Ein Pflegeheim ist das Zuhause auf der letzten Etappe des Lebens“, sagte der Pforzheimer Architekt Peter Schmidt beim offiziellen Spatenstich für das neue Illersenio-Pflegeheim am Donnerstag im Vöhringer Sperberweg. „Es darf nicht anonym sein. So sind wir angetreten.“ Und das gehe schon bei Kleinigkeiten los: So werden die Handläufe an den Wänden aus Holz sein, nicht aus Metall. Illersenio-Geschäftsführer Dominik Rommel unterstrich die Worte seines Architekten: „Es soll sich nicht anfühlen wie in einem Krankenhaus.“   
Damit genau das nicht passiert, haben sich Planer und Bauherr viele Gedanken gemacht. Der Neubau des Pflegeheims, der in direkter Nachbarschaft des Stammhauses aus dem Jahr 1973 in der Vogelstraße entsteht, sticht in mehreren Gesichtspunkten heraus. Er entsteht in Holz-Hybrid-Modulbauweise. Es ist laut Illersenio das erste Heim dieser Bauart in Bayern und das größte bundesweit. Der Freistaat fördert das 40-Millionen-Projekt mit 9,6 Millionen Euro. Im Herbst 2024 soll das Pflegeheim fertig sein.

Zimmer werden in Serie gefertigt

Die 158 Seniorenwohnungen, einschließlich Einbaumobiliar und Sanitärbereich, entstehen in Serienfertigung in einem Zimmerei-Spezialbetrieb. Später werden sie vor Ort in Vöhringen mit einen Kran in einen Stahlbeton-Korpus des neuen Caritas-Zentrums gesetzt. In drei Zonen spielt sich das Leben der Bewohner im neuen Zentrum ab, erläuterte Rommel.
Im eigenen Zimmer, das einen Rückzugsort bildet,  ein vorgelagerter Loungebereich ermöglicht ruhige Gespräche und in der „Dorfmitte“ kann es trubelig zugehen. Ein Restaurant und Café sowie Außenanlagen ergänzen das Pflegeheim.  Auch Themenräume wird es geben – etwa eine seniorengerecht ausgestattete Werkstatt für Holz- und Metallbearbeitung. „Unsere Erfahrung zeigt, dass viele unserer Bewohner in Vöhringen sich durch die oft jahrzehntelange Beschäftigung in der örtlichen Metallindustrie zum Werken einen besonderen Draht aufgebaut haben“, berichtet Einrichtungsleiter Sebastian Lautenfeld.
Aber auch an das Arbeitsumfeld der Pflegerinnen und Pfleger werde gedacht. Das zeige sich etwa an kurzen Laufwegen. Und an großen Badezimmern, in denen gut gearbeitet werden könne.

Illersenio im Steckbrief

Kurzinfo Vor mehr als 50 Jahren als Pionier in der Altenpflege gestartet, zählt der Caritasverein Illertissen heute mit rund 600 Mitarbeitern und seinen beiden Marken Illersenio und Illergastro zu den bekanntesten Pflegeanbietern in der Region. Demnächst drei Pflegeheime, sieben Tagespflegen und sechs Sozialstationen sind die Basis für ergänzende Dienstleistungen.