Vandalismus beim TSV Senden
: Vereinsheim verwüstet – „Das ist auch emotional sehr schlimm“

Eigentlich hatte der Verein nach Problemen in der Vergangenheit einen Neustart geplant – jetzt haben Unbekannte Totalschaden angerichtet. Wie es weitergeht, ist noch unklar.
Von
Yasemin Gürtanyel
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Verwüstung am Vereinsheim des TSV Senden

Unbekannte haben im Vereinsheim des TSV Senden gewütet.

Salih Kostak
  • Unbekannte verwüsteten das Vereinsheim des TSV Senden – laut Polizei Schaden von 30.000 Euro.
  • Die Tat geschah zwischen Sonntag, 17. Mai, und Donnerstag, 21. Mai.
  • Wände, Dachverkleidung, Fenster und Inventar zerstört, Trophäen und Fotos beschädigt oder weg.
  • Emotionaler Rückschlag nach geplantem Neuanfang; Stadtverwaltung sichert Unterstützung zu.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Massivholzwände des Vereinsheims des TSV Senden sind heruntergerissen, die Dachverkleidung ebenso. Der Flachbildschirm, auf dem sich die Vereinsmitglieder immer die Fußballspiele angeschaut haben – und auch jetzt die WM-Spiele verfolgen wollten –, ist zerstört. Genau wie Fotos, Pokale und Wimpel – wenn sie nicht gleich ganz verschwunden sind. Auch die restliche Einrichtung ist verwüstet, sämtliche Fensterscheiben – es sind fünf oder sechs – seien eingeschlagen worden. „Das ist Totalschaden.“ Salih Kostak, der erste Vorsitzende des TSV Senden, ist immer noch beeindruckt von der Verwüstung, die Unbekannte zwischen Sonntag, 17. Mai, und Donnerstag, 21. Mai, angerichtet haben.

Wann genau ist unklar, denn wegen der Ferien war Trainingspause im Verein, sagt Kostak. Auf den Vorfall aufmerksam sei man geworden, weil sich Anwohner über Müll im Vereinsgelände beschwert hatten. Er sei dann sofort dorthin geeilt, bereits mit einem schlechten Gefühl im Magen. „Da hat sich jemand sehr viel Mühe gegeben“, meint er sarkastisch. Die Täter seien mit einer Leiter angerückt, hätten auch von außen versucht, das Dach zu zerstören, damit Regen ins Innere eindringen könne. „Die müssen sich ausgekannt haben.“ Er spricht im Plural, denn „das schafft kein Einzelner in einer halben Stunde“.

Keine Hinweise auf die Täter

Abgesehen davon aber hat Kostak keine Ahnung, wer dem Verein derart Böses wollte. Racheakte eines anderen Vereins schließe er eigentlich aus. Allerdings: „Es war nicht das erste Mal“, fügt er hinzu. Zwar war das Ausmaß geringer, aber mit Vandalismus habe der Verein in den vergangenen Jahren immer wieder zu tun gehabt. Ziel der Zerstörer war damals aber der Verkaufskiosk am Fußballplatz des Vereins gewesen. Dort seien etwa immer wieder Scheiben eingeschlagen und Schmierereien angebracht worden. Auch hier habe es keine Hinweise darauf gegeben, wer hinter den Taten stehen könnte. „Wir haben es dann irgendwann aufgegeben und den Kiosk abgerissen“, berichtet Kostak. Die Täter hätten daraufhin wohl ein neues Ziel gesucht und das Vereinsheim gefunden, vermutet er. „Aber nie hätten wir gedacht, dass sie so weit gehen würden.“ Überwachungskameras hätten sie im Inneren des Heims daher nicht angebracht, außen sei es aus Datenschutzgründen nicht erlaubt gewesen.

Das zerstörte Vereinsheim des TSV Senden

Anwohner hatten sich über Müll beim Vereinsheim beschwert.

Salih Kostak

Die Polizei, die die Ermittlungen aufgenommen hat, schätzt den Sachschaden auf 30.000 Euro. „Das wird es mindestens sein“, meint Kostak. Das Vereinsheim zu reparieren, mache angesichts der Verwüstung keinen Sinn. Das Gebäude sei zwar immer wieder renoviert worden, stamme aber noch aus den 1970er Jahren. „Da können wir nur mit dem Abriss-Bagger kommen und dann ganz neu bauen.“

Ob man das tun werde und wie es nun weitergeht, sei aber noch völlig unklar. „Wir müssen uns erst einmal zusammensetzen und beraten“, sagt er. Der finanzielle Schaden sei aus seiner Sicht nicht einmal das Schlimmste. „Das ist auch emotional sehr belastend für uns.“ Das Sportsheim – „unsere Hütte“, wie Kostak das Gebäude liebevoll nennt – sei das Herz des Vereins gewesen. Hier sei man zusammengekommen, habe geredet und beraten, in guten und schlechten Zeiten.

Verein wollte Neuanfang

Von Letzteren hat es in den vergangenen Jahren einige gegeben, der Verein hatte immer Probleme wegen Gewalt einzelner Spieler bekommen, die deswegen teils auch gesperrt worden waren. „Wir wollten jetzt einen Neuanfang machen, an unsere guten Zeiten vor zwei, drei Jahren anknüpfen“, sagt Kostak, der erst im Winter zum ersten Vorsitzenden gewählt worden war. Der Vorfall ist nun ein herber Rückschlag.

Immerhin positiv: Die Stadtverwaltung, auch Bürgermeisterin Claudia Schäfer-Rudolf, sei dem Verein sofort zur Seite gesprungen, man wolle jetzt gemeinsam überlegen, was man tun könne. An seinem Vorsatz jedenfalls will der Verein festhalten, betont Kostak: „Wir wollen nur noch mit sportlichen Schlagzeilen von uns reden machen – hoffentlich positiven.“

Zeugen der Tat werden gebeten, sich unter der Rufnummer (07307) 91000-0 bei der Polizeistation Senden zu melden.