Überschallknall
: Eurofighter donnern über Ulm nach Norden

Am Montagmittag horchte die Region auf: Ein ohrenbetäubender Krach war zu hören. Dahinter steckten mindestens drei Kampfjets.
Von
Phillip Weingand
Stuttgart/Ulm
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Symbolbild: Ein Eurofighter der Luftwaffe flog am Dienstagvormittag nahe Kremmen.

ARCHIV - 07.06.2018, Niedersachsen, Wunstorf: Ein Eurofighter der Luftwaffe fliegt beim Spotterday der Bundeswehr über dem Fliegerhorst Wunstorf bei Hannover. (zu "Rüstungs-Exportverbot sorgt bei Airbus für Gewinneinbruch") Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Überschallflug der Luftwaffe über Ulm und der Region.

Julian Stratenschulte/dpa
  • Überschallknall alarmiert Region Ulm: Drei Eurofighter flogen am Montag gegen 14.30 Uhr Richtung Norden.
  • Jets durchbrachen bei Schwäbisch Gmünd die Schallmauer und legten Schleifen über der Region.
  • Flüge starteten in Neuburg und Ingolstadt-Manching, einer simulierte ein feindliches Flugzeug.
  • Eurofighter erreichen Mach 2,35, Deutschland besitzt 138 Maschinen, weitere sind in Planung.
  • Alarmrotte des Luftwaffengeschwaders 74 sichert rund um die Uhr den Luftraum in Notfällen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein gewaltiger Knall hat am Montagnachmittag die ganze Region aufgeschreckt. Gegen 14.30 war in Ulm ein lauter Knall zu hören. Auch im Rems-Murr-Kreis und im Kreis Esslingen berichten Leserinnen und Leser der Stuttgarter Zeitung über einen ohrenbetäubenden Krach.

Dahinter steckt wieder einmal ein Überschallflug der Luftwaffe: Tools zur Nachverfolgung von Flügen zeigen den Start zweier Maschinen mit der Funkkennung „Jaeger 1“ und „Jaeger 2“ in Neuburg an der Donau. Ein dritter Eurofighter startete in Ingolstadt-Manching – möglicherweise handelte es sich dabei um einen Jet, der für eine Übung ein feindliches Flugzeug simulierte. Laut ihrem Rufzeichen gehörte die Maschine zum Luft- und Raumfahrtkonzern DASA.

Dann folgte der Flug zunächst dem Verlauf der Donau, über Ulm flogen die Kampfjets dann nach Norden. Auf einer Höhe von rund 40.000 Fuß – umgerechnet rund 12 Kilometern – über dem Meeresspiegel umkreisten die Eurofighter Schwäbisch Gmünd, wobei sie auch Welzheim und Göppingen überflogen. Dabei durchbrach mindestens eines der Flugzeuge die Schallmauer. Danach flogen sie noch einige Schleifen in der Region Ulm – was für Autofahrer eine Strecke von Stunden wäre, legten die Piloten in wenigen Minuten zurück.

Eurofighter erreicht mehr als doppelte Schallgeschwindigkeit

Der Eurofighter ist das Standard-Kampfflugzeug der Bundesluftwaffe. Laut der Bundeswehr verfügt Deutschland über 138 solcher Maschinen, der Haushaltsausschuss des Bundestags hat jüngst die Beschaffung weiterer Eurofighter gebilligt. Der Eurofighter erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 2,35 – also mehr als das zweifache der Schallgeschwindigkeit – und kann mit verschiedenen Waffen zur Bekämpfung von Luft- und Bodenzielen bestückt werden. Die meisten Eurofighter sind einsitzig, zur Ausbildung gibt es jedoch auch Maschinen in zweisitziger Trainerausführung.

Im bayerischen Neuburg an der Donau ist das Taktische Luftwaffengeschwader 74 stationiert. Eine der Aufgaben dieser Einheit ist die Bereitstellung der sogenannten Alarmrotte. Diese besteht aus zwei Eurofightern, die an jedem Tag im Jahr rund um die Uhr in Alarmbereitschaft sind, um den Luftraum zu sichern. Reagiert beispielsweise ein Passagierflugzeug nicht auf Anweisungen der Flugsicherung, hebt die Alarmrotte ab und eskortiert das Flugzeug.