Landauf, landab öffneten die Feuerwehren am Samstag bei einem Aktionstag ihre Pforten und gaben Einblicke in ihr oft schwieriges Metier. In Fahlheim wurde gleichzeitig noch das „Zehnjährige“ der Kinderfeuerwehr gefeiert, damals ein Novum im Landkreis. 25 Mädchen und Buben zwischen sechs und zwölf Jahren sind dort derzeit aktiv, berichtet Anja Proske, die diese Abteilung seit einigen Monaten leitet.

Spielerisch an die Aufgaben heranführen

An Zulauf mangelt es demnach nicht. Um den Nachwuchs auch bei der Stange zu halten, werde ihm bei den monatlichen Treffen ein abwechslungsreiches Programm geboten, das Proske so zusammenfasst: „Spielerisch die Aufgaben der Feuerwehr vermitteln und in deren Themen einführen.“ Obwohl die Kinder natürlich noch nicht zu richtigen Einsätzen herangezogen werden – das ist unter besonderen Bedingungen erst ab 16 Jahren möglich –, stehen für sie bereits Uniformen zur Verfügung.
„Ganz schön schwer“, stöhnt die pfiffige Melanie (9), die am liebsten das Hantieren mit der Spritze übt, wie sie erzählt. Wie alle ihre jungen Kameraden konnte sie beim Aktionstag die „Kinderflamme“ entgegennehmen, ein Abzeichen, für das eine Prüfung abgelegt werden musste. „Wir waren in vielen Belangen immer vornedran, nicht nur bei der Minifeuerwehr“, lässt sich der Ex-Kommandant Wolfgang Brandner am Rande entlocken, „setzten schon früh auf Frauen wie auf Computer“.

Nachwuchssorgen? „Haben wir nicht“

Heute trägt Andreas Frey die Verantwortung, der sich schließlich bei einer Einsatzübung als Moderator betätigt. Beobachtet durch eine beachtliche Zuschauerkulisse, galt es für seine Truppe dabei, Kinder aus einem „brennenden“ Haus zu retten und aus diesem den Kunstnebel-Rauch abzusaugen. Es war vor allem der sporadische Regen, der das umfangreiche Programm, zu dem auch musikalische Darbietungen und Angebote für Leib und Magen zählten, etwas durcheinanderwirbelte.
Nachwuchssorgen? „Haben wir nicht“, sagt Frey und berichtet von derzeit 45 Aktiven und zehn Jugendlichen als Nachwuchs. „Mini“ Melanie ist wie viele der Jüngsten über die Eltern, die beide schon länger zur Kameradschaft gehören, zur Feuerwehr gestoßen. Bei Tobias Bindhammer lief es andersherum. Erst schloss sich Sohn Florian den Minis an. Von ihm motiviert, traten dann schließlich beide Elternteile ebenfalls in die Feuerwehr ein.

Im Kreis Neu-Ulm sind viele Feuerwehren dabei

Auch anderswo im Kreis war der Zulauf rege: Bayernweit beteiligten sich mehr als 500 Feuerwehren an der „Langen Nacht der Feuerwehr“.
Im Landkreis Neu-Ulm beteiligen sich laute Pressesprecher Wilhelm Schmid die Feuerwehren in Altenstadt, Attenhofen, Aufheim, Beuren, Bubenhausen, Fahlheim, Gannertshofen, Grafertshofen, Hegelhofen, Illerberg-Thal, Illereichen, Neu-Ulm, Ludwigsfeld, Oberhausen, Pfuhl, Reutti, Straß, Wallenhausen und Weißenhorn. In Illertissen konnte erstmal die neue Feuerwache besichtigt werden.