Bäume Neu-Ulm
: Darum lässt die Stadt Neu-Ulm 146 Bäume fällen

Bis ins Frühjahr hinein lässt die Stadt Neu-Ulm insgesamt 146 Bäume fällen. Das ist eine Steigerung um rund 50 Prozent im Vergleich zum Winter des Vorjahres.
Von
Niko Dirner
Neu-Ulm
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In Neu-Ulm werden zahlreiche Bäume gefällt.

Thomas B./pixabay

Es trifft unter anderem zwei Ulmen an der Adenauerstraße in Burlafingen, Weiden in der Weststadt und mehrere Apfelbäume in der Luitpoldstraße in der Stadtmitte: Bis ins Frühjahr hinein lässt die Stadt Neu-Ulm insgesamt 146 Bäume fällen. Das ist eine Steigerung um rund 50 Prozent im Vergleich zum Winter des Vorjahres, als 102 Bäume umgesägt wurden.

Folge der Trockenheit

82 der zu fällenden Bäume sind krank und müssen weg, damit sie nicht gesamt oder in Teilen auf Fahrzeuge oder Fußgänger fallen (Verkehrssicherheit). 53 Bäume sind tot oder absterbend. Das ist vor allem auf die extreme Trockenheit im Winter 2016/2017 und in den Sommermonaten 2018 und 2019 sowie auf Pilz- und Schädlingsbefall zurückzuführen.

Drei Bäume müssen gefällt werden, damit sich andere Bäume gut entwickeln können. Sieben Bäume sind irreparabel beschädigt worden, etwa bei einem Sturm oder von Bauarbeitern.

Die meisten Bäume müssen in der Stadtmitte weichen (33), gefolgt von Pfuhl (28) und Ludwigsfeld (21). Bei den Baumarten rangiert die Weide mit 30 Fällungen an erster Stelle, gefolgt von verschiedenen Ahornsorten (25) und der Esche (24). Auch elf Kirchbäume und jeweils sieben Apfelbäume und Birken müssen weichen.

Stadt pflanzt mehr als sie sägt

Als Ersatz für die 146 Bäume, die gefällt werden, pflanzt die Stadt 185 Bäume nach, also ein Plus von 39 Bäumen. Die meisten Nachpflanzungen finden am selben Ort statt, nur an zwölf Stellen ist dafür kein Platz oder es stehen Bauarbeiten an. Seit Jahren pflanzt Neu-Ulm mehr Bäume an, als der Säge zum Opfer fallen. Seit 2005 wurden 1146 Bäume gefällt und 1818 neu gesetzt.

Weil – nicht zuletzt als Folge des Klimawandels – so viele Bäume im Stadtgebiet gefällt werden müssen, ist dieser Bereich für die Stadt ein Draufzahlgeschäft. Das können auch die Erlöse aus dem Holzverkauf nicht wettmachen, wurde kürzlich in den Haushaltsberatungen deutlich. Ausgaben von 73 900 Euro stehen im Jahr 2020 Ausgaben von 50 500 Euro gegenüber. Für Pflege und Beseitigung von Bäumen müssen oft externe Firmen beauftragt werden.

Info Insgesamt stehen in Neu-Ulm 18 077 Bäume, so viele sind jedenfalls seit 2016 von Fachleuten erfasst und nummeriert worden. In der neu angelegten Datenbank sind erfasst: genaue Lage, Baumart und -sorte, Höhe, Stammdurchmesser, Kronenbreite, Vitalität, Alter, Pflanzdatum, Angaben zum Licht- und zum Wurzelraum und so vorhanden zu Nistkästen oder tierischen Bewohnern.