Sicherheitsgespräch 2024: Wie sicher sind Neu-Ulm und die Region?

Die Zahl der Straftaten im Landkreis Neu-Ulm 2023 hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur sehr leicht verändert. Das teilt das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in einer Pressemeldung mit.
Karl-Josef Hildenbrand/dpaAm Donnerstag, 11. Juli, fand im Rathaus Neu-Ulm das jährliche Sicherheitsgespräch zwischen Polizei, der Stadt und dem Landkreis Neu-Ulm statt. Unter Leitung von Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger, dem stellvertretenden Landrat Erich Winkler und Polizeipräsidentin Claudia Strößner wurde die Sicherheitslage in der Stadt und im Landkreis Neu-Ulm erörtert. Das teilt das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in einer Pressemeldung mit.
Neben den Behördenleitungen nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter der Schutzpolizeien aus Illertissen, Neu-Ulm, Senden und Weißenhorn, der Verkehrspolizei Günzburg, der Kriminalpolizei Neu-Ulm, sowie die zuständigen Referats- und Abteilungsleitungen des Landratsamtes und der Stadt Neu-Ulm teil. Erstmalig war auch die Leiterin der Bundespolizeiinspektion Nürnberg, Helen Townson, dabei. Ihr Zuständigkeitsbereich erstreckt sich im Bayerischen von Mittelfranken bis an die Baden-Württembergische Grenze.
Eine sichere Region
Polizeipräsidentin Strößner erläuterte die allgemeine Sicherheitslage und ging hierbei auf die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik ein. „Die Zahlen sind erfreulicherweise leicht rückläufig oder auf gleichem Niveau gegenüber dem Vorjahr geblieben“, sagte sie. „Die Menschen leben hier in einer sehr sicheren Region.“ Auch die ersten, für das Jahr 2024 vorliegenden Daten, würden diesen Trend belegen.
Die Anzahl der Straftaten stieg im Landkreis von 2022 auf 2023 um sieben Fälle an und liegt jetzt bei 7.275 (bereinigt: 7.089) erfassten Straftaten. Das ist ein Anstieg von 0,1 Prozent. Hingegen sank die Zahl für die Stadt Neu-Ulm von 3.646 auf 3.537 (bereinigt 3.512), was einen Rückgang von drei Prozent darstellt. Bereinigt bedeutet, so wird es in der Mitteilung erklärt, dass Tatbestände, die ausschließlich durch Ausländer begangen werden können, herausgerechnet werden. Ausländerrechtliche Verstöße seien Straftaten nach dem Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz, zum Beispiel die illegale Einreise.
Die Aufklärungsquote für die Stadt Neu-Ulm sank leicht auf 68,8 Prozent. Im Vorjahr lag sie noch bei 70,0 Prozent. Auch im Landkreis ist die Aufklärungsquote etwas gesunken, von 71,0 Prozent auf 70,2 Prozent. Damit liege man aber immer noch über dem gesamtbayerischen Schnitt von rund 68 Prozent. Die Häufigkeitszahl für den Landkreis Neu-Ulm sank von 4.099 auf 4.032 und in der Stadt Neu-Ulm von 6.096 auf 5.794, was jeweils einen sehr guten Wert darstelle. Die Häufigkeitszahl beschreibe das Verhältnis der bekannt gewordenen Straftaten pro hunderttausend Einwohner.
Unfallzahlen im Straßenverkehr
Im Bereich des Straßenverkehrs stiegen die Unfallzahlen sowohl für den Landkreis Neu-Ulm (von 5.395 auf 5.727) als auch für die Stadt Neu-Ulm (von 2.217 auf 2.479) an. Die Anzahl der bei den Verkehrsunfällen verletzten Personen stieg damit auch in beiden Bereichen leicht an. Zudem kamen im Landkreis und in der Stadt gegenüber dem Vorjahr mehr Personen bei Verkehrsunfällen zu Tode. Die Zahl im Landkreis stieg von acht tödlichen Verkehrsunfällen im Jahr 2022 auf elf im Jahr 2023. Im Stadtgebiet Neu-Ulm stieg die Zahl der Getöteten von drei auf fünf Personen. Neben der Zunahme des Verkehrs nach Ende der Coronapandemie sind auch viele Pedelec-Fahrerinnen und -Fahrer in Verkehrsunfälle verwickelt und für die Entwicklung der Unfallzahlen mitverantwortlich.

Die Beteiligten am Sicherheitsgespräch 2024, (v.l.n.r): Michael Keck, Abteilungsleiter Thomas Nägele, Jürgen Salzmann, Muggli, Stefanie Kraatz, Rüdiger Dolejsch, Stefan Müller, Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger, Timo Grötzinger, Kristina Langer, Christoph Maul, Helen Townson, Thorsten Schweier, Abteilungsleiter Alexander Mangold, Steffen Maresch, Claudia Strößner, Markus Asbach, Harald Schikotanz, Stellvertretender Landrat Erich Winkler, Susanne Höppler, Dezernatsleiter Anton Bullinger.
Polizeipräsidium Schwaben Süd/WestKurz thematisiert wurden bei dem Treffen auch das in Kraft getretene Konsum-Cannabisgesetzes und die Umsetzung in den verschiedenen Sicherheitsbehörden. Erfahrungswerte liegen hier noch nicht vor, jedoch sei man sich einig gewesen, dass die Fachbehörden eng miteinander zusammenarbeiten müssen.
Diskussion über Einzelfälle
Weiterer Themenschwerpunkt war die Sicherheit im Umfeld des Neu-Ulmer Bahnhofs. Anfang März hatten sich zwei öffentlichkeitswirksame Straftaten ereignet, die in Medien und bei den Neu-Ulmer Bürgerinnen und Bürgern zu einer Diskussion über die Sicherheit am Julius-Rohm-Platz geführt hatten. Obwohl die Kriminalitätsbelastung in den letzten fünf Jahren im Bereich des Neu-Ulmer Bahnhofs gesunken ist, sei das subjektive Sicherheitsgefühl durch die Vorfälle stark beeinträchtigt worden. Mit einer Vielzahl von Maßnahmen in Zusammenarbeit von Polizei, Stadt und Centermanagement soll die gefühlte Sicherheit wieder stabilisiert werden.
Zum Abschluss wurde bei dem Sicherheitsgespräch der „Hundeköderfall“ in Neu-Ulm angesprochen. Beamten des Zentralen Ermittlungsdienstes in Neu-Ulm war es hier gelungen, einem über Jahre agierenden Tierquäler das Handwerk zu legen. Er hatte immer wieder, in unregelmäßigen Abständen präparierte Hundeköder, die zu Verletzungen bei den Tieren führte, ausgelegt.
Grund für die Treffen
Sicherheitsgespräche bilden die regelmäßige Grundlage der Sicherheitsbehörden, um sich gemeinsam ein Bild über die Kriminalitätsentwicklung zu machen, aktuelle Problemstellungen zu erörtern und mögliche gemeinsame Strategien zu entwickeln, heißt es in der Mitteilung.
