Warnung vom Landratsamt: Grundwasser im Unteren Illertal belastet – vor allem in Senden

Gemüse- und Obstpflanzen sollten zur Erntezeit im Unteren Illertal nicht mit Grundwasser gewässert werden.
Hendrik Schmidt/dpa- Landratsamt warnt: Grundwasser im Unteren Illertal ist mit Lösungsmitteln belastet.
- Während der Erntezeit sollen Gartenbesitzer nicht mit Brunnenwasser gießen.
- Senden bleibt Hotspot mit 11 bis 273 µg/l; andere Orte liegen niedriger oder bei 9 µg/l.
- Brunnenwasser nicht trinken, nicht zum Baden, Duschen oder für Nutztiere verwenden.
- Leitungswasser und Badeseen gelten als unbedenklich – Lagepläne online einsehbar.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Grundwasser aus Gartenbrunnen im Illertal zwischen Bellenberg und Neu-Ulm kann nach wie vor mit Lösungsmitteln belastet sein. Darauf weist das Landratsamt Neu-Ulm auch dieses Jahr wieder im Rahmen der Gartensaison hin. Die Gehalte in Bellenberg, Vöhringen, Gerlenhofen und Ludwigsfeld liegen inzwischen auf niedrigem Niveau. Lediglich im Stadtgebiet von Senden sind noch höhere Konzentrationen vorhanden.
Das Landratsamt Neu-Ulm rät Gartenbesitzern aus den betroffenen Gebieten – wie bereits in den Jahren zuvor – zu Vorsichtsmaßnahmen. So sollte das Grundwasser aus Haus- oder Gartenbrunnen nicht als Trinkwasser verwendet werden. Obwohl Halogen-Kohlenwasserstoffe an der Luft rasch verdunsten, empfiehlt die Behörde, vorsorglich während der Erntezeit Gemüse- oder Obstpflanzen nicht mit dem belasteten Brunnenwasser zu gießen. Gemüse, Obst oder Salat sollten auch nicht mit Brunnenwasser, sondern nur mit dem Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung gesäubert werden. Außerdem rät das Landratsamt, belastetes Grundwasser aus dem Brunnen nicht zum Baden, Duschen oder Tränken von Nutztieren zu verwenden.
Die Werte in den betroffenen Gebieten im Überblick
Die Grundwasserverunreinigungen durch sogenannte Halogen-Kohlenwasserstoffe wie Tetrachlorethen (PER) und Trichlorethen (TRI) gehen nach wie vor von den Firmengrundstücken einer ehemaligen Großreinigung in Bellenberg und der früheren Uhrenfabrik in Senden aus.
Nach den aktuellen Untersuchungen, welche jährlich Ende Mai stattfinden und veröffentlicht werden, ist in den folgenden Gebieten des Landkreises der Grenzwert nach der Trinkwasserverordnung für Halogen-Kohlenwasserstoffe von zehn Mikrogramm je Liter Wasser noch überschritten:
Bellenberg: Im Gebiet westlich der Bachstraße und nördlich des Mühlbachs liegen die Werte zwischen 9 und 32 Mikrogramm je Liter Wasser.
Vöhringen: Im Stadtgebiet westlich der Bahnlinie Ulm–Kempten liegen die Werte bei bis zu 8 Mikrogramm je Liter Wasser.
Senden: Im Stadtgebiet nördlich der Erich-Rittinghaus-Straße zwischen der Kemptener Straße und der Bahnlinie Ulm–Kempten liegen die Werte zwischen 11 Mikrogramm und maximal 273 Mikrogramm je Liter Wasser.
Neu-Ulm, Stadtteil Gerlenhofen: Entlang der Bahnlinie Ulm–Kempten und westlich davon zwischen 11 und 18 Mikrogramm je Liter Wasser.
Neu-Ulm, Stadtteil Ludwigsfeld: Östlich der Memminger Straße liegen die gemessenen Werte bei 9 Mikrogramm je Liter Wasser.
Leitungswasser und Wasser in Badeseen unbedenklich
Das Grundwasser in den restlichen Neu-Ulmer Stadtteilen und in der Innenstadt ist nicht belastet. Auch das Leitungswasser aus der öffentlichen Wasserversorgung ist nicht verunreinigt und kann ohne Einschränkungen genutzt werden. Ebenso unbedenklich ist das Wasser der Badeseen.
Die Lagepläne mit den Messergebnissen können beim Landratsamt Neu-Ulm oder im Internet unter https://www.landkreis-nu.de/Wasserrecht-Bodenschutz/Dienstleistungen unter „Grundwasserbelastung im Unteren Illertal“ eingesehen werden. Telefonische Auskünfte gibt es auch per Telefon unter 0731 7040-35100.