Schüsse in Langweid
: Sportschütze schießt fünf Menschen nieder: Drei Tote und zwei Verletzte

Wegen eines Nachbarschaftsstreits im Dorf Langweid fielen am Freitagabend (28.07.23) tödliche Schüsse. Die Polizei fahndete mit Hubschrauber. Der mutmaßliche Täter ist Sportschütze.
Von
Isabelle Jahn, dpa
Kreis Augsburg
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  • Abgesperrter Tatort: Bei einer Schießerei in einem Mehrfamilienhaus im bayerischen Langweid sind nach ersten Erkenntnissen drei Menschen ums Leben gekommen.

    Abgesperrter Tatort: Bei einer Schießerei in einem Mehrfamilienhaus im bayerischen Langweid sind nach ersten Erkenntnissen drei Menschen ums Leben gekommen.

    Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Eine der Leichen wird aus dem Mehrfamilienhaus in Langweid bei augsburg getragen, in dem drei Menschen erschossen wurden. Der mutmaßliche Täter ist Sportschütze. Bei ihm wurden mehrere Waffen gefunden.

    Eine der Leichen wird aus dem Mehrfamilienhaus in Langweid bei augsburg getragen, in dem drei Menschen erschossen wurden. Der mutmaßliche Täter ist Sportschütze. Bei ihm wurden mehrere Waffen gefunden.

    Karl-Josef Hildenbrand, dpa
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In Langweid am Lech bei Augsburg hat sich am Freitagabend (28.07.23) eine schreckliche Bluttat ereignet, bei der nach bisherigen Erkenntnissen drei Menschen ums Leben kamen und zwei weitere verletzt wurden.

Rettungs– und Polizeiwagen stehen am Freitagabend in der ruhigen Wohngegend in dem kleinen Dorf mit knapp 9000 Einwohnern. In dem Haus in der Schubertstraße, in dem sich das furchtbare Verbrechen ereignet hat, sind die Fenster hell erleuchtet. Ein Deutscher im Alter von 64 Jahren soll dort in einem Mehrfamilienhaus zwei Frauen und einen Mann erschossen haben. Zwei weitere Personen habe er am selben Abend mit Schüssen schwer verletzt.

Schießerei in Langweid: Nachbarschaftsstreit ging voraus

Nach Angaben der Polizei soll der Tatverdächtige selbst in dem Haus gewohnt und seine Nachbarn niedergeschossen haben. Die Ermittler gehen von einem Nachbarschaftsstreit aus. „Bei dem Tatverdächtigen und den drei Getöteten handelt es sich um Nachbarn, die im gleichen Mehrfamilienhaus wohnten“, teilt die Polizei in der Nacht zum Samstag mit. Sie ermittelt nun, wie es zu der Tat im Dorf Langweid kommen konnte.

Mann tötet Ehepaar und Frau in Langweid — weitere Schüsse und Verletzte

Ersten Erkenntnissen zufolge begann am Freitagnachmittag in einem Mehrfamilienhaus ein Nachbarschaftsstreit. Gegen 19.15 Uhr erschoss der 64–Jährige demnach im Treppenhaus oder im Flur ein Ehepaar und dann — offenbar durch die Wohnungstür — eine 72–jährige Frau.

Danach fuhr der Mann mit seinem Auto zu einem anderen Haus und schoss erneut durch eine Tür — das Paar dahinter wurde den Angaben zufolge durch die Projektile nicht lebensgefährlich verletzt.

Der 44–Jährige und die 32–Jährige mussten aber ins Krankenhaus. Die Polizei erklärte, zwischen den Bewohnern des Mehrfamilienhauses und dem verletzten Paar aus dem Hochvogelweg bestehe eine Verbindung.

Nach Todesschüssen flieht der Täter: Fahndung und Festnahme

Nach den Schüssen auf die zweite Wohnungstür flüchtete der 64–Jährige mit seinem Auto. Die Polizei rief den Mann zur Fahndung aus. Wie die „Augsburger Allgemeine“ berichtete, kreiste zeitweise ein Hubschrauber über dem kleinen Ort. Die Polizeibeamten fanden den Tatverdächtigen bereits eine halbe Stunde später und konnten ihn widerstandslos festnehmen. Im Auto fanden die Ermittler zwei Kurzwaffen, teilte das Polizeipräsidium Schwaben Nord in Absprache mit der Staatsanwaltschaft mit.

Mutmaßlicher Täter ist Sportschütze: Weitere Waffen gefunden

Der Mann sei Sportschütze, erklärte die Polizei. Er besitze als solcher mehrere unterschiedliche Waffen und habe auch eine waffenrechtliche Erlaubnis. Beamte fanden weitere Waffen in der Wohnung des Mannes.

Die konkreten Hintergründe zur Tat seien derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen. Er sollte noch am Samstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden und in Untersuchungshaft kommen.

Zahlreiche Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdienst waren in dem Wohngebiet in Langweid am Lech bei Augsburg bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz. Sie sperrten den Tatort mit Flatterband ab, sicherten Spuren und befragten Zeugen. Der Tatort war mit Flatterband abgesperrt, die Spurensicherung vor Ort.

Entsetzen und Trauer im Dorf nach den Schüssen

Langweid ist ein Ort mit vielen Einfamilienhäusern und Reihenhäusern. Mehrfamilienhäuser wie in der Schubertstraße gibt es eher wenige. Am Samstagvormittag, 29.07.2023, ist von dem Verbrechen dann nichts mehr zu sehen: Kein Flatterband, keine Polizeiwagen, nur wenige Menschen sind in dem gut 8900 Einwohner zählenden Ort in Schwaben auf der Straße unterwegs. Eine Anwohnerin berichtet, wie sie in der Nacht von dem Lärm der Hubschrauber geweckt wurde und die Spurensicherung im Garten beobachtete. Sie wirkt ungläubig und entsetzt, dass so etwas hier passieren konnte.

„Das ist ein ganz unauffälliger, ruhiger Vorort — und auch ein sicherer Ort“, erzählt Polizeisprecher Trieb. Die Freiwillige Feuerwehr hatte für den Samstag eigentlich zu einer Party geladen. Doch nun ist niemandem nach feiern zumute. „Aufgrund der gestrigen Vorfälle in Langweid haben wir die Entscheidung getroffen, unsere heutige Brandlöschparty abzusagen“, heißt es auf der Homepage.