AOK-Untersuchung: Erste Statistik zu Long-Covid in der Region Reutlingen

Die Folgen von Long-Covid äußern sich unterschiedlich bei den Betroffenen.
Quelle AOK- 2023: 14.272 Long-Covid-Diagnosen bei AOK-Versicherten in Baden-Württemberg, 2.397 in Reutlingen.
- Long-Covid betrifft 5–15 % nach Corona, Symptome u. a. Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, Atembeschwerden.
- Frauen, jüngere Erwachsene und Hospitalisierte häufiger betroffen als Männer, Kinder oder Ältere.
- Diagnose und Behandlung weiterhin schwierig, keine spezifische Medikamente verfügbar.
- Prävention durch Infektionsschutz und Impfung empfohlen; AOK bietet Long-Covid-Coach an.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Long-Covid hat viele Gesichter. Mögliche Symptome sind etwa Schwäche und schnelle Erschöpfung, eingeschränkte Belastbarkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme – der sogenannte brain fog – und anhaltende Atem- und Muskelbeschwerden. Im Jahr 2023 wurden bei AOK-Versicherten in Baden-Württemberg 14.272 Long-Covid-Erkrankungen diagnostiziert.
Im Landkreis Reutlingen wurden im selben Jahr 2397 Long-Covid-Patienten behandelt. Das macht 1,6 Prozent der AOK-Versicherten in Reutlingen aus, wie es in einer Mitteilung der Kasse an die Medien heißt.
Mit „Long-Covid“ werden längerfristige, gesundheitliche Beeinträchtigungen im Anschluss an eine SARS-CoV-2-Infektion bezeichnet, die über die akute Krankheitsphase von vier Wochen hinaus andauern. „Nach aktuellem Wissensstand handelt es sich bei Long-Covid nicht um ein einheitliches Krankheitsbild“, erläuterte AOK-Fachärztin Dr. med. Dipl.-Psych. Alexandra Isaksson. „Die zugrundeliegenden Ursachen sind bislang nur unzureichend geklärt. Das erschwert die Diagnostik und Behandlung.“
5 bis 15 Prozent der Betroffenen kämpfen mit Spätfolgen
Wie häufig Long-Covid nach einer Corona-Infektion auftritt, ist schwierig zu sagen. Geschätzt wird, dass etwa 5 bis 15 Prozent der Betroffenen mit Spätfolgen zu kämpfen haben. Insgesamt zeichnet sich ein Rückgang der Neuerkrankungen ab, was unter anderem durch die verschiedenen Virusvarianten und die bessere Immunität der Bevölkerung erklärbar ist.
Dr. Isaksson: „Von Long-Covid scheinen Mädchen und Frauen häufiger als Jungen und Männer betroffen, außerdem Erwachsene im jüngeren Lebensalter häufiger als Kinder und Jugendliche sowie ältere Menschen. Erwachsene, die wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt wurden, leiden häufiger an Spätfolgen als Personen mit milden oder wenig symptomatischen Verläufen.“
Aufgrund des nicht einheitlichen Krankheitsbildes ist die Diagnose von Long-Covid weiterhin schwierig. Die Hausärztin oder der Hausarzt ist oft erste Anlaufstelle für Betroffene. Für Schwerstbetroffene oder Patienten mit komplexem Versorgungsbedarf wird eine Behandlung in Spezialambulanzen empfohlen. Eine spezifische medikamentöse Therapie existiert aktuell noch nicht, sodass nur die Symptome der Long-Covid-Patienten behandelt werden. Dr. Isaksson rät: „Um einem Long-Covid vorzubeugen, ist es wichtig, sich durch Infektionsschutz und Impfung vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu schützen.“ Für ihre Versicherten bietet die Kasse einen Long-Covid-Coach an. Informationen unter „https://www.aok.de/pk/long-covid/“.
