Märkten beschäftigt das 1969 gegründete Unternehmen mehr als 6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Möbel-Discounter setze auf Effizienz: „Großzügige Lagerflächen direkt an den Märkten garantieren schnelle Verfügbarkeit und sofortige Mitnahme – für unkompliziertes Wohnen, Renovieren und Dekorieren aus einer Hand“, schreibt das Unternehmen über sich.