Iller bei Altenstadt: Mehr Natur, weniger Hochwasser

Eine Drohnenaufnahme zeigt die renaturierte Iller bei Altenstadt. Zuvor war der Flussabschnitt gradlinig und verbaut.
Regierungspräsidium Tübingen, Landesbetrieb GewässerDie Iller ist wieder natürlicher geworden: Ein bislang geradlinig verlaufender und verbauter Abschnitt der Iller bei Altenstadt wurde seit Mai 2025 revitalisiert und durch verschiedene Strukturverbesserungen ökologisch aufgewertet, heißt es in einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Tübingen. Der Fluss habe nun wieder eine naturnahe und ökologisch wertvolle Gewässerstruktur erhalten und biete geeignete Lebensräume für Wasserlebewesen.
Auf den rund 1,3 Kilometern wurden umfangreiche Maßnahmen umgesetzt: So wurden Buhnen – quer zum Ufer gebaute Dämme aus Steinen oder Holzpfählen – errichtet, Aufschüttungen eingebracht, Inseln angelegt sowie weitere Ufer- und Sohlarbeiten durchgeführt. Dadurch erhielt die Iller mehr Eigendynamik und Raum für natürliche Entwicklungsprozesse.
Neuer Hochwasserdamm errichtet
Die vielfältigen Uferstrukturen fördern dazu die natürliche Entwicklung einer Weichholzaue. Zur Sicherung des Hochwasserschutzes wurde ergänzend ein neuer Hochwasserdamm mit einem 1,7 km langen begleitenden Weg errichtet, so die Mitteilung weiter. Durch das Verschieben der Hochwasserdämme ist neuer Platz für das Wasser entstanden: Bei Flut können nun zusätzlich 440.000 Kubikmeter Wasser kontrolliert abfließen oder gestaut werden. Mit Herstellung der Flachuferbereiche am linken und rechten Ufer ist zudem wieder der Zugang zum Fluss und die Erlebbarkeit des Gewässers möglich.
Für Planung und Bau der im Rahmen des länderübergreifenden Arbeitsprogramms „Agile Iller“ umgesetzten Maßnahme sind federführend der Landesbetrieb Gewässer beim Regierungspräsidium Tübingen auf baden-württembergischer Seite sowie das Wasserwirtschaftsamt Kempten auf bayerischer Seite verantwortlich.
Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 5,1 Millionen Euro. Davon wurden 80 Prozent über das Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz“ des Bundes finanziert. Die Länder Baden-Württemberg und Bayern teilen sich die verbliebenen 20 Prozent.
