Landratswahl Neu-Ulm 2024: Das müssen Sie über Amtszeit, Wahlberechtigung und Stichwahl wissen

Wer wird neuer Landrat für 180 000 Menschen im Kreis Neu-Ulm und zieht in die Kupferburg ein? Am kommenden Sonntag, 14. Januar, haben die Bürgerinnen und Bürger die Wahl.
Volkmar KönnekeMehr als 700 Zuhörerinnen und Zuhörer waren zum Wahlforum der SÜDWEST PRESSE und Neu-Ulmer Zeitung ins Bürgerhaus nach Senden gekommen. Die Plätze richten nicht, mit einem Lautsprecher wurde die Debatte der Landratskandidaten auf den Flur übertragen. Das zeigt: Das Interesse an der Landratswahl ist enorm. Aber wie läuft die Wahl am Sonntag, 14. Januar, ab? Wer kandidiert und wie gewinnt man? Wir haben einige Antworten zusammengestellt.
Warum wird gewählt? Die vergangene Landratswahl im Kreis Neu-Ulm fand im März 2020 zusammen mit der bayerischen Kommunalwahl statt. Die Amtszeit des Landrats beträgt sechs Jahre. Der Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger wurde jedoch in den bayerischen Landtag gewählt. Am 30. Oktober fand in München die konstituierende Sitzung statt. Wird der Posten des Landrats vakant, muss innerhalb von drei Monaten ein neuer gewählt werden. Zwischenzeitlich führt der Stellvertreter Erich Winkler die Geschäfte. Auch wenn die Wahl nun außer der Reihe erfolgt, beträgt die Amtszeit wieder sechs Jahre, teilt Stefan Hatzelmann, Kommunalrechtsexperte im Landratsamt, mit.
Wer kandidiert? Es gibt vier Bewerber und eine Bewerberin für den Chefposten im Landratsamt:
Kandidatinnen und Kandidaten müssen mindestens 18 Jahre alt und deutsche Staatsbürger sein.
Wer darf wählen? Im Landkreis Neu-Ulm sind 137 500 Personen wahlberechtigt. Mitentscheiden dürfen alle Deutschen sowie Bürger der EU, die volljährig sind und zum Zeitpunkt der Wahl seit mindestens zwei Monaten ihren Hauptwohnsitz im Kreis haben.
Wie wird gewählt? Die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Neu-Ulm wählen ihren Landrat oder ihre Landrätin direkt. Das heißt: Jeder hat eine Stimme. Die Wahllokale öffnen am Sonntag, 14. Januar, um 8 Uhr und schließen um 18 Uhr. Zum Wählen müssen die Bürger ihre Wahlbenachrichtigung sowie einen Ausweis mitbringen. Das Wahllokal ist auf der Benachrichtigung angegeben.
Wer gewinnt die Wahl? Wer im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommt, ist neuer Landrat oder neue Landrätin. Andernfalls findet am Sonntag, 28. Januar, eine Stichwahl statt, erklärt Hatzelmann. „In die Stichwahl kommen die beiden Personen, die bei der ersten Wahl die meisten Stimmen erhalten haben.“
Wann steht das Ergebnis fest? Um 18 Uhr schließen die Wahllokale, dann werden die Stimmen ausgezählt. Die eingehenden Ergebnisse aus den einzelnen Wahllokalen können im Internet auf der Seite des Landkreises verfolgt werden, die SÜDWEST PRESSE wird mit einem Liveticker berichten.
Wann übernimmt die neue Landrätin oder der neue Landrat die Amtsgeschäfte? Das erfolgt schon knapp nach der Wahl. Die Amtszeit beginnt am Tag nach der Feststellung des Wahlergebnisses, so Hatzelmann. Die Sitzung des Wahlausschusses, der das Wahlergebnis feststellt, ist jeweils für Dienstag nach der Wahl angesetzt, sodass der Amtsantritt dann am Mittwoch nach der Wahl sei.
Wie ist die vorangegangene Landratswahl 2020 ausgegangen? In der Landratswahl traten Amtsinhaber Thorsten Freudenberger (CSU), Susanna Oberdorfer-Bögel (FW) und Ludwig Ott (Grüne) an. Freudenberger sicherte sich den Wahlsieg im ersten Wahlgang mit 54,8 Prozent der Stimmen. Oberdorfer-Bögel kam auf 28,8 Prozent, Ott auf 16,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 47,2 Prozent.
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