Statistik der Polizei Neu-Ulm
: Gewalt gegen Polizeibeamte nimmt zu

Die Zahl verbaler und körperlicher Übergriffe auf Einsatzkräfte ist im vergangenen Jahr gestiegen. In der Mehrheit der Fälle waren berauschende Mittel im Spiel.
Von
swp
Neu-Ulm
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Drei Fußballfans wurden am Neu–Ulmer Bahnhof attackiert.

Ein junger Mann hebt seine geballte Faust (Foto vom 11.01.2008) (Illustrationsfoto zum Thema Gewalt). In der CDU hält die Empörung über SPD-Fraktionschef Struck an, der dem hessischen Ministerpräsidenten Koch (CDU) wahlkampfbedingte klammheimliche Freude über die aktuellen Fälle von Jugendgewalt unterstellt hatte. Foto: Karl-Josef Hildenbrand dpa/lby (zu dpa 4097) +++(c) dpa - Bildfunk+++Aus nichtigem Anlass zuschlagen: Bei Gewaltexzessen sollten Unbeteiligte auch an die eigene Sicherheit denken. Der Ruf der Polizei ist jedoch Pflicht. Foto: dpaBei steigendem Frust fliegen die Fäuste: Die Polizei ist immer häufiger Blitzableiter für Gewaltausbrüche. Foto: dpaMit gezielten Faustschlägen und Knietritten hatte der 25-jährige Kampfsportler vier Polizeibeamte außer Gefecht gesetzt. Symbolfoto: dpa

Die Gewalt gegen Polizeibeamte nimmt im Bereich Schwaben Süd/West zu.

Karl-Josef Hildenbrand
  • Polizei Schwaben Süd/West meldet mehr Gewalt gegen Einsatzkräfte als im Vorjahr.
  • Insgesamt 588 Fälle, 256 verletzte Beamte – einer schwer verletzt.
  • 70 Delikte im Kreis Neu-Ulm, 2024 waren es noch 64.
  • In fast zwei Dritteln der Fälle spielten berauschende Mittel eine Rolle.
  • Beispiel Weißenhorn: Betrunkener 42-Jähriger wurde gewalttätig und randalierte in Zelle.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am 18. März werden Polizeibeamte zu einer Streitigkeit nach Weißenhorn gerufen: Ein 42-Jähriger möchte die Wohnung seiner Ex-Partnerin nicht verlassen. Auf die Ansprache der Streife zeigte sich der alkoholisierte Mann unkooperativ und wurde im weiteren Verlauf gegenüber den Beamten gewalttätig. Er provozierte die beiden Polizisten und stürzte einen von ihnen zu Boden. Nur durch den Einsatz körperlicher Gewalt und Pfefferspray konnte der Widerstand gebrochen werden. Anschließend wurde der Mann gefesselt und fixiert. Auch auf dem Weg zum Polizeifahrzeug zeigte er sich aggressiv und spuckte Blut. In der Haftzelle randalierte der 42-Jährige und trat gegen die Zellwände, wodurch Fliesen von der Wand fielen und Löcher entstanden.

Bei dem Einsatz wurde ein Polizeibeamter verletzt und war vorübergehend nicht dienstfähig. Er ist ein Beispiel für die zunehmende Zahl der verbalen und körperlichen Gewalt gegen Polizeibeamte, wie die Polizei Schwaben Süd/West in einer Meldung mitteilt. Demnach seien die Delikte im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Ebenso die Zahl der verletzten Beamten. Der Mitteilung zufolge kam es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums zu insgesamt 588 Fällen verbaler und körperlicher Gewalt, denen die Einsatzkräfte ausgesetzt waren. Das stellt einen Anstieg von 3,9 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024 dar. Insgesamt seien 256 Polizeikräfte verletzt worden – einer davon schwer –, was einer Mehrung von 17,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. 70 der Gewaltdelikte entfallen auf den Kreis Neu-Ulm. Zum Vergleich: 2024 waren es noch 64.

Oft Alkohol im Spiel

„Dass Beschimpfungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe auf unsere Einsatzkräfte zunehmen, ist erschütternd und niemals hinnehmbar“, teilt Polizeipräsidentin Claudia Strößner mit. „Angriffe auf Polizistinnen und Polizisten treffen nicht nur die Menschen, die uns schützen, sondern auch unseren Rechtsstaat und unsere gemeinsamen Werte“, so Strößner weiter. Auch Hass und Beleidigungen in sozialen Medien dürften nicht geduldet werden, denn sie könnten schnell zu realer Gewalt führen.

In fast zwei Dritteln der Fälle standen laut Polizei die Tatverdächtigen der Gewaltdelikte unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln, vor allem Alkohol. 80 Prozent der Tatverdächtigen seien männlich gewesen, 90 Prozent Erwachsene gewesen. Rund drei Viertel der verdächtigen Personen seien bereits polizeilich bekannt oder sogenannte Wiederholungstäter gewesen.

Bayernweit erreichten die Zahlen im Jahr 2025 einen Höchststand. Insgesamt wurden 3172 Einsatzkräfte durch Gewalttäter verletzt, 13 von ihnen mussten schwerverletzt stationär behandelt werden.