Kontrolle auf der A7 bei Illertissen: Lkw-Fahrer sitzt ohne Pause 23 Stunden am Lenkrad

Bei einer Kontrollaktion der Autobahnpolizei Memmingen war auch die Kontrollgruppe Poser/Tuner im Einsatz. Diese stellten besonders einen massiven Verstoß fest.
Uwe Anspach/dpaAm Mittwochabend (24.04.) haben Beamtinnen und Beamte der Autobahnpolizei Memmingen eine mehrstündige Kontrollaktion am Parkplatz Tannengarten West der A7 bei Illertissen durchgeführt. Wie es in der Pressemitteilung heißt, seien insbesondere Beamte des Gefahrguttrupps und der Kontrollgruppe Poser/Tuner im Einsatz gewesen. Dabei stellten diese im Bereich des Schwerverkehrs sowie der Tunerszene einige, teilweise massive, Verstöße fest.
Knapp 23 Stunden am Steuer – ohne Pause
Bei den Schwerverkehrskontrollen des Gefahrguttrupps hatten insgesamt drei Fahrer ihre Lenk- und Ruhezeiten missachtet, einer fiel wegen mangelnder Ladungssicherung auf. Der schwerwiegendste Verstoß ergab sich bei der Kontrolle eines polnischen Kleintransporters. Hier ermittelten die Beamten, dass der 22-jährige Fahrer nicht durchgehend seine Fahrerkarte gesteckt hatte. Damit wollte er offensichtlich über seine tatsächliche Lenkzeit hinwegtäuschen, deuteten die Beamten den Vorgang. Nachdem die Kontrolleure ihm aber nachgewiesen hatten, knapp 23 Stunden fast ununterbrochen am Steuer gesessen zu haben, untersagten sie ihm die Weiterfahrt bis Donnerstagmorgen (25.04.). Vom Fahrer und dessen polnischen Unternehmen verlangten sie außerdem eine Kaution von mindestens 1000 Euro. Die fälligen Anzeigen leiten die Kontrolleure nun an das Bundesamt für Logistik und Mobilität weiter.
Tuner: Leistung des Autos massiv gesteigert
Die Kontrollgruppe Poser/Tuner stellte bei vier getunten Pkw unzulässige technische Veränderungen fest. Dadurch verloren die Fahrer allesamt die Betriebserlaubnis und durften nicht weiterfahren. Die kontrollierten Fahrzeuge hatten entweder eine verbotene Rad-/Reifenkombination oder ein verändertes und nicht abgenommenes Gewindefahrwerk. Den massivsten Verstoß stellten die Beamten bei der Kontrolle eines BMW fest: Durch den Eingriff in das Motorsteuergerät war dessen Leistung von 204 PS auf etwa 330 PS gesteigert worden. Außerdem fehlte der Dieselpartikelfilter, und die Nebelscheinwerfer und die Seitenscheiben waren verbotenerweise foliert. Weitere Bauteile entsprachen ebenfalls nicht den Vorschriften. So stellten die Beamten das Fahrzeug sicher, um es von einem Sachverständigen begutachten lassen zu können. In allen Fällen erhalten die betreffenden Fahrzeugführer eine Anzeige nach der Straßenverkehrszulassungsverordnung.