Frustration, Vertrauensverlust, Schock: Mit drastischen Worten haben die Neu-Ulmer Kreisräte am Freitagvormittag über die Krankenhäuser diskutiert. Für besagten Frust sorgte dabei, dass für das Jahr 2017 eine weitere halbe Million Euro nachgeschossen werden muss. Das Defizit in diesem Jahr liegt damit nun bei 13,1 Millionen Euro. Heuer muss der Landkreis sogar 14,6 Millionen Euro an die drei Krankenhäuser überweisen. Das könne so nicht weitergehen, waren sich Landrat Thorsten Freudenberger und alle Kreisräte einig.

Klinikdirektor mahnt zur Geduld

Klinikdirektor Marc Engelhard, seit Anfang 2018 im Amt, mahnte zur Geduld. Das „Missmanagement“ (Landrat Freudenberger) der vergangenen Jahre aufzuarbeiten, brauche es zwei, drei Jahre. Noch kämpfe er mit Altlasten: So wurde etwa 2017 und 2018 vergessen, das Weihnachtsgeld einzukalkulieren, weshalb plötzlich „die Personalkosten explodiert sind“. Das Defizit 2018 beträgt 8,9 Millionen Euro. Im März will Engelhard das medizinisch-strategische Konzept vorlegen. Dieses soll die Basis sein für die weitere Struktur der Kreisspitalstiftung. Alle drei Häuser seien auf Dauer nicht haltbar. Engelhard sagte aber auch, er habe Einsparpotentiale in Höhe von 9 Millionen Euro identifiziert. Freudenberger: „Wir haben kein Erkenntnis- sondern ein Umsetzungsproblem.“
Der Landkreis lässt derzeit auch prüfen, ob er die früheren Geschäftsführer juristisch belangen kann. Es gibt wohl Leistungen ohne Verträge, Mitarbeiter ohne Arbeitsverträge. Direktor Engelhard sprach von „Black Boxen“ bei den Ausgaben.

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