Hasenpest im Landkreis Neu-Ulm
: Zwei Fälle bei Nersingen – Landratsamt rät zu Vorsicht

Im Landkreis Neu-Ulm sind zwei Fälle von Hasenpest aufgetreten. Die Krankheit wurde bei zwei verendeten Tieren beim Nersinger Auwald-Spielplatz nachgewiesen. Auch Menschen können erkranken.
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bf
Landkreis Neu-Ulm
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Hasenpest kommt vor allem bei wildlebenden Tieren vor. Hier sind Feldhasen bei Oberelchingen zu sehen.

Volkmar Könneke

Es gibt zwei Fälle von Hasenpest im Landkreis Neu-Ulm: Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat bei zwei verendeten Hasen auf dem Parkplatz beim Auwald-Spielplatz in Nersingen Tularämie festgestellt. Das teilt das Landratsamt Neu-Ulm mit.

Bei Tularämie – umgangssprachlich eben als Hasen- oder Nagerpest bezeichnet – handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die vor allem bei wildlebenden Tieren vorkommt. Die Hasenpest tritt vorwiegend bei Nagetieren, aber auch bei anderen Tieren auf und kann auch auf Menschen übertragen werden (sogenannte Zoonose).

Erkrankte Tiere magern ab

Die auffälligsten Symptome bei lebenden, mit Tularämie infizierten Tieren sind Schwäche, Fieber und verändertes Verhalten, zum Beispiel bleibt der Fluchtreflex aus. Betroffene Tiere magern ab, zeigen struppiges Fell, einen schwankenden Gang und werden apathisch. In der Regel verenden die Tiere nach wenigen Tagen. In seltenen Fällen führt eine chronische Verlaufsform unter zunehmender Entkräftung erst nach etwa 14 Tagen zum Tod.

Haustiere, wie auch Menschen, sind keine Hauptwirte, sondern Nebenwirte und können ebenfalls an der Tularämie schwer erkranken. Deshalb solle man in Gebieten, in denen Fälle amtlich nachgewiesen sind, Kontakt zu lebenden sowie verendeten Wildtieren vermeiden und Hunde anleinen, rät das Landratsamt.

Kein Grund zur Panik

Laut LGL infizieren sich Menschen vor allem bei intensivem Kontakt mit erkrankten oder verendeten Tieren oder deren Ausscheidungen, beziehungsweise beim Umgang mit Kadavern, insbesondere beim Enthäuten und Ausnehmen erlegten Wildes. Es seien jedoch nur wenige aufgetretene Fälle bei Menschen bekannt. Die Krankheit beginnt mit unspezifischen, grippeartigen Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Mattigkeit. Eine erfolgreiche Behandlung ist besonders bei rechtzeitiger Diagnose mit Antibiotika gut möglich.

Landratsamt rät zu Vorsichtsmaßnahmen

Das Landratsamt Neu-Ulm rät besonders um den Parkplatz beim Auwald-Spielplatz zu Achtsamkeit und empfiehlt folgende allgemeine Vorsichtsmaßnahmen:

  • ungeschützten Kontakt zu Wildtieren, insbesondere bei offensichtlich kranken Tieren, oder mit deren Ausscheidungen vermeiden
  • ungeschützten Kontakt der Haut oder Schleimhäute mit infektiösem Tiermaterial vermeiden
  • Einatmung von kontaminiertem Staub oder Aerosolen vermeiden
  • Vermeidung von Bissverletzungen durch infizierte Tiere
  • Einhaltung der Arbeitshygiene beim Umgang mit erkrankten oder toten Wildtieren
  • Einhaltung der Arbeits- und Küchenhygiene beim Umgang mit Wildbret während der Vorbereitung (Enthäuten, Ausnehmen) und der Zubereitung
  • Wildgerichte nur gut durchgegart verzehren

Wer einen Kadaver sieht, sollte diesen nicht anfassen, sondern beim Veterinärdienst des Landratsamtes Neu-Ulm unter der Tel. (0731)704 07 01 06 melden. Bei Fragen zur menschlichen Gesundheit in Bezug auf Tularämie könne man sich an das Gesundheitsamt Neu-Ulm unter Tel. (0731) 704 01 11 80 melden, heißt es vom Landratsamt.