Tödlicher Vorfall bei Hittistetten
: 18-Jähriger stirbt auf der A7 – Kriminalpolizei sucht bestimmtes Fahrzeug

Der junge Mann, der am 4. Februar auf der Autobahn bei Hittistetten als Fußgänger tödlich verletzt wurde, hat offenbar Suizid begangen. Die Kriminalpolizei bittet um Hilfe.
Von
Stefan Czernin
Kreis Neu-Ulm
Jetzt in der App anhören

Der am 4. Februar tödlich verunglückte 18-Jährige auf der A7 bei Hittistetten ist jetzt ein Fall für die Kriminalpolizei. Sie sucht dringend Zeugen.

© Chalabala/stock.adobe.com

Es war ein schwerer Schlag, der viele fassungslos zurückließ: Bereits am Sonntag, 4. Februar, in den frühen Morgenstunden, ereignete sich ein folgenschwerer Verkehrsunfall auf der A7 in Fahrtrichtung Würzburg. Ein 18-Jähriger begab sich nach aktuellem Stand der Ermittlungen bewusst als Fußgänger auf die Fahrbahn, um Suizid zu begehen, teilt die Polizei mit. Die Kriminalpolizeiinspektion Neu-Ulm hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Die SÜDWEST PRESSE berichtet nur in Ausnahmefällen über Suizide. In diesem Fall ist die Kriminalpolizei jedoch auf mögliche Zeugen angewiesen.

Tödlicher Zusammenstoß um 4.24 Uhr

Am 4. Februar, gegen 4.25 Uhr, gingen bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West sowie bei der Leitstelle des Rettungsdienstes zahlreiche Notrufe ein. Mehrere Fahrer meldeten einen leblosen, menschlichen Körper, der auf der A7 in Fahrtrichtung Würzburg kurz nach der Anschlussstelle Hittistetten lag. Der unmittelbar eintreffende Notarzt konnte nur noch den Tod des 18-Jährigen feststellen. Der junge Mann hatte in dieser Nacht seinen 18. Geburtstag in Holzschwang gefeiert, heißt es aus dessen Umfeld.

Beamte der Verkehrspolizeiinspektion Günzburg nahmen den Verkehrsunfall vor Ort auf und führten zunächst auch die anschließenden Ermittlungen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Memmingen wurde eine Obduktion des Verstorbenen gerichtlich angeordnet. Die bisherigen Ermittlungserkenntnisse, die Feststellungen der Rechtsmedizin Ulm sowie die Rückschlüsse eines Unfallsachverständigen ergeben zusammen einen naheliegenden Ablauf der Ereignisse.

Der vermutlich in „suizidaler Absicht“ auf die Fahrbahn getretene 18-Jährige wurde von einem bislang noch unbekannten weiteren Fahrzeug erfasst, welches sich jedoch im Anschluss von der Unfallstelle entfernte. Der Grund hierfür sei bislang unklar.

Kriminalpolizei richtet Ermittlungsgruppe ein

Aufgrund der geänderten Sachlage übernahm zum Ablauf der letzten Woche die Kriminalpolizeiinspektion Neu-Ulm die weiteren Ermittlungen. Die Kripo hat zur Aufklärung der Ereignisse eine Ermittlungsgruppe eingerichtet und wird weiterhin durch Einsatzkräfte der Verkehrspolizeiinspektion Günzburg unterstützt. Umfangreiche Beweismittel wurden bereits gesichert; die Auswertung dieser dauert nach wie vor an. Auch eine großräumige Absuche der Unfallstelle mit Unterstützungskräften der Bereitschaftspolizei sowie speziell ausgebildeten Drohnen-Piloten der Zentralen Ergänzungsdienste Neu-Ulm ist bereits erfolgt.

Die Kripo Neu-Ulm bittet um Mithilfe

Die Kripo Neu-Ulm bittet die Bevölkerung konkret um Mithilfe. Es sind folgende Hinweise von Bedeutung:

  • Haben Sie an oder in der Nähe der Unfallstelle, auf der A7 in Fahrtrichtung Würzburg, kurz nach der Anschlussstelle Hittistetten, am 4. Februar gegen 4.25 Uhr bis 4.40 Uhr verdächtige Beobachtungen gemacht. Dazu gehören unter anderem auch sich auffällig verhaltende Fahrzeugführer oder Personen auf und neben der Fahrbahn.
  • Haben Sie Personen beobachtet, die ihr Fahrzeug am Unfalltag oder zeitnah danach auffällig nach Schäden inspizierten, gegebenenfalls in einer für die Person untypischen Art und Weise an einer gegebenenfalls unüblichen Örtlichkeit?

Zeugen, die Angaben zum Unfallhergang selbst oder verdächtigen Beobachtungen zur relevanten Zeit machen können, werden gebeten, sich direkt bei der Ermittlungsgruppe unter der Telefonnummer (0731) 801 30 zu melden.

Hilfe bei Suizidgedanken

Wenn Sie sich in einer persönlichen Krise befinden und Hilfe brauchen, reden Sie darüber. Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten, die ihnen ermöglichen, anonym mit Menschen über ihre Situation zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich. Kontaktieren Sie die Telefonseelsorge unter der kostenlosen Rufnummer 0800 111 01 11 oder 0800 111 02 22.