Bei Frost ausgesetzt: Tierschützer von PETA schlagen Alarm wegen Tierquälerei

Ratten und Katzen (Symbolbild) wurden im Kreis Reutlingen bei eisigen Temperaturen ausgesetzt.
Privat (l.); Boris Roessler/dpa-tmn/dpa- Katzenfamilie und zwei Ratten bei Minusgraden im Kreis Reutlingen ausgesetzt.
- Eine Ratte entkam, die andere wird im Tierheim betreut. PETA bietet 500 Euro Belohnung.
- Tierquälerei kann laut Tierschutzgesetz mit Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden.
- PETA fordert bundesweite Registrierungs- und Kastrationspflicht für Katzen.
- Tierrechtsorganisation bittet um Hinweise und setzt sich für den Schutz von Tieren ein.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Tierquäler gesucht: Im Kreis Reutlingen gab es vergangene Woche laut einem Bericht zwei Fälle, bei denen Tiere bei Kälte ausgesetzt wurden. Am Montagmorgen stand eine Box mit einer Katzenfamilie vor dem Büro des Reutlinger Tierheims. Die Mutter und ihre Kinder wurden bei Minusgraden dort abgestellt, zusammen mit einem Zettel mit Geburtsdaten und dem Hinweis, die Tiere seien „neben der vorhandenen Katze im Haushalt einfach zu viel“.
Das Tierheim kümmert sich nun um die kleine Familie. Einige Tage später fand eine Person in Wannweil einen Karton mit der Aufschrift „Help me“. Darin stand eine Box mit zwei jungen Ratten, die wohl im Oktober geboren wurden. Eine Ratte lief davon, als die Finderin die Box öffnete. Die zweite heißt nun Winky und wird im Tierheim betreut, heißt es in der Mitteilung der Tierschutzorganisation PETA.
Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Person oder Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich bei der Polizei oder telefonisch unter (0711)8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.
Aussetzen von Tieren ist ein Fall von Tierquälerei
„Die Katzenfamilie und Winky haben nur dank rascher Hilfe überlebt. Die entkommene Ratte kämpft draußen ums Überleben. Wir möchten helfen aufzuklären, wer die Tiere so herzlos zurückgelassen und damit ihren Tod in Kauf genommen hat“, so Lisa Redegeld, Fachreferentin bei PETA. „Die Halter hätten genug Verantwortungsbewusstsein zeigen und das Tierheim stattdessen um Hilfe bitten müssen. Tiere einfach auszusetzen, ist tierschutzwidrig und muss bestraft werden.“
Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass das Aussetzen von Tieren laut Paragraf 3 des Tierschutzgesetzes verboten ist und ebenso den Straftatbestand der Tierquälerei nach Paragraf 17 des Gesetzes erfüllen kann. Dies kann mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Das Tierschutzgesetz greift auch, wenn Halter die Tiere nicht artgerecht unterbringen und versorgen oder notwendige Hilfeleistung unterlassen. PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen.
Die Tierrechtsorganisation setzt sich für eine bundesweite Registrierungs- und Kastrationspflicht für Katzen ein. Durch eine Registrierung der Tiere können Mensch und Katze schnell und auf einfachem Wege einander zugeordnet werden – auch in Notfällen. Zudem tragen Kastrationen dazu bei, die Population heimatloser Katzen auf Dauer zu reduzieren. PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.
