An die 50 Bürgerinnen und Bürger waren dem Aufruf der Stadt gefolgt, eigene Ideen zur Entwicklung eines städtebaulichen Filetstücks zu entwickeln und sich zu den Szenarien aus dem vorliegenden Masterplan zum Adler-Areal zu äußern. Die Aufgabe ist recht komplex. Zu entscheiden ist beispielsweise über die Zukunft des alten Feuerwehrhauses und des Walser-Gebäudes und die Unterbringung von Tafel, Stadtarchiv, Musikschule und Stadtverwaltung, der es im Rathaus längst zu eng geworden ist.
Wo ein technisches Rathaus unterbringen? Ebenfalls geht es um die Aufwertung der recht großen Freiflächen, und nicht zuletzt ums Parken, das bislang größere Teile dieser Fläche einnimmt. Doch wohin mit den Autos? Unterirdisch, weiterhin ebenerdig oder in einer „Park-Scheune“?

Erhalt der Platanen

Insbesondere diese Frage war es, die an diesem Tag die meisten Beteiligten umtrieb. „Kein Parkdeck. Kostet Platz und Geld“, „Parkdeck reduziert Aufenthaltsqualität“, „Parkplatzfrage überbewertet“, stand auf den Zetteln, auf denen Bürger die vorliegenden Szenarien kommentierten. Ein Bereich für „Kultur und Spiel“ wurde angemahnt und eine bessere Fassung des Platzes. Auf anderen Zetteln wurde auf den Erhalt der Platanen insistiert sowie des gerade einmal 40 Jahre alten „alten Feuerwehrhauses“. „Ressourcenschonung“, tauchte noch als separate Forderung auf, was zum Vorschlag passte, für das seit zwei Jahren leerstehende Walsergebäude nördlich der Schranne eine neue Nutzung zu suchen. Bei der Frage war es Chef-Stadtplaner Florian Schilling, der beim anschließenden Rundgang vor Ort auf die Bremse drückte. Was in der Diskussion bislang kaum Beachtung fand: „Die Bausubstanz ist nicht der Hit, im Obergeschoss gammelt es bereits, eine Sanierung würde sich kaum lohnen“, zumal auch keine Fördermittel zur Verfügung stünden.
Ob die frühere Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses künftig als Sitzungssaal für den Stadtrat dienen soll, wird von einigen Bürgern skeptisch gesehen. Ihr Argument: Kleinere Säle gebe es in der Stadt schon ausreichend, und mit dem Adler-Saal komme in absehbarer Zeit ein weiterer hinzu. Das Argument der Stadtverwaltung lautet, dass vor Sitzungen in der Schranne jedes Mal ein großer Aufwand betrieben werden müsse mit dem Aufbau des Mobiliars. Während des Rundgangs beklagte sich ein Anwohner über viele, teils bis tief in die Nacht dauernde private Veranstaltungen in dem historischen Gebäude. „Diese Nutzung war ursprünglich gar nicht vorgesehen“, sagte er.

Tiefgarage käme sehr teuer

Schilling machte deutlich, in welchem Zwiespalt sich die Verwaltung auch in der Stellplatzfrage befindet. Andere Bürger würden nach mehr Parkraum rufen. Beispielsweise Beschäftigte in der Innenstadt, also Dauerparker. Eine Entspannung der Lage könnte der Bau einer „Parkscheune“ in der Nähe bringen, wie sie die Verwaltung bereits ins Spiel gebracht hat. Bis zu 40 Plätze könnten dort geschaffen werden, sagte Schilling.
Diese wären dann Ersatz für die Stellplätze, die auf dem Adler-Areal künftig wegfallen würden. Zugleich ließ er durchblicken, dass eine Tiefgarage an dieser Stelle große Schwierigkeiten mit sich bringen würde: „Zu viele limitierende Faktoren machten sie sehr teuer.“ 

Noch kein Termin für Stadtratswerkstatt

Der nächste Schritt wird eine „Stadtratswerkstatt“ sein, in der sich das Gremium mit der Überplanung des 8000 Quadratmeter großen Areals beschäftigen wird. Ein Termin steht nicht fest. Geplant ist die Ausschreibung eines Wettbewerbs.
Ob die frühere Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses künftig als Sitzungssaal dienen soll, wurde beim jüngsten Treffen  von einigen Bürgern skeptisch gesehen.