Insolvenz Firma Lingl Neu-Ulm
: Anlagenbauer Lingl erneut insolvent

Die Firma mit 400 Mitarbeitern, die von Neu-Ulm nach Krumbach verlegt wurde, wird von der Kanzlei SGP fortgeführt.
Von
Frank König
Neu-Ulm/Krumbach
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Die Firma Lingl mit früherem Sitz in Neu-Ulm, nun in Krumbach, stellt unter anderem Anlagen zur Produktion von Ziegeln und Keramik her.

Der Spezialist für den Bau von Ziegelwerken Lingl hat beim Amtsgericht Neu-Ulm einen Insolvenzantrag gestellt. Die Firma war früher noch in Neu-Ulm beheimatet, bevor der Betriebssitz nach Krumbach verlegt wurde. Das Gericht hat Arndt Geiwitz von der Neu-Ulmer Kanzlei SGP als vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt.

Geschäftsbetrieg läuft weiter

Wie die Kanzlei mitteilt, läuft der Geschäftsbetrieb des Anlagenherstellers uneingeschränkt weiter. Bei Lingl handle es sich um einen international führenden Hersteller von Maschinen und Anlagen in den Sparten Keramik, Holzverarbeitung, Automatisierung und Robotik. Die Lohnzahlungen der rund 400 Mitarbeiter sind bis 30. November durch das Insolvenzgeld gesichert.

Weltweit mehr als 30 Niederlassungen

Lingl verfügt welweit über mehr als 30 Niederlassungen. 2019 lag der Umsatz des schwäbischen Unternehmens, das seinen Sitz damals in der Albrecht-Berblinger-Straße in Neu-Ulm hatte,  bei 72 Millionen Euro. Auch das Tochterunternehmen SMB Maschinenbau ist insolvent. Die Gründe: Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit. Die Beschäftigten wurden von SGP im Rahmen einer Betriebsversammlung informiert. Vor Ort übernimmt nun Christian Plail von der Augsburger SGP-Niederlassung die Betreuung des Verfahrens. Sein Team hat sich schon über die Lage informiert. Erste Gespräche mit den leitenden Angestellten und dem Betriebsrat sowie der IG Metall fanden bereits statt.

So geht es weiter bei Lingl

Plail zur Seite steht Sanierungsexperte Alexander Kögel, der seit dem 21. September neuer Geschäftsführer bei Lingl war. Er sagt: „Wir sehen nach derzeitigem Stand die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Fortführungslösung.“ Kögel in der Mitteilung: „Wir haben Aufträge in den Büchern und sind gut ausgelastet. Unsere Produktion wird auch nach dem Insolvenzantrag uneingeschränkt fortgeführt.“

Lingl hatte bereits 2013 einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt – damals eines der ersten Verfahren nach dem neuen Insolvenzrecht. Dieses Verfahren war erst im Oktober 2019 abgeschlossen worden.