Saugwurmlarven im Pfuhler See
: Schwimmer aufgepasst! Nach dem Baden kann es jucken

Es gibt Hinweise auf vermehrtes Vorkommen von Zerkarien am Pfuhler Badesee. Der Gesundheitsdienst im Landratsamt spricht von der Gefahr von Hautreizungen. Es besteht aber kein Badeverbot.
Von
Christoph Mayer
Neu-Ulm
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Am Pfuhler See ist es zu Streitigkeiten zwischen zwei Badegästen gekommen. Daraufhin kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung. (Symbolbild)

Schönes Wochenende steht bevor : Pfuhler Baggersee

Am Pfuhler See kommen derzeit vermehrt Zerkarien vor. Die Saugwurmlarven verursachen bei manchen Menschen die sogenannte Badedermatitis.

Volkmar Könnecke
  • Zerkarien-Larven im Pfuhler See können Hautausschläge (Badedermatitis) verursachen.
  • Sieben Fälle von Betroffenen wurden letzte Woche gemeldet; Hinweisschilder sind aufgestellt.
  • Keine Badeverbote, da Erstinfektionen meist symptomfrei verlaufen.
  • Risiko steigt durch Wasservögel, Schnecken, Wärme und lange Aufenthalte im Wasser.
  • Beeinträchtigung könnte bis zum Ende der Badesaison andauern.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Pfuhler Badesee können aktuell vermehrt Zerkarien auftreten. Darüber informierte der Öffentliche Gesundheitsdienst am Landratsamt Neu-Ulm am Dienstag (24. Juni). Innerhalb einer Woche seien beim ÖGD sieben Meldungen von Badegästen eingegangen, die nach einem Aufenthalt im Pfuhler Badesee eine Zerkarien-Dermatitis entwickelt haben. Die Stadt Neu-Ulm habe deshalb entsprechende Hinweisschilder an der Badestelle angebracht. Ein Badeverbot wird nicht ausgesprochen, da keine Gefahr für Menschen bestehe.

Bei Hautausschlag besser zum Arzt

Die Dermatitis wird durch sogenannte Zerkarien, das sind Larvenstadien bestimmter Saugwürmer, verursacht. Beim Erstkontakt mit den Menschen tötet das menschliche Immunsystem diese in der Regel ab. Erstinfektionen verlaufen in der Regel ohne Symptome. Es kann aber auch ein leichtes Hautjucken auftreten, das von kleinen roten Flecken begleitet ist. Hat derselbe Mensch zu einem späteren Zeitpunkt nochmals Kontakt mit Zerkarien, kann dies zu einem juckenden Hautausschlag führen. Bei Auftreten von Symptomen sollten die Betroffenen einen Arzt aufsuchen.

Das Auftreten von Zerkarien hängt von verschiedenen Faktoren ab. Natürliche Endwirte sind Wasservögel wie Enten, Gänse und Schwäne. Des Weiteren spielt es eine Rolle, wie viele Süßwasserschnecken, die Zwischenwirte für Zerkarien sind, infiziert sind. Die Wassertemperatur und lange Sonnenscheinperioden können einen Einfluss auf die Anzahl der infizierten Schnecken haben, mit der Folge, dass die Infektionsgefahr für die Badegäste steigt. Auch Zugvögel sind ein wichtiges Reservoir für Zerkarien und können somit zu einem Anstieg der Zerkariendichte beitragen, berichtet der Öffentliche Gesundheitsdienst weiter.

Ebenfalls könne das Badeverhalten wie etwa längeres Verweilen im Wasser aufgrund sehr warmer Temperaturen eine Rolle spielen, da sich dadurch die Expositionszeit der Badegäste verlängere.

Beeinträchtigung bis zum Ende der Badesaison

Für welchen Zeitraum mit einer Beeinträchtigung für Badende durch das Vorkommen von Zerkarien gerechnet werden muss, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersagen, so der Gesundheitsdienst. Laboruntersuchungen auf Zerkarien seien nicht nur sehr aufwendig, sondern vor allem nur begrenzt aussagekräftig. In der Regel sei davon auszugehen, dass Zerkarien so lange im Badewasser vorkommen, wie sich dort auch deren Wirte (Wasservögel) und Zwischenwirte (Wasserschnecken) aufhalten. Dies könne im Zweifelsfall die gesamte Badesaison über andauern.

Weitere Informationen gibt es auf der Seite des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) unter https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/hygiene/wasserhygiene/badeseen/zerkarien.htm