Hochschulpreise vergeben: 20-jähriger Student aus Indien begeistert Illertisser Publikum

Professor Stephan Zimmermann von der Technischen Hochschule Augsburg und Faruk Skrgo von der Firma Geggos FTTX freuen sich gemeinsam mit App-Entwickler Rishi Kumar und Geschäftsführer Samiyel Akdil über die Auszeichnung – überreicht von Illertissens Bürgermeister Jürgen Eisen (von links).
Hochschule Neu-Ulm- Im Vöhlinschloss in Illertissen wurde der „Bayerisch-Schwäbische Innovationspreis Transfer 2026“ vergeben.
- Die Hochschulen Augsburg, Kempten und Neu-Ulm ehrten gemeinsame Projekte aus Wissenschaft und Wirtschaft.
- HNU gewann mit „stand-by.care“: ein selbstaktivierendes Notfallwarnsystem für alleinlebende Senioren.
- Die App „DocPilot“ der TH Augsburg erhielt den IHK-Wirtschaftspreis und den Publikumspreis der Stadt.
- Entwickler Rishi Kumar, 20 Jahre alt, programmierte die App aus Erfahrungen auf Baustellen – 85 Gäste waren vor Ort.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Hochschulen Augsburg, Kempten und Neu-Ulm haben im Vöhlinschloss in Illertissen ihren gemeinsamen Innovationspreis verliehen. Rund 85 Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik verfolgten die feierliche Preisübergabe, heißt es in einer Pressemitteilung. Das historische Schloss diente dabei als Bühne für eine Veranstaltung, die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und regionalen Unternehmen sichtbar machen und würdigen soll.
Der „Bayerisch-Schwäbische Innovationspreis Transfer 2026" steht unter dem Motto „Society meets Science" und zeichnet Projekte aus, bei denen Hochschulen und Unternehmen gemeinsam praxisnahe Lösungen für gesellschaftliche oder wirtschaftliche Herausforderungen entwickeln. Jeder der drei Hochschulpreise ist mit 3000 Euro dotiert, insgesamt wurden an diesem Abend 11.000 Euro vergeben. Aus insgesamt 34 Einreichungen wählte eine Jury die Sieger aus.
Sicheres Leben in der eigenen Wohnung
Die Hochschule Neu-Ulm wurde für ihr Projekt „stand-by.care" ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um ein selbstaktivierendes Notfallwarnsystem für alleinlebende Seniorinnen und Senioren – entwickelt mit dem erklärten Ziel, älteren Menschen ein sicheres Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Besonders hervorgehoben wurde, dass die späteren Nutzerinnen und Nutzer von Anfang an in die Entwicklung einbezogen wurden, was zu einer hohen Alltagstauglichkeit geführt habe. HNU-Präsidentin Professorin Julia Kormann zeigte sich stolz: Das Projekt stehe beispielhaft dafür, wie anwendungsorientierte Forschung echten gesellschaftlichen Mehrwert schaffen könne.

Professor Johannes Schobel von der Hochschule Neu-Ulm und Claus Allgaier von der Firma Artiso Solutions entwickelten gemeinsam das Notfallwarnsystem für Senioren. HNU-Präsidentin Professorin Julia Kormann und Fördervereinsvorsitzender Günter Augustin überreichten die Auszeichnung (von links).
Hochschule Neu-UlmGleich zwei weitere Preise gingen an ein Projekt der Technischen Hochschule Augsburg: Die App „DocPilot" erhielt sowohl den Wirtschaftspreis der IHK Schwaben als auch den Publikumspreis der Stadt Illertissen – jeweils dotiert mit 1000 Euro. Beim Publikumspreis stimmten die Gäste am Ende des Abends live ab. DocPilot ist eine Anwendung, die Arbeitsschritte beim Glasfaserausbau direkt auf der Baustelle digital dokumentiert.
„Lebendiger Ort des Austauschs“
Entwickelt wurde die App von Rishi Kumar, einem 20-jährigen Informatikstudenten aus Indien, der als Werkstudent bei einem Glasfaserbauunternehmen die Probleme bei der Baudokumentation aus erster Hand kannte – und kurzerhand eine digitale Lösung dafür schrieb. Die IHK Schwaben würdigte das Projekt als Paradebeispiel für unternehmerisches Denken junger Talente.
Der Preis wurde 2024 vom Hochschulzentrum Vöhlinschloss ins Leben gerufen und findet seitdem jährlich statt. Susanne Schewetzky von der Stadt Illertissen betonte, das Schloss solle als lebendiger Ort des Austauschs zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in der Region dienen.
