Anschlag auf Umspannwerk in Reutlingen: Brandstifter benutzten Autoreifen als Brandmittel

In der Nacht auf Montag, 8. Juni 2026, kam es zu einem großflächigen Stromausfall im Stadtgebiet Reutlingens sowie in Betzingen und Ohmenhausen.
eibner/Dimitri Drofitsch- Brandstiftung im Umspannwerk Reutlingen-West: Täter nutzten Autoreifen als Brandmittel.
- Technische Untersuchungen weitgehend abgeschlossen, Zeugen werden vernommen.
- In der Nacht auf Montag, 8. Juni 2026, großflächiger Stromausfall in Reutlingen.
- Über 7600 Haushalte betroffen – teils bis in den Abend ohne Strom, Betriebe länger.
- Schaden in Millionenhöhe; Ermittler prüfen weitere mögliche Sabotagefälle in der Region.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Beim Feuer im Umspannwerk Reutlingen-West Anfang Juni sind Autoreifen als Brandmittel verwendet worden. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Die technischen Untersuchungen zur mutmaßlichen Brandstiftung seien demnach weitgehend abgeschlossen. Zudem würden Hinweise über verdächtige Wahrnehmungen überprüft sowie Zeugen vernommen. Welcher Brandbeschleuniger verwendet wurde, wollte die Generalstaatsanwaltschaft noch nicht sagen.
Mehr als 7600 Haushalte und 30.000 Menschen ohne Strom
Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zum 8. Juni ausgebrochen. In der Folge war das Umspannwerk ausgefallen, auch eine weitere Anlage wurde in Mitleidenschaft gezogen. Mehr als 7600 Haushalte und damit etwa 30.000 Menschen blieben bis in den Nachmittag und Abend vom Stromnetz abgekapselt. Während im Zentrum Reutlingens relativ schnell wieder Strom verfügbar war, erfolgte in Betzingen und Ohmenhausen die Stromversorgung am Nachmittag über ein Provisorium. Betriebe im Industriegebiet Mark-West bleiben sogar mehrere Tage ohne Strom.
Früh Hinweise auf einen Anschlag
Schnell hatten sich Hinweise auf Brandstiftung verdichtet, nachdem ein möglicher Brandbeschleuniger entdeckt worden war. Ein oder mehrere Täter waren nach Erkenntnissen der Ermittler auf das Gelände eingedrungen und hatten gleich an mehreren Stellen Feuer gelegt. Auch der Zaun der Anlage war beschädigt worden.
„Egal, aus welcher Motivation heraus und egal, von welcher Gruppe heraus dieser Akt vollzogen worden sein könnte: Wir werden in aller Härte gegen die Täter vorgehen, unsere Ermittlungsgruppe wird jeden einzelnen Stein umdrehen – und wir werden die Täter mit aller Härte zur Rechenschaft ziehen“, sagte baden-württembergs Innenminister Manuel Hagel vor Ort in Reutlingen. Oberbürgermeister Thomas Keck sagte: „Das ist ein Grad an Menschenverachtung, der betroffen macht. Wir müssen uns verteidigen. Wir wissen noch nicht, gegen wen, aber wir werden es herausfinden.“
Schaden in Millionenhöhe
Der Gesamtschaden zur Reparatur der Anlage dürfte sich früheren Angaben zufolge auf mehrere Millionen Euro summieren.
Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag prüfen Ermittler auch Hinweise auf weitere mögliche Sabotageversuche an Stromanlagen in der Region. Es gebe Hinweise auf Beschädigungen an ähnlichen Orten, hatte ein Sprecher der Anklagebehörde mitgeteilt. Diese würden nun untersucht und man versuche, zeitliche Eingrenzungen vorzunehmen. Konkrete Orte könne er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.

