Rohbau-Villa in Oberelchingen
: Termin für Zwangsversteigerung geplatzt

Wie es auf der prominentesten Dauerbaustelle in Oberelchingen weitergeht, bleibt weiter ungewiss. Am 13. Mai sollte die halbfertige Villa eines verurteilten, ehemaligen Elchinger Hausarztes zwangsversteigert werden. Der Termin wurde abgesetzt.
Von
Stefan Czernin
Elchingen
Jetzt in der App anhören
Villa Oberelchingen Martinstor

Auf dem Gelände in prominenter Lage am Martinstor in Oberelchingen tut sich schon seit einigen Jahren nichts mehr.

Stefan Czernin
  • Zwangsversteigerung der Rohbau-Villa in Oberelchingen fiel am 13. Mai aus.
  • Grund laut Amtsgericht Neu-Ulm: „verfahrensrechtliche Gründe“ – neuer Termin unklar.
  • Immobilie des früheren Hausarztes Konstantin Sintschikin liegt am Martinstor; Bau ruht seit Jahren.
  • Ein Gutachten taxiert Haus und Garten auf 930.000 Euro, das Nachbarflurstück auf 52.000 Euro.
  • Hintergrund: Insolvenz der Elklinik MVZ GmbH, Praxisschließungen und Bewährungsstrafe wegen Betrugs.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wie geht es mit der halbfertigen Rohbau-Villa des ehemaligen Elchinger Hausarztes Konstantin Sintschikin am Martintor in Oberelchingen weiter? Das ist in dem Elchinger Ortsteil immer wieder Thema. Seit Jahren tut sich dort nichts mehr. Nun sah es ganz danach aus, als ob Bewegung in die Angelegenheit kommt: Am Mittwoch, 13. Mai, stand am Amtsgericht Neu-Ulm die Zwangsversteigerung der Immobilie an.

Der ehemalige Elchinger Hausarzt hatte Anfang September 2024 mit seiner Firma Elklinik MVZ GmbH Insolvenz angemeldet. In der Folge waren Sintschikins vier Praxen in Thalfingen, Unterelchingen, Oberelchingen und Senden mit sofortiger Wirkung geschlossen worden. Rund 4000 Patientinnen und Patienten waren von der Pleite betroffen. Im Juni 2024 wurde der Mediziner wegen Abrechnungsbetrugs am Amtsgericht Neu-Ulm zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten und einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro verurteilt.

5,1 Millionen Euro gefordert

Schon im Jahr 2022 hatte Sintschikin auf einer Immobilienplattform die zu einem guten Teil noch im Rohbau befindliche Villa mit einer Wohnfläche von 590 Quadratmetern zum Verkauf angeboten – für 5,1 Millionen Euro. Allerdings erfolglos. Ein Sachverständiger kommt in einem 51 Seiten starken Gutachten, das unserer Redaktion vorliegt, zu einem deutlich niedrigeren Wert. Für das Wohnhaus inklusive Garten hat er einen Verkehrswert von 930.000 Euro errechnet, für ein angrenzendes Flurstück einen Wert von 52.000 Euro. Insgesamt also einen Wert von 982.000 Euro.

„Das Anwesen befindet sich zu einem großen Teil im Rohbau“, heißt es in dem Gutachten. „Die Bauarbeiten sind seit einigen Jahren im Stillstand. Der haustechnische Ausbau wurde teilweise begonnen, jedoch noch nicht fertiggestellt.“

Die Zwangsversteigerung erfolgt auf Betreiben einer kreditgebenden Bank. Allerdings ist der Termin am 13. Mai aus „verfahrensrechtlichen Gründen“ geplatzt, teilte Christof Hermann, Richter und Pressesprecher am Amtsgericht Neu-Ulm, auf Anfrage mit.