Alternative Energien
: Investitionen rechnen sich auch wirtschaftlich

Eine Fotovoltaikanlage wurde auf dem sanierten Dach des Isolde-Kurz-Gymnasiums installiert – die Stadt engagiert sich beim Ausbau erneuerbarer Energien.
Von
Norbert Leister
Reutlingen
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Projektleiterin Laura Seitl (von links), Gebäudemanagement-Chefin Kathrin Berger und OB Thomas Keck zeigten der Presse bei einem weiteren Sommermedientermin die neue PV-Anlage auf dem Isolde-Kurz-Gymnasium.

Norbert Leister
  • Reutlingen baut erneuerbare Energien aus: Neue PV auf dem Isolde-Kurz-Gymnasium installiert.
  • 200 Module auf 600 m² liefern bis zu 90.000 kWh jährlich, 70 Prozent nutzt die Schule direkt.
  • Investition rund 100.000 Euro, geplante Amortisation nach fünf Jahren – 19.000 Euro Einsparung pro Jahr.
  • Stadt betreibt 29 Eigenverbrauchsanlagen mit etwa 1,4 Mio. kWh pro Jahr, rund 50 PV-Anlagen gesamt.
  • Weitere Anlagen an Schulen und Hallen ergänzt, Ziel des Stadtkonzerns: klimaneutral bis 2040.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Heiß war es am Mittwoch auf dem vor drei Jahren frisch sanierten Dach des Isolde-Kurz-Gymnasiums in der Reutlinger Bismarckstraße. Die Stadtverwaltung hatte zu einem weiteren Sommermedientermin geladen, durchs Treppenhaus leitete Projektleiterin und Energiemanagerin Laura Seitl die Medienvertreter über eine steile Treppe auf das 1.500 Quadratmeter große Dach des Gymnasiums – dort stand die Hitze regelrecht, die 200 neuen Fotovoltaik-Module heizten die Luft zusätzlich auf.

„Mit der Sanierung ergab sich die Verpflichtung und die Möglichkeit, die Dachfläche auch für die Erzeugung von erneuerbarer Energie zu nutzen“, betonte Kathrin Berger als Leiterin des Reutlinger Gebäudemanagements. Die städtische Verwaltungsabteilung ist die Betreiberin von mittlerweile „29 städtischen Eigenverbrauchsanlagen mit einer Gesamtleistungskapazität von etwa 1,4 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr“, betonte Oberbürgermeister Thomas Keck.

„Der erzeugte Strom wird möglichst direkt vor Ort in den städtischen Gebäuden verbraucht“ – und das zu mindestens 60 Prozent des von der Sonne erzeugten Stroms. Jährlich könnten laut Keck dadurch rund 230.000 Euro und somit rund 10 Prozent der gesamten Stromkosten eingespart werden.

Damit werde nicht nur in den Klimaschutz investiert, sondern „darüber hinaus ist das auch wirtschaftlich richtungsweisend und wertvoll“, so Keck. Zusammen mit den Bürger-Fotovoltaikanlagen würden nun rund 50 PV-Anlagen auf den Liegenschaften des Gebäudemanagements betrieben. Weitere Anlagen auf Liegenschaften der Technischen Betriebsdienste und der Stadtentwässerung kämen hinzu.

Neue Anlagen, die in den zurückliegenden zwei Jahren entstanden sind, waren etwa 15 PV-Anlagen in 2024 mit einer Leistung von 733 Kilowatt-Peak. 2025 kamen sechs weitere Eigenverbrauchsanlagen hinzu mit 400 Kilowatt-Peak, die Bürger-PV-Anlage auf der Gutenbergschule wurde von der Stadt als Betreiber übernommen. Nun kommt nicht nur die Anlage auf dem IKG hinzu, 2026 sind weitere auf der Eduard-Spranger-Schule entstanden, eine auf der Matthäus-Beger-Turnhalle und eine auf der Römerschanzschule. Außerdem wurde eine bereits bestehende Anlage auf der Roßbergschule übernommen.

Auf dem Isolde-Kurz-Gymnasium konnte nicht die gesamte Fläche von 1.500 Quadratmeter auf dem Dach belegt werden, die Beschattung durch einen Baum sowie durch Gebäudeteile verhinderten dies, wie Berger ausführte. Aber: Immerhin 200 PV-Module fanden einen Platz auf rund 600 Quadratmetern des Dachs.

„Die Planung war durchaus anspruchsvoll, weil sowohl die Geometrie wie auch die statischen Gegebenheiten herausfordernd waren.“ Die Module hätten nicht in einem einheitlichen Raster auf der Dachfläche angeordnet und befestigt werden können, „sie mussten in unterschiedlicher Ausrichtung installiert werden“, sagte Kathrin Berger. Zudem könne das grüne Dach des Neubaus „aus statischen Gründen“ nicht genutzt werden.

Dabei zeige „dieser Umstand sehr gut, dass bei diesen Anlagen nicht allein die größtmögliche Zahl an Modulen entscheidend ist“. Vielmehr gehe es darum, die vorhandenen Möglichkeiten möglichst sinnvoll und wirtschaftlich zu nutzen. Die mehr als 200 Module haben laut Berger eine Gesamtleistung von 94 Kilowatt-Peak, „die Anlage erzeugt unter Idealbedingungen bis zu 90.000 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr. Auch dieser auf den Dächern erzeugte Strom werde zum großen Teil (zu 70 Prozent) vor Ort genutzt.

Dadurch müsse deutlich weniger Strom aus dem öffentlichen Netz genutzt werden, die restlichen 30 Prozent, die auf dem IKG-Dach produziert werden, fließen ins öffentliche Stromnetz und werden laut Berger „nach den Regelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vergütet“.

Hohe Einsparungen geplant

Insgesamt könnten durch die neue Anlage pro Jahr 19.000 Euro Stromkosten eingespart werden, über eine Laufzeit von mindestens 20 Jahren steigere sich der Einspareffekt auf rund 400.000 Euro. Gekostet haben die 200 Module etwa 100.000 Euro, die Investition amortisiere sich nach den Worten von Projektleiterin Laura Seitl nach fünf Jahren. Rund 27 Tonnen Kohlendioxid würden pro Jahr eingespart, in 20 Jahren seien das 540 Tonnen CO2. „Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, dass Klimaschutz und wirtschaftliches Handeln kein Widerspruch sein müssen“, so die Gebäudemanagement-Leiterin. Bis 2040 soll der Stadtkonzern laut Keck klimaneutral sein.